Hannover 96 will gegen den VfL Wolfsburg zweiten Sieg in Serie

Kampfansagen? Fehlanzeige. Breite Brust? Mitnichten. Schlusslicht Hannover 96 stapelt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga tief. Anstatt vor dem Derby gegen den ungeliebten Nachbarn VfL Wolfsburg medienwirksam die Aufholjagd auszurufen, dämpfte Trainer Thomas Schaaf allzu große Erwartungen.

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"Wir müssen Realist sein und dürfen uns keine Schlösser aufbauen", sagte Schaaf am Montag und warnte eindringlich davor, nach dem Stuttgart-Coup vom Gas zu gehen: "Ich bin nicht darauf geeicht zu glauben, dass die Wölfe im Moment nicht so bissig wären. Sie spielen nicht ohne Grund Champions League." Gegen Wolfsburg sei "alles gefragt".
Durch das überraschende 2:1 beim VfB Stuttgart, dem ersten Sieg unter Schaaf im sechsten Spiel, ist die Hoffnung beim Liga-Schlusslicht aber plötzlich zurück. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nur noch vier Punkte. Und mit einem Heimsieg gegen Wolfsburg, das von den letzten zehn Liga-Spielen nur eines gewonnen hat, könnte 96 die Rote Laterne - zumindest bis Mittwoch - an Hoffenheim abgeben.
sagte 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler und stellte vor dem Heimspiel gegen die Wölfe klar: "Es ist ein Derby - da ist alles möglich."

Hannover spürt Rückenwind

Die Stimmung, ob Schaaf es öffentlich zugeben mag oder nicht, hat sich gedreht in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Keiner spricht mehr von den zuvor acht Niederlagen hintereinander und dem drohenden ersten Bundesliga-Abstieg seit 14 Jahren - im Gegenteil: der Erfolg von Stuttgart gibt spürbaren Rückenwind für den Liga-Endspurt und sorgt für neues Selbstvertrauen. "Unserem Kopf tut es einfach gut, wieder etwas Zählbares in den Händen zu haben", so Nationaltorwart Zieler.
Für zusätzliche Zuversicht sorgt bei den Roten ein Blick in die Statistik: nur eines der letzten acht Spiele gegen den VfL ging verloren, fünfmal gewann 96.
sagte Zieler: "Aber in den vergangenen Jahren haben wir gegen sie immer ganz gut ausgesehen. Es ist allerdings auch klar, dass wir weiterhin einen harten Weg vor uns haben."

Internationaler Wettbewerb in Gefahr

Vor einem harten Weg steht auch der VfL Wolfsburg. Trotz der ansprechenden Leistung gegen Bayern München (0:2) sind die ambitionierten Saisonziele in großer Gefahr. Elf Spieltage vor dem Ende beträgt der Rückstand auf die Europacup-Plätze inzwischen vier Punkte, angesichts nur eines Sieges in den letzten zehn Spielen wächst der Druck auf VfL-Trainer Dieter Hecking und seine Profis.
"Klar ist, dass wir jetzt punktemäßig schnell in die Spur kommen müssen, um den Anschluss an die oberen Plätze nicht zu verlieren", sagte Hecking. Aber nach der Leistung gegen die Bayern sei er "überzeugt, dass das meiner Mannschaft gelingen und sie schon am Dienstag in Hannover die richtige Reaktion zeigen wird".

Knoche vertritt Naldo

Verzichten müssen die Wolfsburger bis auf Weiteres auf ihren Abwehrchef Naldo. Der Brasilianer hatte sich am Samstag eine Schultereckgelenksprengung zugezogen und muss operiert werden. "Jede Verletzung ist bitter, aber Naldo war natürlich bislang die feste Größe in unserer Innenverteidigung", so Hecking. Robin Knoche wird Naldo an der Seite Dantes ersetzen.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
Hannover: Zieler - Sakai, Sané, Schulz, Sorg - Fossum, Hoffmann, Yamaguchi - Kiyotake - Karaman, Wolf. - Trainer: Schaaf
Wolfsburg: Casteels - Träsch, Knoche, Dante, Rodriguez - Arnold, Luiz Gustavo - Vieirinha, Draxler, Schäfer - Kruse. - Trainer: Hecking
Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
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