Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg: Irgendwas zwischen Messias und Notlösung

Überraschend trat Martin Schmidt als Trainer des VfL Wolfsburg zurück, hinterließ eine Lücke, die die Niedersachsen mit Bruno Labbadia nicht nur füllen, sondern nachdrücklich ausbessern wollten. Gegen den FSV Mainz 05 saß der Neu-Coach das erste Mal auf der Bank, konnte seine Elf beim 1:1 (1:1) allerdings nicht zum ersten Sieg unter seiner Leitung führen. Labbadias Ideen waren aber erkennbar.

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Fotocredit: Eurosport

Am Dienstagmittag hatte sich der VfL Wolfsburg mit Bruno Labbadia auf die Nachfolge des zurückgetretenen Martin Schmidt geeinigt. Drei Tage blieben dem Fußballlehrer, um den "Wölfen" seine Spielidee einzuimpfen und auf die Auswärtspartie beim direkten Abstiegskonkurrenten FSV Mainz 05 vorzubereiten.
Labbadia selbst weiß um die Größe seiner Herausforderung, sagte im Vorfeld der Partie im Interview mit Eurosport:
Damit nahm der Neu-Coach das Wort "Abstiegskampf" zwar nicht in den Mund, umschrieb es aber formgerecht – sein Wolfsburger Kontrakt ist sowohl für die 1. als auch die 2. Bundesliga gültig. Labbadia forderte vor seinem Debüt "gute Organisation und Kompaktheit" und reagierte personell und taktisch auf eigene Vorgaben.

VfL Wolfsburg mit taktischen Umstellungen

Neben Josuha Guilavogui fand sich Riechedly Bazoer überraschend in der ersten Elf wieder – sollte so defensive Stabilität erzeugen. Zudem ließ Labbadia mit hohen Außenverteidigern agieren, um die offensive Durchschlagskraft zu erhöhen. Mit Erfolg, wie der zwischenzeitliche 1:0 Führungstreffer verriet. Der aufgerückte William bekam den Ball tief auf der linken Seite, flankte anschließend in die Mitte. Josip Brekalo war zur Stelle und verwandelte in der 6. Minute.
Dass die taktische Vorgabe zwar erkennbar und teilweise durchaus mit Erfolg, allerdings nicht in Fülle umgesetzt wurde, machte sich jedoch ebenfalls bemerkbar. Gegen den Ball war der defensive Zugriff zu zaghaft – Hauptgrund dafür, dass die Mainzer in der 44. Minute durch Yoshinori Muto zum Ausgleichstreffer und 1:1 (1:1)-Endstand kamen.
Auf Labbadia wartet noch eine Menge Arbeit. Rückendeckung bekommt der Trainer dabei von Eurosport-Experte Matthias Sammer: "Seine Mannschaften haben funktioniert, sie waren fit, er hatte eine Spielidee. So in der ganzen Art und Weise ist es eine gute Entscheidung und Chance für den VfL Wolfsburg."
Sammer ergänzte:
Auch VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe unterstrich: "Wir freuen uns, dass er so kurzfristig bereitstand und diese schwierige Situation übernimmt. Man merkt förmlich, dass er brennt."

Bruno Labbadia hat einen "Heidenrespekt"

Sein erstes Spiel in Mainz kann als Wegweiser interpretiert werden, wohlwissend, dass taktische Umsetzung und spielerische Ideen erst im Laufe der Zeit in der Mannschaft Anklang und Umsetzung finden. Labbadia gab sich vor der schwierigen Aufgabe respektvoll:
Mit dem Punktgewinn in Mainz holten die "Wölfe" zwar nicht das Traumergebnis, hielten die 05er aber auf Distanz. Spielerisch ist eben Luft nach oben, das Fundament für dieses Erreichen allerdings vorhanden. Sammer sagte nach der Partie: "Kampf, Basis und Leidenschaft sind gegeben." VfL-Profi Paul Verhaegh ließ verlauten: "Ich glaube, der Trainer hat einen klaren Plan und hat uns gut eingestellt."
Labbadia selbst sagte bei Eurosport:
Arbeit kommt in den nächsten Tagen auch auf Labbadia zu. Am nächsten Spieltag wartet Bayer Leverkusen auf den VfL Wolfsburg.
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