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FC Bayern: Kingsley Coman oft nur Ersatz, Franck Ribéry wieder Stammspieler

Coman wieder eingebremst: Und ewig grüßt der alte Franck

11/02/2018 um 23:22Aktualisiert 12/02/2018 um 07:09

Der FC Bayern marschiert in dieser Saison in allen Wettbewerben von Sieg zu Sieg. Ein Münchner, der in der Hinrunde für Furore und viele Bayern-Erfolge sorgte, sitzt in der zweiten Saisonhälfte trotz starker Leistungen oft nur auf der Bank. Kingsley Coman hat seinen Platz in der ersten Elf an den französischen Landsmann Franck Ribéry verloren. Nun steht die Frage nach dem Warum.

Zuletzt im DFB-Pokal gegen Paderborn durfte Kingsley Coman auf dem linken Flügel des FC Bayern von Beginn an zaubern und ließ Mitspieler, Fans und Verantwortliche mit der Zunge schnalzen.

    Der junge Franzose lieferte eine nahezu perfekte Vorstellung, gab zwei Scorerpunkte und wurde anschließend für seine Darbietung zum Spieler des Spiels gewählt. Vier Tage später war der Hype um seine Person vorbei, gegen Schalke nahm Coman seinen mittlerweile gewohnten Platz auf der Bayern-Bank ein.

    Gewohnt, weil der Franzose in dieser Rückrunde seinen Stammplatz an Landsmann Franck Ribéry verlor. Gegen die "Knappen" wurde Coman erst spät in der zweiten Halbzeit eingewechselt, kam auf magere 13 Spielminuten.

    Zu wenig für den jungen Flügelflitzer – und das in vielerlei Hinsicht. Zum einen, um in den so wichtigen Spielrhythmus zu kommen und zu bleiben. Zum anderen, um infolgedessen seine eigene Entwicklung kontinuierlich fortzusetzen.

    Coman oft nur zweite Bayern-Wahl

    Coman ist mit seinen 21 Jahren ein sehr junger Spieler, der es trotz seines Alters schafft, extreme Qualität zu zeigen und dem Spiel der Bayern seinen Stempel aufzudrücken – wenn er denn spielt.

    Das ist die Krux dieser Geschichte. Coman liefert, wenn er darf. Dann gehört er zu den stärksten Akteuren. In der Rückrunde bleibt der Nachwuchshoffnung in der Regel jedoch nurmehr der Platz auf der Bank. Das Pokalspiel in Paderborn (6:0) und die Bundesliga-Partie gegen Hoffenheim (5:2) waren die einzigen Duelle in der Rückrunde, in denen Coman in der Startaufstellung stand – bittere Wahrheit für den Franzosen.

    Kingsley Coman sitzt auf der Bank

    Kingsley Coman sitzt auf der BankGetty Images

    Dabei lief in der ersten Saisonhälfte alles nach Plan. Coman hatte seinen festen Platz im Münchner Star-Ensemble und rechtfertigte diesen meist mit großartigen Leistungen, lieferte insgesamt starke elf Scorerpunkte. Bayern-Trainer Jupp Heynckes sagte über seinen Spieler zuletzt:

    "Kingsley hat eine sehr gute Zukunft vor sich. Er ist ein Garant für spätere Jahre. Vielleicht wird er irgendwann mal ein absoluter Führungsspieler."

    Zukunft. Vielleicht. Irgendwann. Heynckes machte deutlich, dass Coman für ihn in der Gegenwart kein essentieller Faktor des Bayern-Spiels ist. Der Trainer setzt (wieder) eher auf Ribéry und Arjen Robben, womit er Comans Entwicklung die Tür zumacht.

    Ribéry ist längst über dem Zenit

    Dabei stellt sich die Frage, welchen Mehrwert Heynckes in der besonderen Berücksichtung von Ribéry sieht. Wahrlich gehörte er zu den besten Fußballern der Welt, wurde nicht umsonst 2013 zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. Doch diese Zeit liegt fünf Jahre zurück, der 34-Jährige hat seinen Zenit längst überschritten.

    In München diskutieren sie noch über eine mögliche Vertragsverlängerung, auf dem Platz sieht man, weshalb es überhaupt Debatten gibt. Ribéry hat bei Bayern ein beachtliches Standing und zeigt teilweise noch immer gute Leistungen. Zu oft macht sich allerdings sein Alter bemerkbar. Spielwitz, Schnellig- und Spritzigkeit bleiben zunehmend auf der Strecke.

    Arjen Robben (l.) und Franck Ribéry

    Arjen Robben (l.) und Franck RibéryImago

    Sinn macht eine Vertragsverlängerung trotzdem – Ribéry hat nach wie vor erhöhte Qualitäten. Doch stellt er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters einfach keine Bayern-Zukunft dar. So ehrlich muss man sein.

    Coman lobt Bayern-Coach Heynckes

    Coman hingegen beweist, dass er den Ribéry-Fußstapfen gewachsen ist und bekommt selbst Zuspruch seines Flügel-Konkurrenten:

    "Bisher macht es King in dieser Saison gut, das ist super für die Mannschaft. King ist aber noch jung und braucht noch ein bisschen mehr Erfahrung. Die Saison ist lang, und ein Spieler kann nicht 50 Spiele mit 100 Prozent absolvieren."

    Dennoch muss sich Coman unter Heynckes in der Rückrunde hinten anstellen und auf seine Chancen lauern. Kein einfaches Unterfangen für einen jungen Spieler, der bereits an das Startelf-Feeling gewöhnt war.

    Trotz seines Team-Rankings hinter Ribéry hat Coman für Trainer Heynckes nur positive Worte übrig: "Er ist ein sehr starker Trainer, einer der besten, die ich bisher hatte. Er gibt mir viele Tipps, macht Verbesserungsvorschläge. Er arbeitet an Kleinigkeiten, versucht viel zu helfen."

    Helfen würde es auch Coman und Bayern, wenn Heynckes in Zukunft – für die Münchner Zukunft – wieder von Beginn an auf den 21-Jährigen setzen würde.

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