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Auch Ermittler gehen in Berufung: Sperren gegen Joseph S. Blatter und Michel Platini unzureichend
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Publiziert 12/01/2016 um 13:59 GMT+1 Uhr
Die unzufriedenen Kontrahenten im "FIFA-Prozess" haben ihren Gang durch die Instanzen gestartet. Die achtjährigen Sperren gegen Präsident Joseph S. Blatter (79) sowie UEFA-Boss Michel Platini (60) werden auf jeden Fall überprüft und neu verhandelt. Denn während Blatter und Platini ihre Unschuld beteuern, ist das Strafmaß aus Sicht der Ermittler nicht ausreichend.
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Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission um den Schweizer Cornel Borbely hatte lebenslange Sperren für beide Funktionäre des Fußball-Weltverbandes beantragt. Das Urteil der rechtsprechenden Kammer um den deutschen Vorsitzenden Hans-Joachim Eckert war milder ausgefallen.
"Die ermittelnde Kammer beabsichtigt, gegen die Entscheidungen in den Fällen von Herrn Blatter und Herrn Platini bei der FIFA-Berufungskommission Einspruch einzulegen", sagte Ermittler-Sprecher Andreas Bantel der Nachrichtenagentur AFP.
Kampf bis zur letzten Instanz
Zuvor hatte bereits das Platini-Umfeld verlauten lassen, dass der Franzose Einspruch eingelegt habe. Blatter hatte diesen Schritt ebenfalls angekündigt. Sanktioniert wurden beide wegen der dubiosen Zahlung von 1,8 Millionen Euro von Blatter an Platini im Jahr 2011.
Sollte die Sperre (wie von Experten erwartet) bestätigt werden, bleiben Platini und Blatter noch der Gang zum Internationalen Sportgerichtshof CAS. Nachdem Platini und Blatter am 21. Dezember gesperrt worden waren, erklärten beide, gegen die Urteile bis zur letzten Instanz vorgehen zu wollen.
Die Zeit drängt
Die beiden Funktionäre dürften auf ein eiliges Verfahren drängen, denn am 26. Februar wird der neue FIFA-Präsident gewählt. Blatter will sich dort noch einmal feiern lassen, Platini verfolgt trotz seiner zurückgezogenen Kandidatur für das höchste Amt im Weltfußball seine sportpolitische Rehabilitation.
Beide pochen trotz der angeblich jahrelangen Verzögerung auf die vermeintliche Rechtmäßigkeit der Zahlung als Honorar für Platini. "Wir bleiben zuversichtlich", teilte Blatters amerikanischer Anwalt Richard Cullen am Dienstag mit. Es gebe keinen Beweis für korruptes Verhalten. Der Franzose Platini möchte unbedingt recht behalten, um rechtzeitig vor der EM-Endrunde in seinem Heimatland (10. Juni bis 10. Juli) auf den UEFA-Chefsessel zurückzukehren.
Blatters Kampf an zwei Fronten
Für Blatter zeichnet sich unterdessen ein Kampf an zwei Fronten ab. Denn mittlerweile soll die Ermittlungskammer neue Untersuchungen gegen den Walliser wegen mutmaßlicher Verletzung seiner Kontrollpflicht gegenüber dem suspendierten Generalsekretär Jerome Valcke vorbereiten.
Valcke, einst Blatters rechte Hand, soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler beim Ticketverkauf für WM-Endrunden persönlich bereichert haben. Zeugen zufolge hatte der 55-Jährige außerdem im Rahmen von Verhandlungen schon vor der Vergabe der WM-Endrunde 2022 an Katar erklärt, dass der Zuschlag für den Wüstenstaat bereits feststehen würde. Für Valcke haben die Ethik-Fahnder eine neunjährige Sperre beantragt.
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