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Bundesliga - Vor Topspiel in Dortmund: 5 Gründe, warum's bei Hertha BSC gerade rund läuft
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Publiziert 14/10/2016 um 13:12 GMT+2 Uhr
Hertha BSC hat den besten Saisonstart seit 46 Jahren hingelegt, ist Tabellenzweiter und steht in einer Statistik sogar vor Bayern München: Die Chancenverwertung (26,2 Prozent) ist top - sicher ein Grund, warum es an der Spree gerade rund läuft. Die Liga fragt sich, warum sind die Berliner so stark? Vor dem Spiel bei Borussia Dortmund liefert Eurosport.de fünf Gründe für den Hertha-Aufschwung.
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Gastbeitrag von Karl Dzuba
1. Kapitänsamt beflügelt Ibisevic
Hertha-Coach Pal Dardai entmachtete Fabian Lustenberger als Kapitän und setzt seit Saisonbeginn auf Vedad Ibisevic. Der Bosnier verstand die Aufforderung sofort. Seitdem lässt er die Schiedsrichter in Ruhe, zeigt sich vorbildlich diszipliniert, motiviert seine Mitspieler und macht Tore.
Ibisevic ist mit fünf Treffern und sieben Torbeteiligungen geteilter Führender in der Torjäger- und der Scoring-Liste. In den vergangenen beiden Spielen traf er doppelt - zum ersten Mal in der Bundesliga in zwei aufeinanderfolgenden Spielen. Seine Effizienz und seine Torgefahr suchen derzeit ihresgleichen.
Aber auch Lustenbergers Reaktion auf die Entmachtung fiel positiv aus. Der Schweizer spielt ohne Binde am Arm befreit auf, zeigt durchweg gute Leistungen und gehört zum Stammpersonal der Berliner.
2. Der Mix im Team stimmt
Hinzu kommt, dass Dardai seit seinem Amtsantritt konsequent junge Spieler fördert. Immerhin war er jahrelang Jugendtrainer bei den Berlinern und würde im Falle einer Entlassung wieder dorthin zurückkehren. Im Umgang mit den jungen Spielern kommt der Coach sehr locker und kumpelhaft rüber - das kommt an.
So baut Dardai gezielt junge Spieler ins Team ein. Mitchell Weiser, der in der vergangenen Saison vom FC Bayern München in die Hauptstadt kam, gehört schon seit längerem zu den Leistungsträgern der "Alten Dame" und darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen Anruf von Bundestrainer Joachim Löw machen.
Auch US-Nationalspieler John Anthony Brooks ist - sofern er fit ist - gesetzt. Fällt Brooks aus, steht mit Niklas Stark ein deutscher U21-Nationalspieler bereit, um das Loch zu stopfen.
Mit Allan (vom FC Liverpool ausgeliehen) und dem bei den Bayern in Ungnade gefallenen Sinan Kurt sowie Maximilian Mittelstädt lauern drei weitere Top-Talente auf ihre Einsatzchancen - und werden sie wohl auch bekommen.
3. Taktische Umstellungen greifen
Hertha hat aus den taktischen Fehlern der vergangenen Saison gelernt. Nach Führungstreffern zieht sich das Team nicht in die Defensive zurück. Die gesamte Mannschaft steht generell nicht mehr so tief. Das Spiel über die Außenbahnen mit Genki Haraguchi und Alexander Esswein funktioniert hervorragend.
Vladimir Darida ist nicht nur Herthas Dauerläufer, er übernimmt auch viel Verantwortung und lenkt das Spiel der Berliner zunehmend. Der Tscheche, der kurzzeitig sogar die Aufmerksamkeit von Real Madrid auf sich zog, verletzte sich jedoch im Heimspiel gegen Schalke (2:0) und fällt mit einem Außenbandriss längere Zeit aus.
Ersatzmann Valentin Stocker, seit seiner Verpflichtung nur Kurzarbeiter und der ewig "Missverstandene", scheint seine Ansage vom Saisonbeginn wahr zu machen: "Ich bin bei Hertha noch nicht fertig". Vier Einsätze mit einem Tor und zwei Vorlagen - endlich bringt der Schweizer auch messbare Ergebnisse auf dem Feld.
4. Ausfälle können gleichwertig ersetzt werden
Mit Julian Schieber ist seit Saisonbeginn ein Dauerverletzter der vergangenen Spielzeit wieder fit und gleich gut in Form (zwei Saisontore). Er ist der wichtige Ersatzmann für Ibisevic, wird oft in der Schlussphase eingesetzt und sorgt für die dringend nötige Entlastung in knappen Spielen.
Wie das Beispiel Stocker zeigt, können die Berliner in dieser Saison auch einen Ausfall, wie den von Spielmacher Darida kompensieren. Gleiches gilt für Brooks und Stark in der Abwehrreihe, wo im Spiel gegen den HSV (2:0) zudem das Fehlen von Stammkraft Peter Pekarik problemlos aufgefangen wurde.
Wenn man bedenkt, dass der als "Königstransfer" verpflichtete Ondrej Duda verletzungsbedingt noch auf keine einzige Einsatzminute kommt, kann man das Potenzial in der Tiefe des Hertha-Kaders gut abschätzen.
Zudem trifft Dardai klare und teils auch unpopuläre, aber wichtige Entscheidungen. Wie beim Torwartwechsel von Thomas Kraft zu Rune Jarstein.
5. Kluge Transfers
Alexander Esswein wurde erst spät verpflichtet, integrierte sich aber schnell und zeigte vor allem in Frankfurt und gegen Hamburg seine Klasse. Er bringt den erhofften Schwung auf der zuletzt doch häufig lahmenden rechten Außenbahn.
Der Brasilianer Allan vom FC Liverpool wurde nicht umsonst von Jürgen Klopp angepriesen. Trotz seines Blackouts in München ist der von den "Reds" ausgeliehene 19-Jährige ein Top-Talent, das unter Dardai weitere Einsatzzeit bekommen wird. Dass Allan weder Leihgebühr noch Gehalt kostet, macht den Transfer noch ein Stück attraktiver.
Und mit dem noch verletzten slowakischen Nationalspieler Duda, der bei der EM immerhin ein Tor erzielte, hat Hertha noch ein weiteres Ass im Ärmel.
Aber aufgepasst!
Gegen Top-Teams zeigte sich, dass Hertha noch nicht das Potenzial besitzt, dauerhaft oben mitzuspielen. Bestes Beispiel war das 0:3 in München, wo die Berliner hoffnungslos unterlegen und mit drei Gegentoren gut bedient waren. Beim Spiel in Dortmund (ab 20:30 im Liveticker bei eurosport.de) kann Hertha aber erneut beweisen, dass der Klub auf einem sehr guten Weg ist.
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