Schalke feuert Rutten

Der FC Schalke 04 hat Cheftrainer Fred Rutten mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Bundesligisten, Josef Schnusenberg, teilte dies dem 46 Jahre alten Niederländer in einem "sehr sachlichen und teilweise auch emotionalen Gespräch" am Donnerstagabend mit.

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Der verbliebene Trainerstab mit Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck wird vorübergehend das Training leiten, teilte Schalke 04 mit.
Rutten hatte sein Amt auf Schalke am 1. Juli 2008 angetreten und besaß einen Vertrag bis Sommer 2010. Grund für die vorzeitige Trennung ist Erfolglosigkeit: Die Knappen sind in der Qualifikation zur Champions League ausgeschieden und in der Gruppenphase des UEFA-Cups sowie im Viertelfinale des DFB-Pokals gescheitert. In der Bundesliga rangiert das Team lediglich auf Platz acht.
Rutten gab sich zunächst noch kämpferisch
Obwohl über die vorzeitige Entlassung kaum noch Zweifel bestanden hatte, teilte der Niederländer zunächst nur mit, dass Schalke ihn in der kommenden Spielzeit nicht mehr als Trainer haben wolle. "Peter Peters hat mir in den vergangenen Tagen gesagt, dass ich in der nächsten Saison nicht mehr Trainer sein werde", sagte er nach Gesprächen mit seinem Geschäftsführer, gab sich aber am frühen Nachmittag noch kämpferisch. "Ich bin nicht mit dem PSV Eindhoven im Gespräch, sondern konzentriere mich auf meine Sache mit Schalke", sagte er. Schalke sei "ein super Verein und hat ein sehr großes Potenzial. Es macht mir immer noch Spaß, hier zu arbeiten".
Neun Spieltage vor dem Bundesliga-Ende stehen die einst hoch ambitionierten Schalker endgültig vor einem Scherbenhaufen: Manager Andreas Müller seit mehr als zwei Wochen weg, der Trainer nach einigem Hickhack ebenfalls abgesetzt - die Verantwortlichen um Schnusenberg müssen einen Problemberg abtragen. Der kommende Manager, der möglicherweise Oliver Kahn heißt und den die Königsblauen laut Zeitplan schon in dieser Woche präsentieren wollen, hat enorme Herausforderungen zu bewältigen.
Neuaufbau mit jungen und hungrigen Kräften
Schnusenberg hatte bereits am Dienstag finanzielle Einschnitte und personelle Veränderungen angekündigt. Man werde "um einige Leistungsträger herum eine junge und hungrige Mannschaft aufbauen. Die Jugend spielte auf Schalke immer eine große Rolle. Diesen Trend wollen und müssen wir fortsetzen", lautet die Prämisse des 68-Jährigen vor dem Neuaufbau, der spätestens mit dem Ende der aktuellen Saison einsetzen soll.
Schalkes früherer Manager Rudi Assauer ging mit der Führung des Krisenclubs derweil hart ins Gericht. "Die Verantwortlichen von Schalke 04 sind im Moment ein bisschen kopflos", sagte der 64-Jährige der "Nordwest-Zeitung". "Sie haben große Schwierigkeiten, alles wieder einigermaßen zurückzuholen. Das heißt in Form von Klasse, Spielen und Gewinner-Mentalität." Assauer bezeichnete den Status quo als "Katastrophe".
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