Hamburger SV und Werder Bremen trennen sich im Nordderby unentschieden

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Der Hamburger SV und Werder Bremen stehen auch nach dem direkten Duell am 12. Spieltag weiter auf den Tabellenplätzen 18 und 16 in der Bundesliga. In einem rassigen und emotionalen Nordderby trennten sich beide Teams 2:2 (2:2). Michael Gregoritsch (3., 28.) hatte den weiterhin sieglosen HSV zweimal in Führung gebracht. Für Werder glich zunächst Fin Bartels (14.), dann Serge Gnabry (45.) aus.

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So lief das Spiel:

Besser hätte das 105. Nordderby aus Hamburger Sicht nicht beginnen können. Bereits in der dritten Minute konnte Michael Gregoritsch eine Flanke von Lewis Holtby von rechts aus kurzer Distanz nahezu ungestört per Kopf rechts im Kasten unterbringen. In der Folge wirkte Hamburg souveräner, doch es dauerte nicht lange, bis der Ausgleich fiel. Fin Bartels ließ nach Vorarbeit von Max Kruse rechts im Strafraum Hamburgs Douglas Santos aussteigen und drosch den Ball wuchtig rechts unten ins Tor (14.). Beide Mannschaften, die beide den Offensivgang wählten, leisteten sich zahlreche Fehlpässe und kleinere Fehler in der Defensivarbeit, so dass es nie langweilig wurde.
Nach einer Vorlage von Holtby schüttelte Nicolai Müller auf halbrechts alle Gegenspieler ab und passte dann im Strafraum an den ersten Pfosten – Gregoritsch hielt den Fuß zum 2:1 hin (28.). Der erneute Ausgleich lag in der Luft, doch Bartels scheiterte mit seinem Aufsetzer am glänzend reagierenden HSV-Keeper Christian Mathenia (37.). Wenig später war dieser jedoch gegen eine feine Einzelaktion von Serge Gnabry machtlos, als ein präziser Rechtsschuss des Bremers genau im rechten Eck landete (45.).
Die zweite Halbzeit begann dann etwas gemächlicher, da beide Abwehrreihen die Schwächen aus den turbulenten ersten 45 Minuten weitgehend abstellen konnten. Echte Torchancen waren nicht vorhanden, weil sowohl der HSV als auch die Bremer im letzten Spielfelddrittel zu fehlerhaft agierten. Es schien so, als ob beide Mannschaften das ganz große Feuerwerk bereits zuvor abgebrannt hatten. Einzig Gregoritsch hätte mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz noch für den Sieg sorgen können (74.).
Bremen kann mit dem einen Punkt – nach zuletzt vier Niederlagen in Serie – sicherlich mehr anfangen als die Hamburger, die damit auch nach zwölf Spielen weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Insgesamt gesehen geht die Punkteteilung sicherlich in Ordnung. Gerade in der Defensivarbeit konnte man eine Halbzeit lang erkennen, weshalb beide Teams tief im Abstiegsschlamassel stecken.

Die Stimmen:

Michael Gregoritsch (HSV): "Ich glaube, dass es ein weiterer Schritt in die richtige Richtung war. Wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Wir haben bis zur 93. Minute alles gegeben. Wenn wir ein bisschen Glück haben, dann entscheiden wir das Ding noch für uns. Ich glaube, das ist ein Reifeprozess, den wir jetzt durchgehen und wir als Mannschaft durchgehen müssen. Wir hoffen, dass wir jetzt bald die ersten Siege einfahren können."
Clemens Fritz (Werder Bremen): "Positiv ist, dass wir zwei Mal zurückgekommen sind. Aber man muss auch sagen, dass bei beiden Mannschaften die Verunsicherung sehr, sehr groß war. Es waren unglaublich viele Fehler im Spiel, im Spielaufbau. Und es hat dann gerade nach hinten raus in der zweiten Halbzeit die Durchschlagskraft gefehlt, um nochmal einen entscheidenden Angriff zu starten. Der HSV hat in der ersten Halbzeit von unseren Fehlern profitiert und zwei Tore gemacht. Es ist bitter, dass wir hier nicht mehr mitgenommen haben."

Der Tweet zum Spiel:

Hamburg spielt die schwächste Saison seiner Vereinsgeschichte. Der Dino ist (mal wieder) nah dran, abzusteigen. Bislang hat es noch kein Bundesligist mit dieser Ausbeute geschafft, die Klasse zu halten. Bremen stand nur 1998/99 nach zwölf Liga-Partien schlechter da.

Das fiel auf: Mangelhafte Defensiven

Vor dem 12. Spieltag hatte Bremen bereits 29 Gegentreffer, die "Rothosen" lagen bei 25. Wenn die schwächste Abwehr der Liga auf die zweitschlechteste trifft, kann es zu einem Torfestival kommen. Beide Teams bewiesen eindrucksvoll, wo der Schuh drückt. Dieses oft passive Abwehrverhalten ist nicht erstligatauglich. Vor allem in jeder Aktion in Durchgang eins stockte den Fans des jeweiligen Lagers der Atem.

Die Statistik: 34

Das heutige Remis war bereits das 34. in diesem Nordderby. Die Bremer haben 37 Siege auf dem Konto, der HSV verließ 34 Mal das Feld als Sieger.
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