Hessen-Derby: Kriselnde Eintracht aus Frankfurt trifft auf frechen SV Darmstadt

Eintracht Frankfurt gegen Darmstadt 98: Es ist das erste Hessen-Derby der beiden Traditionsklubs in der Bundesliga seit 33 Jahren. Und es ist ein "Hochsicherheitsspiel". Während die Gastgeber in der Krise stecken, können die "Lilien" beim großen Nachbarn locker aufspielen.

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Der Schock sitzt immer noch tief bei den Profis des kriselnden Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Die Bilder von der schlimmen Verletzung des Kollegen Johannes Flum, der sich unter der Woche im Training die Kniescheibe brach und vom Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste, haben sich eingebrannt.

"Spiel unheimlich wichtig"

Zur Betroffenheit gesellt sich beim Team von Trainer Armin Veh in diesen Tagen ein anderes, ebenfalls sehr unangenehmes Gefühl: Die Furcht vor der Niederlage gegen den kleinen Nachbarn im ersten Hessen-Derby der beiden Traditionsklubs in der Bundesliga seit 33 Jahren. "Die Lilien können sich natürlich mehr auf das Spiel freuen als wir. Bei uns ist durch die Tabellensituation natürlich der Druck höher", sagte Veh: "Wir wissen, dass das Spiel unheimlich wichtig ist."
Wenn am Sonntag der aufmüpfige und momentan um einen Punkt bessere Aufsteiger Darmstadt 98 (17.30 Uhr) anreist, dann ist den Frankfurtern klar, was die Stunde geschlagen hat. "Über die Brisanz brauche wir nicht zu reden. Jeder weiß, was das Spiel den Fans bedeutet. Es gibt gar keinen anderen Weg, als zu gewinnen", sagte Eintrachts zuletzt angeschlagener Mittelfeld-Antreiber Marc Stendera (Adduktorenverletzung) dem Kicker.

Stimmung angespannt

Während die "Lilien" die "Hochsicherheitspartie" gegen den großen Nachbarn aus der Bankenmetropole locker angehen können, ist die Stimmung bei der Eintracht äußerst angespannt. Erst recht seit der 1:2-Niederlage am vergangenen Samstag im Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05.
Mit Blick auf die Tabelle sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann nach der bitteren Niederlage: "Das setzt uns enorm unter Druck." Zumal Kapitän Alexander Meier seiner Mannschaft in Mainz einen Bärendienst erwies und nach einer völlig unnötigen gelb-roten Karte im zweiten Prestigeduell binnen neun Tagen gesperrt ist.

Lilien wollen mindestens einen Punkt

Nur eins von elf Pflichtspielen hat Frankfurt (14 Punkte) zuletzt gewinnen können - und steht im Klassement sowohl hinter Mainz (20) als auch hinter Darmstadt (15). Eine weitere Niederlage am Sonntag und der Baum würde beim Deutschen Meister von 1959 schon vor Weihnachten brennen.
Das wissen auch die Darmstädter, bei denen gleich vier ehemalige Eintracht-Profis unter Vertrag stehen. Einer davon ist Marcel Heller. Für den pfeilschnellen Stürmer ist das Derby "das besondere Spiel der Saison." Einen Punkt wolle man "mindestens mitnehmen", sagte Heller selbstbewusst in der Sendung Heimspiel im hr-Fernsehen - schusterte den Gastgebern aber die "klare Favoritenrolle" zu.
Auch "Lilien"-Trainer Dirk Schuster versuchte im Vorfeld, ein wenig Brisanz aus der Partie zu nehmen und hielt sich mit Kampfansagen zurück. Nur so viel: "Ich freue mich riesig auf die Begegnung, dass es die endlich wieder gibt", meinte der Ex-Profi.

Plakate "absolut inakzeptabel"

Wohlwissend, dass zuletzt martialische Aufkleber und Plakate im Umlauf waren. Darauf ist ein Eintracht-Fan mit Axt zu sehen, der eine Anhängerin des Aufsteigers würgt. Überschrieben ist die makabere Szene mit den Worten. "Darmstadt vernichten!" Präsident Rüdiger Fritsch war geschockt: "So etwas ist absolut inakzeptabel." Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits.
Schuster beschleicht dennoch kein ungutes Gefühl, wenn er die rund 32 Kilometer lange Fahrt nach Frankfurt antritt. "Die Nebenkriegsschauplätze interessieren uns nicht, wir haben da vollstes Vertrauen in die Sicherheitskräfte", betonte der 47-Jährige. Bei der Eintracht indes herrscht alles andere als Vorfreude.
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