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HSV verliert Abstiegskrimi gegen Köln - Trainer Markus Gisdol wohl vor dem Aus

"Müssen Realität ins Auge sehen": HSV verliert gegen Köln

20/01/2018 um 20:21Aktualisiert 21/01/2018 um 09:57

Am 19. Bundesliga-Spieltag hat der HSV den Abstiegskrimi gegen den 1. FC Köln mit 0:2 (0:1) verloren. Damit wird beim "Dino" die Angst vor der Zweitklassigkeit wieder akut. Auch der Job von Trainer Markus Gisdol steht mehr denn je auf dem Spiel. Die Tore für die "Geißböcke" erzielte Winter-Neuzugang Simon Terodde (27., 67.). Köln ist mit dem Auswärtssieg auf drei Punkte an den HSV herangerückt.

So lief das Spiel:

Im Abstiegskrimi erwischte zunächst der HSV den besseren Start, hatte durch André Hahn (1.) und Dennis Diekmeier (5.) früh die Führung auf dem Fuß. Die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck überstand diese Phase aber unbeschadet und schlug eiskalt zurück.

Nachdem Yuya Osako zweimal Kyriakos Papadopoulos entwischte, der Japaner aber nicht entscheidend zum Abschluss kam, machte es der FC nach einer Ecke besser. Milos Jojic trat diese von links auf den ersten Pfosten. Osako verlängerte dort auf Simon Terodde, der sich mühelos gegen Diekmeier durchsetzte und die Kugel zum 0:1 über die Linie drückte (27.).

Drei Minuten später hatten die Gastgeber Glück, dass Gideon Jung nach einem üblen tritt mit offener Sohle gegen Marco Höger mit der Gelben Karte davon kam.

Filip Kostic hatte dann kurz vor dem Seitenwechsel den Ausgleich auf dem linken Fuß, scheiterte aus sechs Metern aber nach einem harmlosen Abschluss am dennoch stark reagierenden Timo Horn im Kölner Gehäuse.

Nach dem Seitenwechsel hab es noch einmal fünf gute Hamburger Minuten, ehe das Konstrukt von Markus Gisdol dann endgültig in sich zusammen fiel. Ohne Kreativität wurde man das Gefühl nicht los, dass die Hanseaten noch ewig hätten spielen können, ohne ein eigenes Tor zu erzielen.

Den endgültigen Knockout gab es für die Gisdol-Elf in der 67. Minute, als erneut Terodde einen mustergültigen Konter über Salih Özcan und Jojic mit einem Volleyabschluss aus 18 Metern durch die Beine von Julian Pollersbeck hindurch abschloss.

Durch den dritten Kölner Sieg in Serie ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt nun wieder richtig real, während beim HSV die Fassungslosigkeit immer mehr der Wut weicht, so dass viel dafür spricht, dass diese Niederlage die letzte für Gisdol als verantwortlicher Trainer des Bundesliga-Dinos war.

Die Stimmen:

Simon Terodde (1. FC Köln): "In der Anfangsphase hat Hamburg richtig Druck gemacht. Da hat Timo Horn uns gerettet. Dann haben wir zur richtigen Zeit immer die Tore gemacht, obwohl der HSV nicht schlecht war. Es war ein mega intensives Spiel. Ich bin hier sensationell aufgenommen wurden, habe riesiges Vertrauen gespürt."

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Es gab viele Situationen, in denen wir heute ein bisschen Spielglück hatten. Wir hatten einen guten Torwart und haben dann aber auch ganz bewusst die Räume nach vorne gut bespielt."

André Hahn (Hamburger SV): "Wir haben gut begonnen, dann aber die Chancen nicht gemacht. Es ist nicht unser Anspruch zu Hause 0:2 gegen Köln zu verlieren. Ich finde nicht, dass wir so ein schlechtes Spiel gemacht haben. Aber natürlich haben wir ein schlechtes Gewissen, den Fans gegenüber. Wir haben eine Verantwortung der ganzen Stadt gegenüber, doch der werden wir derzeit nicht gerecht."

Jens Todt (Sportdirektor Hamburger SV): "Ich habe heute keine unterirdische Mannschaft gesehen. Wir haben gekämpft und uns gewehrt. Die Mannschaft ist intakt aber ich will das nicht schön reden. 15 Punkte aus 19 Spielen sind natürlich richtig schlecht. Wir werden uns morgen zusammensetzen. Ich kann nicht garantieren, dass unser Trainer bleibt."

Mergim Mavraj (Hamburger SV): "Wir müssen ehrlich sein und der Realität ins Auge sehen. Trotzdem war nicht alles schlecht. In solchen Momenten entscheiden die Kleinigkeiten und bei uns fehlt einfach etwas, um das Quäntchen auf unsere Seite zu ziehen. Es ist nicht einfach, mit den blöden Toren umzugehen. Das Verhältnis zum Trainer ist gut - das war es immer."

Tweet zum Spiel:

Leider wieder negative Nachrichten von sogenannten Fans des FC. Vor dem Spiel versuchten Ultras ein Fanhaus des HSV einzunehmen. Um die 80 Personen wurden festgenommen und hatten so keinen Zutritt zum Stadion.

Das fiel auf: Gisdol mit seltsamer Zuordnung

Dass Simon Terodde der Zielspieler bei den Kölnern ist und durch seine körperliche Präsenz gerade bei Standardsituationen den Hauptgefahrenpunkt darstellt, dürfte sich auch bis nach Hamburg herum gesprochen haben. Umso seltsamer war deshalb die Tatsache, dass bei Ecken und Freistößen nicht die kopfballstarken Kyriakos Papadopoulos oder Mergim Mavraj an der Seite Teroddes zu finden waren, sondern der wesentlich schmächtigere Dennis Diekmeier als Gegenspieler eingeteilt war.

Die Statistik: 2

Später legte Simon Terodde sogar noch den dritten Treffer im Kölner Dress nach.

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