Eurosport
Heimsieg gegen Schalke: HSV tankt Selbstvertrauen im Abstiegskampf
Von
Publiziert 20/12/2016 um 21:53 GMT+1 Uhr
Der Hamburger SV hat einen enorm wichtigen Sieg im Abstiegskampf gefeiert und vorübergehend Platz 16 in der Tabelle erobert. Die Hanseaten schugen den FC Schalke vor heimischer Kulisse mit 2:1 (0:0). Nicolai Müller (60.) und Bobby Wood (82.) erzielten die Treffer für den HSV. Donis Avdijaj (89.) verkürzte kurz vor Schluss noch für Schalke, doch es blieb bei der Auswärtsniederlage.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
In den ersten 45 Minuten überraschte HSV-Trainer Markus Gisdol die Schalker mit einem sehr hohen Pressing. Dieses Prinzip geht auf, Schalke kommt kaum zur Entfaltung. Allerdings fehlte den Hamburgern auch selbst regelmäßig der letzte präzise Pass in die Spitze, so dass Ralf Fährmann bis zur Pause einen ruhigen Abend verlebte.
Das sollte sich nach dem Seitenwechsel ändern: Nachdem Leon Goretzka per Kopf zunächst die Schalker Führung auf dem Kopf hatte, wurden die Hanseaten immer stärker. Dies unterstützte Gisdol mit einem glücklichen Händchen, als er mit Wood für Luca Waldschmidt den effektiveren "Wald" ins Spiel brachte. Die Hamburger gingen durch Müller nach einer traumhaften Vorarbeit von Filip Kostic in Führung (60.). Der HSV zog sich nun allerdings nicht etwa zurück, sondern drängte weiter auf das 2:0, das Johan Djourou per Foulelfmeter leichtfertig vergab (76.). Im Gegensatz zu vorherigen Spielen ließ sich die Gisdol-Elf aber auch von diesem Rückschlag nicht umwerfen und entschied durch den quirligen Wood per Konter schließlich die Partie (82.).
Bei Schalke war hingegen das Fehlen von vier Stürmern im gesamten Spiel nicht zu übersehen. Insgesamt hatte die Elf von Markus Weinzierl den aggressiven Gastgebern nicht viel entgegen zu setzen. Daran änderte auch das späte Tor von Avdijaj (89.) nichts mehr.
Trotz des Sieges kommt die Winterpause sicherlich nicht nur für Schalke, sondern auch für den HSV zur richtigen Zeit, um sich personell zu ordnen und dann mit neuer Kraft ein eher bescheidenes Jahr 2016 hinter sich zu lassen.
Die Stimmen:
Nicolai Müller (Hamburger SV): "Ich habe Johan den Elfmeter überlassen, da er im Training die Dinger sicher versenkt. Das kann natürlich passieren."
Markus Gisdol (Trainer Hamburger SV): "Das war heute ein ganz starker Auftritt von uns. Wir haben uns es in den letzten Minuten noch einmal unnötig schwer gemacht, insgesamt aber hochverdient gewonnen. Jeder weiß, dass ich mir wünsche, dass Didi bleibt, doch letztlich bin ich hier als Trainer angestellt und auf diese Aufgabe konzentriere ich mich."
Benedikt Höwedes (FC Schalke 04): "Ich glaube, dass wir einfach schwach Fußball gespielt haben. Es war insgesamt für die Zuschauer kein gutes Spiel."
Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "Es wird keine Unruhe geben, denn wir wissen, woran wir arbeiten müssen in der Winterpause."
Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Gisdol mit Systemumstellung
Der größte Unterschied zu Bruno Labbadia ist, dass Markus Gisdol sich in der Trainingswoche relativ früh mit dem Gegner beschäftigt - so hört man es immer wieder aus Hamburger Kreisen. Diese Analyse ergab, dass es der HSV gegen Schalke im Gegensatz zu den Vorwochen mit sehr frühem Pressing versuchte. Dieses Konzept ging voll auf und der HSV feierte auch dank des Systems den zweiten Heimsieg der Saison.
Die Statistik: 11
Nach elf erfolgreichen Elfmetern scheiterte der HSV in Person von Djourou erstmals wieder vom Punkt.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung