Muambas Zustand kritisch

Der Zustand von Fabrice Muamba ist weiter kritisch. Der Fußballer von den Bolton Wanderers muss nach seinem Herzstillstand während des Pokalspiels gegen Tottenham Hotspur noch mindestens 24 Stunden im künstlichen Koma bleiben. Krankenhaus und Klub bestätigten aber, sein Herz würde wieder schlagen.

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Fotocredit: Eurosport

In einer gemeinsamen Mitteilung des Vereins und des London Chest Hospitals hieß es:
"Fabrice Muambas Zustand ist weiterhin kritisch. Er bleibt auf der Intensivstation des Zentrums für Herzanfälle im London Chest Hospital. Fabrice hat auf dem Feld und auf dem Weg ins Krankenhaus, wo sein Herz schließlich wieder zu schlagen begann, umfangreiche Wiederbelebungsmaßnahmen erhalten."
Die Maßnahme, Muamba weiterhin im künstlichen Koma zu belassen, sei in einem solchen Fall gängige Praxis.
"Es ist sehr ernst. Er braucht Gottes Hilfe", sagte der tief betroffene Bolton-Trainer Owen Coyle.
Plötzlicher Zusammenbruch
Der 23 Jahre alte Muamba war im Pokal-Viertelfinale am Abend zuvor ohne Einwirkung eines Gegenspielers plötzlich zusammengesackt. Mehrere Ärzte versuchten, ihn auf dem Feld wiederzubeleben. Das Viertelfinale wurde beim Stand von 1:1 abgebrochen.
Mit dem Titel "Horror an der White Hart Lane" beschrieb der "Independent on Sunday" die Szenen, die sich auf dem Platz abgespielt hatten. Muamba hatte mit dem Kopf auf dem Rasen nahe des Mittelkreises leblos gelegen. Eine Handvoll Mediziner stürmte auf das Feld und versuchte sowohl per Mund-zu-Mund-Beatmung als auch mit einem Defibrillator Muambas Leben zu retten. Eine Atemmaske wurde ihm aufgesetzt.
Seine Teamkollegen um den Ex-Bremer Ivan Klasnic ebenso wie Gegenspieler versammelten sich um den beim FC Arsenal ausgebildeten Mittelfeldspieler. Manche weinten, andere hielten sich die Hand vors Gesicht oder beteten.
Seit Cech sind Ärzte Pflicht
In der Premier League und im FA-Cup ist es seit 2007 Pflicht, dass Ärzte für den Notfall in jedem Stadion sind. Chelseas Torwart Petr Cech hatte sich damals am Kopf verletzt und in der Kabine rund 30 Minuten auf Mediziner warten müssen. "Das kann auf dem Platz passieren und deshalb bestehen wir darauf, dass alle jungen Spieler sich Herzuntersuchungen unterziehen", sagte Gordon Taylor, Chef der englischen Spielergewerkschaft PFA. Die "BBC" ging allerdings zunächst davon aus, dass trotz Untersuchung bei Muamba eine angeborene Herzschwäche unerkannt geblieben sein könnte.
Muamba wurde nach rund zehn Minuten Behandlung auf einer Trage aus dem Stadion gebracht. Nach Momenten der entsetzten Stille sangen Anhänger beider Teams seinen Namen. Referee Howard Webb hielt Rücksprache mit Spielern sowie Coyle und Spurs-Coach Harry Redknapp. Kein Profi soll sich in der Lage gefühlt haben, weiterzuspielen - daraufhin brach der Schiedsrichter die Partie ab.
Die Fußball-Welt rückt zusammen
Die Tragödie an der White Hart Lane führte die Fußball-Welt in Betroffenheit zusammen. Spurs-Star Rafael van der Vaart erklärte nach der Partie: "Wir alle beten für ihn." Englands Nationalstürmer Wayne Rooney twitterte: "Immer noch im Schock." Vincent Kompany von Manchester City, selbst mit kongolesischen Wurzeln, meinte: "Er ist zu jung zum Sterben".
Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter zeigte sich betroffen: "Meine Gedanken sind bei ihm und seiner Familie." Muambas Profikollegen riefen zu Gebeten für den beliebten Nachwuchsprofi auf. "Ich denke, ich spreche für alle Fußballer auf der Welt: Wir sind bei dir Fabrice Muamba", teilte Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand mit. "Wenn Fußball auf einmal egal ist", titelte Englands Boulevard-Blatt Nummer eins, die "Sun".
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