Stevens' Gelassenheit im Abstiegskampf

Keine Tore, kein Sieg, Tabellenletzter - doch von Abstiegspanik ist beim VfB Stuttgart weiterhin keine Spur. "Ich schaue nicht auf Statistiken, ich schaue auf heute und morgen", sagte Trainer Huub Stevens mit einer antrainiert wirkenden Gelassenheit und wiederholte, was er schon seit Wochen predigt: "Was gewesen ist, das ist nicht so wichtig. Der Stand nach 34 Spielen, der ist wichtig."

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Dabei sind die Zeichen vor dem Derby bei 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr im Ticker) alarmierend: Lediglich 20 Treffer in 20 Partien haben die Stuttgarter erzielt - noch nie war die Ausbeute der Schwaben zu diesem Zeitpunkt einer Saison so schlecht. In der Rückrunde ist der VfB als einzige Mannschaft neben Aufsteiger Paderborn ohne Tor. Nach Punkten war bisher nur Hoffenheims Ausbeute noch kümmerlicher.
Aus den bisherigen drei Spielen seit Wiederbeginn holte der VfB nur einen Zähler, der Absturz auf Rang 18 war da fast die logische Konsequenz. Die Kraichgauer verloren gar alle drei Begegnungen, nur waren die Eindrücke, die der Tabellensiebte hinterließ, zumindest phasenweise positiv. Stuttgart dagegen scheint besonders wegen der Torarmut derzeit ein Fall für Berufsoptimisten.
"Glauben Sie mir, der Zeitpunkt wird kommen"
Stevens sieht dennoch keinen Grund zu überdimensionaler Sorge. "Glauben Sie mir, der Zeitpunkt wird kommen, an dem wir wieder treffen", sagte der Niederländer trotzig: "Wir üben die Situationen im Training, nur müssen wir das jetzt auch im Spiel umsetzen. Ich kann sie ja nicht selbst reinschießen!" Geschlossenheit sei nötig. "Nur so kannst du damit umgehen: als Einheit."
Neuzugang Geoffroy Serey Dié, jüngst Afrika-Cup-Sieger mit der Elfenbeinküste, soll dabei möglichst bald schon vorangehen. Der Mittelfeldspieler wurde am Donnerstag in Stuttgart erwartet. Ob Dié bereits am Samstag im Kader steht, wollte Stevens nicht verraten. "Ich weiß, dass er sich gut fühlt. Du hoffst, dass der Junge mit seiner Art und Weise etwas geben kann. Wir haben ihn nicht umsonst verpflichtet", sagte der Coach immerhin.
Hoffenheim unter Druck
In Hoffenheim erhöht indes Trainer Markus Gisdol, einst Assistent von Stevens bei Schalke 04, den Druck auf die Mannschaft. "99 Prozent reichen nicht, um ein Spiel zu gewinnen. Wir müssen den letzten Schritt wiederfinden", sagte er, bangt allerdings um Kreativspieler Kevin Volland, Stürmer Ádam Szalai und Verteidiger Tobias Strobl, die alle angeschlagen sind. Mittelfeldspieler Eugen Polanski fehlt gelbgesperrt.
"Es wird ein sehr interessantes Spiel mit etwas mehr Brisanz. Das ist bei diesem Derby aber immer so", sagte Gisdol und warnte vor dem anderen VfB. Die schlechteste Heimelf der Liga steht nämlich in der Fremde auf Rang vier: "Der VfB hat auswärts oft ein gutes Gesicht gezeigt. Ich glaube auch nicht, dass Stuttgart absteigt." Das hat Gisdol mit Stevens gemeinsam.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Hoffenheim: Baumann - Beck, Strobl, Bicakcic, J.-S. Kim - Schwegler, Rudy - Volland, Roberto Firmino, Elyounoussi - Szalai
Trainer: Gisdol
Stuttgart: Ulreich - Schwaab, Baumgartl, Niedermeier, G. Sakai - Oriol Romeu, Serey Dié - Klein, Gentner, Hlousek - Ibisevic
Trainer: Stevens
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