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Der FC Augsburg besiegt Hannover 96 und setzt Kurs auf Europa
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Publiziert 10/03/2018 um 17:25 GMT+1 Uhr
Der FC Augsburg setzte sich in einem spannenden Duell gegen Hannover 96 am 26. Spieltag der Bundesliga mit 3:1 (2:1) durch und setzt als Tabellenachter wieder Kurs auf die Europa League. Michael Gregoritsch brachte den FCA in der 26. Minute in Führung, ehe Salif Sané für Hannover 96 ausglich (37.). Gojko Kačar (45.) und erneut Gregoritsch (83.) schossen die Augsburger schließlich zum Auswärtssieg.
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So lief das Spiel:
Die Zuschauer in der HDI Arena sahen eine klasse Anfangsphase. Nach drei Abschlüssen der Augsburger innerhalb von vier Minuten, von denen zwei aufs Tor gingen, prüfte auch 96 den gegnerischen Keeper. Oft schafften es die Hausherren aber nicht, an der gut stehenden FCA-Hintermannschaft vorbeizukommen. Dementsprechend zog Hannover relativ häufig aus der zweiten Reihe ab.
Die Augsburger hatten deutlich mehr und bessere Chancen (13:6 Schüsse), weswegen sie zweimal verdient in Führung gingen. Oliver Sorg verschätzte sich nach einem Abschlag von Marwin Hitz, so dass Caiuby Fahrt aufnahm und dem 96-Verteidiger entwischte. Er flankte von links, kurz vor der Grundlinie, scharf in die rechte Fünferhälfte, wo Michael Gregoritsch zum 1:0 einnickte (26.).
Elf Minuten später beförderte Felix Klaus einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld hoch in den Strafraum, wo Martin Hinteregger zentral nach vorne abwehrte. Der Ball flog zu Salif Sané, der direkt draufhielt und ihn halbhoch zum 1:1 neben den rechten Pfosten hämmerte. Kurz vor dem Pausentee landete eine Ecke von links in der rechten Sechzehnerhälfte bei Caiuby, der den Ball seelenruhig annahm und von zwei Hannoveranern nicht gestoppt werden konnte. Seine hohe Hereingabe verwertete Gojko Kačar, der aus kurzer Distanz per Kopf zum 2:1 traf (45.+1).
Breitenreiter stellte zu Beginn des zweiten Abschnitts von Vierer- auf Dreierkette um und erhöhte den Druck stetig. Augsburg fokussierte sich auf die Defensivarbeit und stand sehr tief. Die Hausherren schaffte es nur selten, sich in die Gefahrenzone zu kombinieren und Großchancen zu ermöglichen. Der FCA nutzte seine einzige nennenswerte Möglichkeit nach dem Seitenwechsel eiskalt: Die Fuggerstädter setzten über Philipp Max, der sich den Ball links eroberte, zum Gegenzug an. Der Linksverteidiger bediente Gregoritsch, der zu Caiuby spielte. Der Brasilianer passte zurück zu Max, der vom Flügel nach innen auf Gregoritsch legte. Dieser wurde rechts im Strafraum nicht gestört und knallte zum 3:1-Endstand unter die Latte (83.). Der Auswärtssieg ist verdient.
Beide Vereine waren vor dem Duell punktgleich und befanden sich mit jeweils 32 Zählern im Tabellenmittelfeld. Der Rückstand auf Rang sechs, der die Europa-League-Qualifikation bedeutet, betrug ebenso wie der Vorsprung auf den Relegationsplatz, sieben Punkte. Da Mainz und Wolfsburg verloren, änderte sich der Vorsprung von 96 auf den 16. Rang nicht.
Die Stimmen zum Spiel:
Manuel Baum (Trainer FC Augsburg): "Hannover ist in der Defensive und in der Offensive sehr flexibel, dagegen waren wir in der ersten Halbzeit sehr gut eingestellt. Wir haben nicht nur verteidigt, sondern auch immer wieder die Wege zum Tor gesucht. 15 Torschüsse in der ersten Halbzeit hatte der FCA in der Bundesliga noch nie - schade, dass nur zwei Tore dabei rausgesprungen sind. In der zweiten Hälfte haben wir unser Hauptaugenmerk auf das Verteidigen gelegt. Wir haben alles reingehauen und den Konter zum dritten Tor richtig gut ausgespielt. Wir fahren jetzt zufrieden nach Augsburg zurück."
André Breitenreiter (Trainer Hannover 96): "Wir wollten hoch verteidigen, haben Augsburg aber zu viel Raum gelassen und keine zweiten Bälle gewonnen. Dass Augsburg Qualität bei Flanken hat, haben sie heute wieder gezeigt. Nach dem glücklichen Ausgleich für uns waren wir dran, kassieren aber zu einfach das zweite Gegentor. Die zweite Hälfte war eine deutliche Steigerung, aber Augsburg hat einen Konter perfekt ausgespielt und letztlich verdient gewonnen. Augsburg hat es uns in allen Bereichen vorgemacht."
Felix Klaus (Hannover 96): "Heute war es einfach ein Scheiß-Spiel von uns. Fertig! Aus!"
Daniel Baier (FC Augsburg): "Die erste Hälfte war gefühlt eine der besten dieser Saison. Wir hätten 2:0 oder 3:0 führen müssen. Nach dem Gegentor aus dem Nichts haben wir aber die Köpfe nicht hängenlassen und waren natürlich froh, dass wir noch mit dem 2:1 in die Pause gehen. Nach dem Seitenwechsel haben wir vor allem auf Konter gelauert und einen völlig verdient genutzt. Es war ein ganz wichtiger Sieg, zumal wir vorher viermal nicht gewonnen haben."
Michael Gregoritsch (FC Augsburg): "Wir sind überglücklich. Wir haben uns vor allem vor der Pause viele Chancen erspielt. Es war Pech, dass wir nur zwei Tore erzielt haben. Das dritte Tor hat das Spiel dann entschieden. Natürlich ist man etwas verunsichert, wenn dir nach und nach so viele Spieler wegbrechen, aber wir haben das heute super aufgefangen."
Gojko Kačar (FC Augsburg): "Ich habe seit September nicht mehr gespielt, deswegen war es ein sehr schönes Gefühl, heute von Beginn an ran zu dürfen und dann auch noch ein Tor zu machen. Ich habe bei allen Vereinen, bei denen ich gespielt habe, immer getroffen, nur beim FCA fehlte mir noch ein Tor. Den Wunsch habe ich mir heute erfüllt."
Der Tweet zum Spiel:
Läuft! Sein 3:1 war bereits der elfte Treffer. Nach vier Spielen ohne eigenes Tor netzte der Österreicher wieder ein.
Das fiel auf: Ruhe auf den Rängen
Einige Hannoveraner Anhänger kündigten erneut einen Stimmungsboykott an. Während der Rückstande gab es vereinzelt Pfiffe - zeitweise herrschte allerdings eine gespenstische Atmosphäre.
Die Statistik: 13
Nach 13 Spielen (fünf Unentschieden, acht Niederlagen) gewann der FCA wieder gegen einen Aufsteiger. Eine längere Negativ-Serie hatte nur Hertha BSC, der 14 Mal in Folge nicht gegen einen Neuling gewinnen konnte (1971 bis 1974).
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