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HSV-Hoffnung zerbricht in Bremen
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Publiziert 19/04/2015 um 17:23 GMT+2 Uhr
Der Hamburger SV trudelt weiter haltlos dem Abstieg entgegen. Im Nordderby bei Werder Bremen kassierte der HSV die fünfte Niederlage in Serie und bleibt damit auch nach dem 29. Bundesliga-Spieltag Tabellenletzter. Franco di Santo (84.) sorgte per Foulelfmeter für den 1:0 (0:0)-Erfolg der Bremer, die auf Rang sieben ihrerseits wieder die internationalen Plätze ins Visier nehmen können.
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Die Lehren:
Franco Di Santo erhielt nicht nur Bremens Chancen aufs internationale Geschäft am Leben, er vermieste auch das Trainer-Debüt von Bruno Labbadia beim HSV. Trotz einer weitgehend uninspirierten Vorstellung reichte es für Werder zum ersten Sieg seit fünf Spielen. Die Gastgeber, die mit Koen Casteels im Tor antraten, hatten zwar mehr Ballbesitz, konnten sich aber kaum Chancen herausspielen. Erst in der Schlussphase zogen die Werderaner das Tempo ein klein wenig an und verdienten sich damit den Sieg zumindest ein bisschen – eigentlich wäre 0:0 das gerechte Ergebnis für dieses chancenarme Spiel gewesen. Werder springt mit dem Sieg auf Rang sieben, der dank der Konstellation im DFB-Pokal zur Teilnahme an der Europa League ausreichen könnte. Am kommenden Wochenende kann die Skripnik-Elf beim SC Paderborn nachlegen.
Der HSV ist auch unter Labbadia ein Dauerpatient. Kaum Aktionen in der Offensive, kein Zug zum Tor – immerhin haben die Gäste die Defensive stabilisiert bekommen. Labbadia wird viel Arbeit haben, um die Ordnung hinten beizubehalten und dennoch im Angriff mehr Schwung ins Spiel der Rothosen zu bekommen. Der sechsmalige deutsche Meister hatte zudem Glück, dass Kapitän Rafael van der Vaart in der ersten Hälfte nach einem Foul an Jannik Vestergaard nicht die Rote Karte sah und Werder ein weiterer möglicher Foulelfmeter (51.) für Zlatko Junuzovic verweigert wurde. Nach der Pleite bleibt die Labbadia-Elf erst einmal Schlusslicht und muss schleunigst zusehen, wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln. Am besten schon beim nächsten Heimspiel gegen den FC Augsburg – der rotgesperrte Valon Behrami wird dabei fehlen. Ansonsten wird es den großen Liga-Dino doch noch erwischen mit dem schweren Gang in die Zweitklassigkeit.
Die Stimmen:
Thomas Eichin (Manager Weder Bremen): "Das war ein typisches 0:0-Spiel. Wir waren aber die klar bessere, dominantere Mannschaft."
Clemens Fritz (Werder Bremen) zur Vertragsverlängerung: "Das wird bald kommen. Die Unterschrift steht noch nicht."
Heiko Westermann (HSV): "Es ist ein absoluter Witz, da Rot zu geben. Den Elfmeter kann man pfeifen, aber ist das Rot? Stark war ein klarer Heimschiedsrichter."
Valon Behrami (HSV): "Es war keine Rote. Drei Mitspieler standen auf gleicher Höhe."
Die Höhepunkte:
29. Die Riesenchance für Zoltan Stieber! Der Stürmer wird im Strafraum freigespielt, fackelt nicht lange und zieht aus 13 Metern direkt ab. Der Schuss mit vollem Risiko fliegt wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Durchatmen, Werder.
43. Jetzt mal eine Werder-Chance! Der HSV greift an, Bremen kontert: Fitz bedient Di Santo, der sich gegen Ostrzolek durchsetzt und ins Sturmzentrum flankt. Dort steht Davie Selke parat und nimmt den Ball volley - und jagt ihn damit gnadenlos drüber.
81. Was für eine Chance! Öztunali nimmt Maß und trifft aus gut 16 Metern halblinke Position den Ball volley genau richtig. Adler macht sich ganz lang und kratzt ihn noch aus dem Eck. Fast die Führung für Bremen!
82. Elfmeter für Bremen und Platzverweis für Behrami! Junuzovic wird im Strafraum bedient und geht im Zweikampf mit Behrami zu Boden – klare Sache! Der Hamburger muss außerdem mit Glatt Rot vom Feld, weil er letzter Mann war. Eine harte Entscheidung, da noch ein zweiter HSV-Abwehrspieler in der Nähe postiert war.
83. TOOOR für Bremen! Di Santo bleibt vor dem Kasten eiskalt und versenkt den fälligen Strafstoß hoch in die rechte Ecke. Torhüter Adler ist machtlos - jetzt führen die Hausherren 1:0.
Der Kracher: Werder, König der Standards
Franco Di Santo erlöste Bremen mit seinem Elfmetertor in der Schlussphase. Damit war es wieder eine Standardsituation, die das Spiel gegen den HSV zugunsten der Werderaner entschied: Es war bereits das 20. Tor nach einem Standard – der Topwert in der Liga. Und es war ein Jubiläum: Es war Bremens 500. Bundesliga-Heimsieg.
Im Abseits: Labbadias Auftaktpleite
Während seiner ersten Amtszeit beim HSV, bei Darmstadt, Fürth, Leverkusen – wo Labbadia ebenfalls anheuerte - konnte er immer das erste Spiel gewinnen. Diesmal gab’s die bittere Pleite zum Start und damit die Gewissheit, dass es ganz schwer wird im Kampf um den Klassenerhalt.
Die Statistik: 1
Der SV Werder Bremen hat mit dem Sieg gegen den HSV eine peinliche Durststrecke beendet. In den letzten fünf Duellen mit dem jeweiligen Liga-Schlusslicht konnte Bremen nicht gewinnen. Das gelang den Grün-Weißen zum letzten Mal 2011 – gegen den HSV.
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