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Knäbel bleibt vor HSV-Debüt cool
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Publiziert 03/04/2015 um 14:48 GMT+2 Uhr
Der Hamburger SV steht wieder einmal am Abgrund zur 2. Liga. Peter Knäbel blödelte aber wie immer und freute sich über seinen Scherz. "Ich freue mich, dass ich den Platz mit dem besten Blick auf das Feld habe", sagte der 48-Jährige vor seinem Start in die schwierige "Mission Klassenerhalt" und grinste breit. Nervosität? Fehlanzeige.
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Interimstrainer Knäbel, eigentlich Sportchef beim stark abstiegsgefährdeten Hamburger SV, bleibt vor seinem Debüt als Bundesliga-Coach mehr als nur gelassen. Den Nachfolger des erfolglosen Joe Zinnbauer kann vor der Partie beim Tabellenvierten Bayer Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr im Liveticker) nichts aus der Ruhe bringen - auch nicht die Spekulationen um Wunschtrainer Thomas Tuchel. "Ich habe kein Problem, wenn über einen guten Nachfolger von mir spekuliert wird", sagte Knäbel.
Und er zeigte sich auch risikofreudig. Denn gegen die Rheinländer wird Rene Adler erstmals seit September vergangenen Jahres in einem Auswärtsspiel wieder von Beginn an für den HSV zwischen den Pfosten stehen. Adlers Rivale Jaroslav Drobny, der im März seinen Platz im Tor wegen eines Platzverweises an Adler verloren hatte, bleibt nun bis zum Saisonende die Nummer zwei hinter dem Ex-Nationalkeeper.
"Keine Zeit für Ablenkungsmanöver"
Unter der Woche hatten die Hanseaten den ehemaligen Mainzer Coach Tuchel regelrecht hofiert, angeblich lockt der Bundesliga-Dino den in der ganzen Republik begehrten Fußball-Trainer mit einer satten Millionen-Gage und weitreichenden Kompetenzen für einen Neuanfang. "In meiner alltäglichen Arbeit spielt das überhaupt keine Rolle", sagte Knäbel: "Ich habe keine Zeit für Ablenkungsmanöver."
Schließlich muss der "Cheftrainer wider Willen" erst einmal den ersten Abstieg der 128-jährigen Vereinsgeschichte verhindern, damit der Traum von Tuchel überhaupt Realität werden kann. Denn der einst stolze HSV steht nach sechs Spielen ohne Sieg und kümmerlichen 16 Toren mal wieder am Abgrund zur 2. Liga. "Es geht um alles, das wissen wir", sagte Kapitän Rafael van der Vaart.
Um doch noch irgendwie die Klasse zu halten, setzt Knäbel auf mutigen Offensiv-Fußball. "Zwei Stürmer sind eine echte Option für uns", sagte er. Die Angreifer Ivica Olic und Pierre-Michel Lasogga befänden sich beide "im Steigerungslauf Richtung Top-Form". Knäbel forderte: "Wir brauchen eine größere Präsenz und mehr Entschlossenheit im Strafraum."
Klassenerhalt mit Peter und Peter
Während die HSV-Verantwortlichen um Klubchef Dietmar Beiersdorfer von ihrem Drahtseil-Akt mit Knäbel überzeugt sind, muss sich der Klub wegen des Trainer-Chaos auf Twitter verspotten lassen. Dort treibt ein imaginärer Knäbel namens "knäbelpeter" sein Unwesen und unterhält die Internet-Gemeinde mit kecken Sprüchen: "Die Idee mit Leiharbeitern als Trainer finde ich gut. Spontane Trainerwechsel ohne Abfindungen." Oder: "So. Erstes Training. Habe mich für gelbe Leibchen entschieden. Neid fördert Willen. Steht hier im Buch."
Um Knäbels mangelnde Erfahrung auszugleichen, haben die Hamburger Co-Trainer Peter Hermann verpflichtet. Der ehemalige Vertraute von Jupp Heynckes brachte sich in den Übungseinheiten auch schon selbstbewusst ein. "Die Zusammenarbeit ist so, wie ich mir das erträumt habe", sagte Knäbel. Zudem dürfte Hermann über Insiderwissen über den Gegner verfügen - der 63-Jährige stand 21 Jahre auf der Lohnliste in Leverkusen.
Olic, der nach seinem Winterwechsel immer noch auf sein erstes HSV-Tor wartet, will jedenfalls fest an die Rettung glauben. "Ich habe gleich einen neuen Geist gespürt, der durch die Räume ging", sagte der Kroate der Bild-Zeitung: "Mit Peter und Peter schaffen wird den Klassenerhalt, wir bleiben drin." Und wenn nicht, hatte Knäbel immerhin die beste Sicht auf die historische Schmach.
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