Wolfsburgs Stürmer Bas Dost visiert 34 Tore in 34 Spielen an

Bas Dost war DER Angreifer der Rückrunde. Es gab eine Zeit, da traf der Wolfsburger alles. Danach war er wieder ein normaler Bundesligastürmer. Im Sommer verstärkte sich der VfL mit Max Kruse, das gefiel Dost überhaupt nicht. Es kursieren immer wieder Abwanderungsgerüchte. Vor dem Supercup gegen Bayern hat sich der Niederländer nun ein irres Saisonziel gesetzt - etwas Größenwahn inbegriffen.

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In dieser Phase, als er alles traf (wirklich alles), wurde Bas Dost zu einem Twitter-Phänomen. Die Meute war in Aufruhr: Es regnete Wortwitze, Kalauer und Hashtags, #DostFilme, #DostSongs.
Wird tatsächlich einmal ein Streifen über den Wolfsburger gedreht, könnte er so betitelt sein: "Als Bas Dost für drei Wochen ein Wunderstürmer war."
14 Rückrundentore erzielte der Schlaks, im Februar schwebte er auf einer Wolke: zwölf Treffer in sieben Partien, zwischendurch ein Doppelschlag in der Europa League. Dost machte nicht alles richtig, aber fast nichts falsch. Er stand dort, wo Stürmer immer stehen, wenn sie diesen "Lauf" haben, den Wissenschaftler nicht erklären können und Fußballtrainer erst recht nicht.
Dosts Ziel: 34 Spiele, 34 Tore!
Nun, vor der Saison 2015/16, setzt Dost in der "Sport-Bild" zu einer Ankündigung von beträchtlicher Selbstüberzeugung an: "Ich will in jedem Spiel treffen! Das ist mein Ziel."
Gerd Müller'sche Dimensionen? Oder plumper Größenwahn?
Seine Serie, die vom 30. Januar bis 1. März andauerte, mündete in sieben Bundesligaspielen ohne Tor. Nach dem 23. Spieltag traf Dost nur noch dreimal, im Cupfinale gegen Dortmund durfte er noch einmal jubeln. Der VfL wurde Vizemeister und Pokalsieger, und Dost sagt: "Die vergangene Saison ist überragend gelaufen. Aber am Ende war ich schon genervt, nicht die Torjägerkanone gewonnen zu haben." Drei Treffer fehlten schließlich auf Frankfurts Alex Meier.
"Hätte ich die komplette Saison gespielt, wäre die Kanone bestimmt an mich gegangen", behauptet der Angreifer, der die Problematik geortet hat: In der Hinrunde kam er lediglich sechsmal zum Zug, erzielte zwei Tore, zu wenig für einen Schützenkönig. "Ich war oft schlecht gelaunt", gesteht der 26-Jährige, "doch dann habe ich gemerkt, dass es nichts bringt, so zu denken."
Hecking: "Es fängt an, mich zu nerven"
Da wurden während der Sommerpause andere Verlautbarungen gestreut. Als Wolfsburg zwölf Millionen Euro für Max Kruse ausgab, einen Sturm-Konkurrenten aus Gladbach, keimten Abwanderungsgerüchte um Dost auf. Newcastle United soll Interesse bekundet haben, Klubs aus Spanien ebenso. Der Anreiz Champions League aber verleitete den 1,96-Meter-Mann zum Bleiben. Ansonsten wäre die Frage der Finanzen auf den Plan getreten.
"Wenn ich lese, dass Ablösesummen von zehn bis zwölf Millionen Euro für Bas genannt werden, kann ich nur auf Roberto Firmino verweisen. Man muss sich wohl an andere Zahlen gewöhnen, wenn man unsere Spieler wirklich haben will", betonte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs in den "Wolfsburger Nachrichten". Firmino wechselte für 41 Millionen Euro von Hoffenheim zu Liverpool.
Dost soll die Kruse-Verpflichtung als mangelndes Vertrauen in seine Qualitäten empfunden haben. Sein Stammplatz wackelt - und damit die Devise von 34 Tore in 34 Spielen. "Es fängt langsam an, mich zu nerven", erklärte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking vor kurzem in der "Bild", als es um Rückendeckung und Wertschätzung ging. Dost, sagte Hecking, habe "genug Vertrauen bekommen. Auch gute Leute sitzen mal auf der Bank."
Twitter wird's vernommen haben: "Dost in translation".
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