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Mainz: "Konstrukt wird nicht zerfallen"
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Publiziert 01/03/2015 um 09:57 GMT+1 Uhr
Martin Schmidt brauchte im Kampf gegen seine Reibeisenstimme erst einmal eine kühle Cola, dann hauchte der vollkommen heisere Trainer des FSV Mainz 05 seine Prophezeiung in das Mikrofon vor ihm. "Das Konstrukt wird durch diese Niederlage nicht zerfallen", sagte der neue Coach der Rheinhessen nach dem unglücklichen 0:2 (0:0) bei 1899 Hoffenheim - seiner ersten Pleite in der Fußball-Bundesliga.
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Eine Woche nach Schmidts Premierensieg (3:1 gegen Eintracht Frankfurt) wurde am 23. Spieltag im Kraichgau klar, dass die Bäume für den FSV auch unter dem Schweizer nicht in den Himmel wachsen werden. Obwohl der 47-Jährige an der Seitenlinie alles gegeben und fast durchgehend Anweisungen auf den Platz gebrüllt hatte, stand am Ende die erste Mainzer Bundesliga-Niederlage in Hoffenheim.
Kevin Volland (55.) und der Ex-Mainzer Eugen Polanski (76.) hatten mit ihren Treffern vor 24.310 Zuschauern dafür gesorgt, dass der FSV seinen 100. Sieg in der Eliteklasse verpasste. Die abstiegsgefährdeten Mainzer (25 Punkte) sind seit nunmehr zehn Auswärtspartien in Folge ohne Sieg. Schmidt ist zudem der erste Mainzer Coach, der sein erstes Spiel in der Fremde verloren hat.
Schmidt mit "aufbauenden" Sätzen
Dennoch musste der Trainer nicht aufgebaut werden. Die Profis brauchten Trost, denn die Pleite war vollkommen unnötig. "Ich bin in der Kabine reihum gegangen und hatte für jeden einen aufbauenden Satz", beschrieb Schmidt die Situation in der Umkleide.
Der Frust der Spieler war verständlich. Eine knappe Stunde lange waren die Gäste das klar bessere Team. Mainz konterte nach Ballgewinnen immer wieder überfallartig. Die Handschrift Schmidts, der an den Stil seiner Vorgänger Thomas Tuchel und Jürgen Klopp anknüpfen will, war klar zu erkennen. Von der ballorientierten Spielweise, die Ex-Trainer Kasper Hjulmand bevorzugte, war nichts mehr zu sehen.
Nichts zu sehen war trotz dieser Überlegenheit aber auch auf der Anzeigentafel. Der FSV vergab reihenweise gute Chancen - und wurde dafür von den international weiter ambitionierten Hoffenheimern (33 Zähler) bestraft. "Wir hätten in Führung gehen müssen, damit hätten wir den Tag einfacher für uns gestalten können", äußerte Schmidt.
"Das ist ärgerlich"
So sah es auch FSV-Präsident Harald Strutz: "Das ist wirklich ärgerlich", sagte der Klubchef: "Ich bin mit der Leistung zufrieden. Wir hätten was holen können." Auch Manager Christian Heidel weinte den vergebenen Möglichkeiten nach: "Wir haben vier, fünf hochkarätige Chancen nicht genutzt. Das ist das Einzige, was ich auszusetzen habe."
Heidel hätte allerdings auch mit dem Unparteiischen hadern können. Schließlich blieb die Pfeife von Peter Sippel (München) in der 59. Minute stumm, obwohl TSG-Innenverteidiger Ermin Bicakcic einen Schuss mit dem Ellbogen im Strafraum geblockt hatte. Schmidt nahm die Entscheidung wohltuend sportlich: "Der Schiedsrichter hat es so gesehen, damit ist das abgehakt für mich."
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