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ManU-Stars im Interview
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Publiziert 01/05/2012 um 10:58 GMT+2 Uhr
Im Interview der Woche sprechen die beiden "Urgesteine" Ryan Giggs und Paul Scholes über Trainer Sir Alex Ferguson, Manchester United und die englische Nationalmannschaft bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Die Fragen stellte kein Geringer als Frankreichs Ex-Nationalkeeper Fabien Barthez.
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Fotocredit: Eurosport
Das Interview führte Fabien Barthez
Sie haben ihre Karriere vor 20 Jahren in Manchester begonnen. Was bedeutet Manchester für Sie, und wie haben Sie es geschafft, 20 Jahre im gleichen Verein zu bleiben? Das ist sehr selten.
Ryan Giggs: Ich war schon immer Fan von Manchester United. Ich war 17, als ich zum ersten Mal für United gespielt habe. Man versucht in die erste Mannschaft zu kommen, ein Stammspieler zu werden, Tore zu schießen, Pokale zu gewinnen. Ich hatte auch Glück, dass ich 20 Jahre den gleichen Trainer hatte. Wenn der Trainer gewechselt hätte, wäre ich vielleicht nicht mehr hier.
Paul Scholes: Auch ich war schon als Jugendlicher ein ManUnited-Fan. Also sehe ich mich einfach nur als Glückspilz. Wir hatten viel Glück, in einer Gegend mit einem so großen Klub zu wohnen. Wir haben versucht, gut genug zu sein, um für dieses große Team zu spielen.
Für Spieler ihres Kalibers gibt es immer eine Nachfrage. Sie müssen doch Angebote bekommen haben wegzuziehen und für andere Vereine zu spielen?
Scholes: Ich nicht. Ich weiß nicht warum. Ich habe mich nie mit dem Gedanken befasst, und ich brauchte es auch nicht. Ich wollte in dieser Gegend spielen und für den größten Klub der Welt.
Giggs: Als Fußballspieler sucht man die Herausforderung. Und jede Saison bei Manchester United ist eine Herausforderung. Wenn man in einer Mannschaft spielt, die nichts gewinnt, will man vielleicht zu einem anderen Team gehen und Pokale gewinnen. Aber in Manchester will man jedes Jahr die Meisterschaft und die Champions League holen. Und wenn man nichts gewonnen hat, will man es sich eine Saison später erkämpfen. Es gibt jedes Jahr eine neue Herausforderung, und das ist es, was man will.
Ist es nach 20 Jahren immer noch das gleiche Gefühl die Meisterschaft zu gewinnen?
Scholes: Ja, es ist das gleiche Gefühl. Wir wollen die Meisterschaft gewinnen und wir haben sie noch nicht sicher. Man kann noch so viele Trophäen gewinnen, die nächste ist immer die wichtigste.
Giggs: Ich glaube, egal wie viel man errungen hat, man vergisst das immer und schaut nach vorne. Wenn das Karriereende naht , denkt man, dass es die letzte Chance sein könnte, etwas zu gewinnen. Es ist genauso besonders, wie wenn man 18 oder 19 ist.
Was ist Ihre aktuelle Aufgabe im Team? Was möchte Ferguson von Ihnen? Welche besondere Rolle spielen Sie noch?
Giggs: Unsere Rolle hat sich verändert. Es gibt den Cheftrainer, den Trainerstab und die erfahrenen Spieler, zu denen man aufblickt. Wenn man ein lautstarker Mensch ist, dann redet man viel, und wenn man eher ruhig ist, dient man trotzdem als Vorbild. Die Nachwuchsspieler müssen zum Beispiel nur Zuschauen, wie Scholes spielt und trainiert, und lernen viel.
Glauben Sie, dass sich die letzten zehn Jahre etwas im Fußball verändert hat?
Giggs: Ja, das hat es. Es ist völlig anders, als wir damals angefangen haben. Als wir begannen, mussten wir Stiefel putzen, das Stadium sauber machen usw. Wir haben das alles getan. Jetzt müssen die jungen Spieler das nicht mehr machen. Es ist viel Geld im Spiel.
Glauben Sie, dass das gut ist?
Giggs: Es ist eben unsere Kultur. Es ist sehr schwer, sich mit Agenten zu einigen. Die Vereine mit viel Geld wollen die besten Spieler möglichst jung, und sie bezahlen das Geld. Die Spieler werden nicht "Nein" sagen. Ich weiß nicht, wie man es stoppen kann. Ich weiß nicht, wie man dahin zurückgehen kann, wo wir angefangen haben, wo man sich das Geld noch verdienen musste, bevor man etwas erreicht hat. Heutzutage wird man nur noch bezahlt. Man kriegt das große Geld, bevor man irgendwas tut.
Wie lange möchten Sie noch weiterspielen, und was möchten Sie nach Ihrer Karriere machen?
Scholes: Ich weiß es nicht. Ich habe mich als Trainer versucht, aber ich war nicht bereit dafür und bin als Spieler zurückgekommen. Vielleicht werde ich in ein paar Jahren noch einmal mein Glück versuchen.
Giggs: Ich habe für nächstes Jahr unterschrieben, also werde ich zumindest nächste Saison noch spielen. Ich fühle mich gut, und ich spiele mit guten Profis. Der Trainer ist der Beste, er weiß, wie man auf mich aufpasst. Ich weiß noch nicht, was ich in der Zukunft mache. Ich könnte mir eine Arbeit als Trainer oder im Management vorstellen.
Die EURO 2012 steht vor der Tür. Wie beurteilen Sie die Chancen für England?
Scholes: In einem großen Turnier erwarten unsere Landsleute, dass wir gewinnen. Es funktioniert aber nicht immer, wie wir wollen. Das haben wir die letzten paar Jahre und Turniere festgestellt. Ob wir den richtigen Trainer haben, wird vermutlich darüber entscheiden, wie weit wir kommen. Ich glaube, die Spieler haben es drauf und es könnte ein unterhaltsames Turnier werden. Ich hoffe nur, wir machen es richtig und schlagen Frankreich.
Was für eine Beziehung haben Sie zu Alex Ferguson als die Säulen seiner Mannschaft? Ist es eine Vater-Sohn-Beziehung?
Giggs: Für mich hat sich die Beziehung geändert. Ich kenne ihn seit ich 13 oder 14 bin. Während meiner Karriere hat er mir mehr geholfen, als jede andere Person. Nun bespricht er mit mir die Taktik und welche Mannschaft spielen wird. Wir sind erfahrene, ältere Spieler. Da hat sich viel verändert.
Beschreiben Sie Manchester United in einem Wort.
Scholes: Unglaublich.
Video - Bayern macht Champions-League-Finale perfekt
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