SID

Afrika-Cup: Kamerun glücklich über Final-Einzug - Duell mit Ägypten

Kamerun plant den großen Coup: "Gemeinschaft über den Rasen hinaus"
Von SID

03/02/2017 um 14:20

Nach dem Einzug ins Finale des Afrika-Cups plant Kamerun den großen Coup. Im Duell mit Rekordsieger Ägypten wollen die "unzähmbaren Löwen" in Gabun zum fünften Mal den Titel gewinnen. "Ich bin sehr glücklich für mein Team, es ist eine außerordentliche Gemeinschaft auf und abseits des Rasens", sagte der belgische Trainer Hugo Broos nach dem 2:0 (0:0)-Sieg im Halbfinale gegen Ghana.

Der Belgier hat die zuvor zahnlos "unzähmbaren Löwen" wiederbelebt. Nach den Absagen prominenter Akteure wie Schalkes Choupo-Moting und Liverpools Matip formte der selbst recht unbekannte Trainer ein Team, das als echte Einheit auftritt.

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"Es ist das erste Finale für mich und das erste für viele meiner Mannschaftskameraden", sagte Stürmer Christian Bassogog, 21, nach dem Einzug ins Endspiel. Der Stürmer von Aalborg BK ist einer von vielen Spielern der Zentralafrikaner, die nur absoluten Experten geläufig sind. Aus der 2. Bundesliga stehen Jacques Zoua (1. FC Kaiserslautern), Edgar Salli (1. FC Nürnberg) und Franck Boya (1860 München) im Kader.

Junge Löwen ersetzen Stars

Jahrelang hatte Kamerun auf die Kraft seiner Stars gesetzt. Schillernde Profis wie Eto'o, Stéphane Mbia oder Alex Song gaben den Ton an, sie spielten für den FC Barcelona, den FC Sevilla und den FC Arsenal. Dennoch wurden die Anhänger der Löwen kaum verwöhnt.

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Bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 schied Kamerun jeweils ohne Punktgewinn aus - in Brasilien noch vom langjährigen Bundesligacoach Volker Finke betreut. Auch die vergangenen Afrika-Cups waren eine einzige Enttäuschung. Der letzte Titel liegt 15 Jahre zurück. Damals stand der Mann mit der Mähne an der Seitenlinie: Winfried Schäfer.

Broos auf dem Weg zum Volksheld

Nun bastelt Broos eifrig an seinem Heldenstatus. Nach den Treffern von Michael Ngadeu-Ngadjui (72.) und Bassogog (90.+3) träumen die Fans von einer Rückkehr auf Afrikas Thron. Nicht nur am Spielort Franceville brach euphorischer Jubel aus. Auch in Douala, der größten Stadt Kameruns, tanzten die Menschen ausgelassen feiernd auf den Straßen.

Im Finale müssen sie sich aber auf harte Gegenwehr des Rekordchampions Ägypten einstellen. Beim siebenmaligen Afrikameister wird erneut Torhüter Essam El-Hadary im Mittelpunkt stehen, der im Halbfinal-Krimi gegen Burkina Faso zum Helden der "Pharaonen" aufstieg. Beim 4:3 nach Elfmeterschießen wehrte der 44-Jährige zwei Schüsse ab.

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