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Eigentor von Tunesien! Senegal kämpft sich kurios ins Afrika-Cup-Finale

Eigentor von Tunesien! Senegal kämpft sich kurios ins Afrika-Cup-Finale

14/07/2019 um 20:34Aktualisiert 14/07/2019 um 20:39

Senegal hat das Halbfinale im Afrika-Cup gegen Tunesien 1:0 (0:0) gewonnen. In einem hart umkämpften Match setzte sich Senegal kurios in der Verlängerung durch und kämpft nun um den Titel. In der 101. Spielminute leistete sich Tunesiens Torhüter Mouez Hassan einen kapitalen Fehler, der zum Eigentor durch Dylan Brown führte. Senegal trifft im Finale auf den Sieger zwischen Algerien und Nigeria.

So lief das Spiel:

Im ersten Halbfinale ging der Senegal gegen Tunesien als leichter Favorit in die Partie. Mit Welt-Star Sadio Mané in den eigenen Reihen forcierten die "Löwen der Teranga" das schnelle Offensivspiel, der Sieger von 2004 - Tunesien - zog sich entsprechend weit zurück, um die Räume in der Defensive eng zu halten.

Beide Nationen verzichteten zunächst auf hohes Risiko - viel spielte sich so in der Anfangsphase im Mittelfeld ab. Die Partie war geprägt von vielen kleinen taktischen Fouls - der Spielfluss litt. Der Senegal verzeichnete insgesamt zwar deutlich mehr Ballbesitz, erspielte sich jedoch keinen räumlichen Mehrwert.

In der 26. Minute kam der Senegal das erste Mal gefährlich vor das gegnerische Tor, erspielte sich die beste Chance des ersten Durchgangs. Ein langer Ball landete auf der linken Seite bei Youssouf Sabaly, der nach innen zog und aus 16 Metern den Abschluss suchte. Der Ball knallte an den rechten Torpfosten.

In der Folge wurde das Spiel intensiver. Beide Mannschaften agierten zielstrebiger im letzten Spielfelddrittel und erzeugten deutlich mehr Torgefahr. Allen voran Mané kam immer mehr in Spiellaune und belebte die Partie. Doch der Senegal verpasste es, die eigenen Torchancen zu nutzen.

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild kurzzeitig: Tunesien sorgte für mächtig Druck im gegnerischen Strafraum, erspielte sich gleich nach Wiederanpfiff zwei Hochkaräter, die allerdings ungenutzt blieben. Schnell ebbte die Partie jedoch wieder ab. Zweikämpfe bestimmten das Spielgeschehen - Torchancen und sehenswertes Kombinationsspiel waren wieder Mangelware.

In der 73. Minute hatten die Tunesier die Großchance zur Führung. Nach einem Schuss von Ferjani Sassi, bekam Verteidiger Kalidou Koulibaly den Ball an den Ellbogen. Schiedsrichter Bamlak Tessema Weyesa zeigte auf den Punkt - Elfmeter. Sassi führte aus, vergab jedoch mit einem ganz schwachen Schuss.

Sieben Minuten später gab es den nächsten Strafstoß, nachdem der eingewechselte Ismaila Sarr von Dylan Bronn gelegt wurde. Henri Saivet übernahm die Verantwortung für den Senegal, zielte ins rechte Eck und fand in Mouez Hassen seinen Meister, der stark abwehrte. So blieb es trotz zwei Elfmetern beim 0:0 - die Partie ging in die Verlängerung.

In der 101. Minute fiel schließlich der erste Treffer des Spiels. Einen Freistoß des Senegals aus dem rechten Halbfeld faustete der tunesische Keeper Hassen gegen den Kopf seines Mitspielers Dylan Bronn - der Ball ging daraufhin in den eigenen Kasten. Ein kapitaler Bock des Torhüters, der das Spiel letztlich entschied und den Senegal in das Finale des Afrika Cups brachte.

Das fiel auf: Wenig offensive Durchschlagskraft

Trotz taktisch offensiver Ausrichtung auf beiden Seiten, entwickelte sich zwischen Senegal und Tunesien nur wenig offensive Durchschlagskraft. Beide Nationen bewegten sich zu statisch in den letzten beiden Dritteln, versuchten es zumeist mit langen vertikalen Bällen - auf die sich beide Abwehrreihen einfach einstellen konnten.

Viel zu selten erspielten sie sich Räume durch schnelles Kombinationsspiel und Pässe zwischen die Linien. So verwunderte es nicht, dass beide Nationen nur selten gefährlich wurden und es bis zur 101. Minute - trotz zweier Elfmeter - torlos 0:0 stand. Im Finale muss der Senegal zwingend zulegen, um den Pokal zu holen.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 2

Zum zweiten Mal in der fußballerischen Historie des Senegals, erreichen die "Löwen der Teranga" ein Finale beim Afrika Cup. Zuletzt im Jahr 2002, in dem sie als Verlierer vom Platz gingen. In diesem Jahr hat der Senegal die ganz große Chance, den größten fußballerischen Erfolg zu feiern - und den Pokal zu gewinnen.

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