In der Wortwahl vergriffen: René Weiler und Raphael Schäfer entschuldigen sich bei Marco Russ
Die unglücklichen Äußerungen von Nürnbergs Trainer René Weiler und des Torhüters Raphael Schäfer über den schwer erkrankten Verteidiger Marco Russ sorgten nach der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg für Unverständnis. Unter anderem fiel das Wort "Inszenierung" im Zusammenhang mit der Pressemitteilung, die die Hessen einen Tag vor dem Spiel veröffentlichten.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Nach den ersten 90 Minuten in der Commerzbank-Arena rückte das etwas glückliche 1:1 (0:0) zwischen Frankfurt und Nürnberg jedoch in den Hintergrund.
Grund dafür waren die - gelinde ausgedrückt - unglücklichen Äußerungen von Trainer René Weiler und Torhüter Raphael Schäfer zum Fall Marco Russ. Beim Frankfurter Innenverteidiger wurden im Rahmen einer Dopingprobe erhöhte Werte des Wachstumshormons HGC festgestellt, die nach weiteren Untersuchungen eines Facharztes auf eine schwere Tumorerkrankung zurückzuführen sind. Dies teilten die Frankfurter nur einen Tag vor dem Spiel gegen die Nürnberger in einer Pressemitteilung mit.
Zum Unverständnis Weilers: "Ich möchte zu dieser Dramatik nicht viel sagen. Ich finde diese Publikation dieser Geschichte nicht ideal. Ich finde, der Fußball darf auch nicht hinhalten für irgendwelche Inszenierungen".
Noch drastischer äußerte sich Schäfer unmittelbar nach dem Spiel am Sky-Mikrofon: "Ich glaube wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute kein Fußball spielen. Von dem her war das schon eine sehr komische Meldung genau heute vor dem Spiel."
Vor allem Schäfers Wortwahl schoss meilenweit übers Ziel hinaus, gleicht sie doch einer üblen Unterstellung gegenüber dem erkrankten Frankfurter.
Nur wenige Stunden nach Abpfiff publizierte der "Club" eine Stellungnahme auf seiner Vereinshomepage, in der sich sowohl Weiler als auch Schäfer für ihre voreiligen Aussagen entschuldigten. Die Mannschaft befand sich zu diesem Zeitpunkt noch auf der Rückreise nach Nürnberg.
Die Stellungnahme des 1. FC Nürnberg im Wortlaut:
René Weiler:
"Es ist pietätlos, dass ein Klub und ein erkrankter Spieler fast dazu genötigt werden, die intimsten Dinge preisgeben zu müssen, um nicht als Dopingsünder in Verdacht zu stehen. Ich wünsche Marco Russ nur das Beste. Es geht mir immer um den Menschen - und Gesundheit ist dabei das allerwichtigste. Meine Aussage sollte auch keinerlei Vorwurf Richtung Eintracht Frankfurt sein, sondern ging an diejenigen, die den Fußball als Bühne nutzen und mit so einer Nachricht mitten in der Nacht an die Öffentlichkeit gehen. Mir waren die Vorgänge bei der Eintracht nicht im Detail bekannt. Ich habe meine Aussage auch bei Marco Russ sowie den Frankfurter Verantwortlichen persönlich unmittelbar klargestellt."
Raphael Schäfer:
"Meine Worte waren dumm, dafür kann ich mich nur aufrichtig entschuldigen. Ich habe mich voreilig geäußert, ohne Bescheid zu wissen. So etwas darf mir nicht passieren, das ist absolut nicht in Ordnung. Ich wünsche Marco das Allerbeste und bin sicher, dass er wieder gesund wird."
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-64409486-720e-4196-b7be-ecc2673d0569-68-310-310.jpeg)