Afrika Cup: Senegal verliert Titel an Marokko am grünen Tisch - die Emotionen kochen hoch: "Witz des Jahrhunderts"

Zwei Monate nach dem Finale des Afrika-Cups verliert Senegal den Titel am grünen Tisch und Endspielgegner Marokko wird nachträglich zum neuen Champion erklärt. Eine Entscheidung, die viele Fragen aufwirft und neue Debatten nach sich ziehen wird. Am Ende dürfte der internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne (Schweiz) eine entscheidende Rolle spielen, ein Einspruch dort gilt als sicher.

Senegal wird Titel aberkannt: Die Chronolgie des Final-Chaos

Quelle: Perform

Brahim Díaz lief über den Rasen des Etihad Stadium in Manchester, reckte die Daumen nach oben und strahlte über das ganze Gesicht, als er die freudige Nachricht bekam. Der Marokkaner hatte in diesem Moment nicht nur den Einzug mit Real Madrid ins Viertelfinale der Champions League klargemacht - er war ganz nebenbei auch Afrikameister geworden. Zwei Monate nachdem er den entscheidenden Elfmeter im Finale verschossen hatte.
Am Dienstagabend, noch während die Achtelfinalspiele der Königsklasse liefen, verkündete der afrikanische Fußballverband CAF überraschend auf seinen Kanälen: Das von Tumulten überschattete Endspiel des Afrika-Cups wird neu gewertet, Senegal der Titel nachträglich aberkannt und Marokko mit einem 3:0 mit Verspätung zum Sieger gekürt.

Senegal wütet: "Schande für Afrika"

Der Aufschrei aus dem Senegal folgte prompt. Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow kündigte im staatlichen Rundfunk RTS an: "Wir werden unsere Anwälte einschalten und Rechtsmittel einlegen. Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite." Die Entscheidung sei eine "Schande für Afrika". Die senegalesische Tageszeitung Le Soleil nannte sie sogar den "Witz des Jahrhunderts".
Aus der Mannschaft selbst kam Spott. Senegals Spieler Pathé Ciss schrieb auf Instagram: "Den Heulsusen könnt ihr noch drei Tore geben." Idrissa Gueye postete: "Wir wissen, was wir an jenem Abend in Rabat erlebt haben. Und das kann uns niemand nehmen."
Und die Marokkaner? Gaben sich auffallend zurückhaltend. Einzig Díaz’ Real-Teamkollege Aurélien Tchouaméni fand nach dem Spiel gegen Manchester City Worte: "Ich bin mir sicher, dass Brahim glücklich ist. Ich weiß nicht einmal, was passiert ist. Wenn Brahim Meister ist, werden wir ihm als Team ein Geschenk machen." Die FIFA äußerte sich auf "SID"-Anfrage nicht.

Finale endet nach Eklat im Chaos

Doch wie konnte es dazu kommen? Die Szenen des Finals vom 18. Januar liegen zwar schon einige Wochen zurück, dürften aber vielen in Erinnerung geblieben sein. Auslöser des Skandals war, dass sich Senegal gleich doppelt benachteiligt fühlte. In der Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala (DR Kongo) den vermeintlichen Führungstreffer der Gäste wegen eines umstrittenen Fouls aberkannt. Als er kurz darauf nach VAR-Check einen Strafstoß für Marokko gab, eskalierte die Lage.
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Fußball: Kontroverses Finale im Afrika-Cup zwischen Senegal gegen Marokko im Januar 2026

Fotocredit: SID

Einige Fans warfen Gegenstände und versuchten, auf den Rasen zu gelangen, während Senegals Trainer Pape Thiaw sein Team in die Kabine schickte. Erst rund 15 Minuten später konnte Marokkos Star Díaz zum Elfmeter antreten. Er vergab, in der Verlängerung schoss Pape Gueye Senegal schließlich zum Sieg - vorerst.
Schon unmittelbar nach dem chaotischen Spiel herrschte großer Aufruhr. FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach von "inakzeptablen" und "hässlichen" Szenen in Rabat, Marokko kündigte Protest an. Senegals Trainer wurde von der CAF einige Tage später für fünf Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe von 100.000 US-Dollar verurteilt. Dann lange nichts - bis Dienstag.
Die CAF wertete das Verhalten der senegalesischen Spieler vor dem Diaz-Strafstoß nun als Verstoß gegen die Artikel 82 und 84 und gab dem Einspruch des marokkanischen Verbandes statt. Die Nation wird nun erstmals seit 1976 wieder als Afrikameister geführt - eine weitere Verlängerung des Dramas droht jedoch.
(SID)
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Protest-Eklat und Panenka-Fehlschuss: Senegal holt Titel nach irrem Finale

Quelle: Perform


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