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VfB Stuttgart vor dem Duell mit Mainz 05: Jürgen Kramny gegen "zweite Heimat"
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Publiziert 11/12/2015 um 10:02 GMT+1 Uhr
In der Brust von Jürgen Kramny schlagen am Freitagabend wohl zwei Herzen: Der Interimstrainer des VfB Stuttgart war zwölf Jahre lang bei Mainz 05 beschäftigt. Am Freitag treffen beide Team in der Bundesliga aufeinander. Seine Gefühle muss der Ex-Mainzer dann jedoch ausblenden, denn sein aktuelles Team braucht dringend Punkte, um den Sprung aus dem Tabellenkeller zu schaffen.
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Die Gefühle sind da, die Erinnerungen kommen hoch. Wie sollte es auch anders sein?! Jürgen Kramny hat schließlich 15 Jahre lang in Mainz gelebt, seine beiden Kinder wurden dort geboren, es ist seine "zweite Heimat", er ist dem Verein und der Stadt "nach wie vor sehr verbunden". Und weil er zu jener Mannschaft gehörte, der 2004 unter dem Trainer Jürgen Klopp der Aufstieg in die Bundesliga gelang, ist Jürgen Kramny in Mainz nach wie vor ein kleiner Held.
Augen zu und durch
Es wird also, gesteht Kramny, für ihn ein "emotionales" und ein "ganz besonderes" Spiel werden am Freitagabend in Mainz (20.30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) - allerdings nicht nur für ihn. Alle Spiele des VfB Stuttgart sind derzeit emotional und ganz besonders, weil die Schwaben wieder mal im Abstiegskampf zu versinken drohen. Da sind Kramnys Befindlichkeiten so unwichtig wie nur irgendwas. "Es bleibt keine Zeit, um nach links und rechts zu schauen", sagt er. Also: Augen zu und durch.
Allerdings, und da ist Kramny gerade heraus, "wäre es blöd, wenn ich sagen würde, das wäre nichts Besonderes". Für Mainz hat er gespielt, in Mainz war er, nachdem sein ehemaliger Zimmerkollege Klopp ihn als Spieler aussortiert hatte, Coach der U19 und Co-Trainer von Jörn Andersen bei den Profis. Allerdings: Als der Norweger entlassen wurde, machten sie in Mainz nicht den Assistenten zum Chef, sondern Thomas Tuchel von der U19. Kramny musste gehen - er ging zurück nach Stuttgart.
Keine leichte Aufgabe
Die Rückkehr könnte angenehmer sein. Mainz 05 hat derzeit nur drei Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz, ist seit fünf Spielen unbesiegt und hat in diesen fünf Spielen elf Punkte geholt. Mainz hat, und darauf weist Kramny gerne hin, davor auch "zwei Heimspiele verloren". Ansonsten nennt er Mainz eine "effizient spielende Mannschaft", und weil es ein Abendspiel ist, werde es automatisch zur Sache gehen.
Stuttgart wiederum hat derzeit drei Punkte Rückstand auf Rang 15, erst dreimal gewonnen, ist seit vier Spielen sieglos und hat den einzigen Punkt aus diesen vier Spielen am vergangenen Sonntag im zweiten Spiel unter Kramny gewonnen. "Darauf können wir aufbauen", beteuert der 44-Jährige, "wir brauchen Leute, die sich zeigen und immer die nächste Chance im Auge behalten." In Mainz brauche es außerdem "Coolness".
"Sehe diese Chance"
In Mainz braucht es aus Sicht des VfB Stuttgart und von Kramny freilich auch unbedingt mal einen Sieg. "Das Allerwichtigste sind gute Ergebnisse", sagt der Interimstrainer, und er sagt es als Antwort auf die Frage, wie groß denn seine Chancen auf eine Beschäftigung über die Winterpause hinaus seien. "Ja", behauptet Kramny erstaunlich selbstbewusst, "ich sehe diese Chance." Und auch in Mainz traut man es ihm inzwischen zu. "Es wäre schön, wenn der nächste Ex-Mainzer als Trainer in der Bundesliga Fuß fassen könnte", sagt 05-Manager Christian Heidel.
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