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HSV zieht Reißleine: Aus für Jens Todt und Heribert Bruchhagen

"Widmen uns nun der Neuausrichtung": HSV entlässt Bruchhagen und Todt
Von SID

08/03/2018 um 14:03Aktualisiert 08/03/2018 um 15:39

Der HSV hat Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt mit sofortiger Wirkung freigestellt. Dies teilte der Klub am Donnerstag mit. Der bisherige Finanzvorstand Frank Wettstein übernimmt die operative Führung der HSV Fußball AG, der erst am 18. Februar gewählte Präsident des Gesamtvereins, Bernd Hoffmann, ist neuer Aufsichtsratschef der AG.

Vorstandschef Heribert Bruchhagen freigestellt, Sportdirektor Jens Todt beurlaubt: Nur 18 Tage nach seinem Comeback beim Hamburger SV hat Bernd Hoffmann beim Tabellenvorletzten hart durchgegriffen und in der schlimmsten Krise der Vereinsgeschichte einen personellen Neuanfang ausgerufen.

"Wir haben uns nach eingehender Analyse der Gesamtsituation zu diesem Schritt entschieden und widmen uns nun der Neuausrichtung", sagte Hoffmann, der Bruchhagen die Entscheidung am Donnerstagmorgen in einem persönlichen Gespräch mitteilte.

Hoffmann, der bei seiner Wahl zum Präsidenten des HSV e.V. am 18. Februar keine Zweifel daran gelassen hatte, dass er den HSV umkrempeln will, rief Bruchhagen, dessen Vertrag erst im Dezember bis Sommer 2019 verlängert worden war, nur noch einige warme Worte nach:

"Heribert Bruchhagen hat sich stets schützend vor unseren Klub gestellt. Ihm war und ist sehr daran gelegen, dass der HSV die aktuelle sportliche Talsohle überwindet."

Suche nach "besten Kandidaten für HSV"

Doch danach sieht es derzeit überhaupt nicht aus. Der HSV weist seine schwächste Bilanz der Klubgeschichte auf und ist seit zwölf Bundesligaspielen sieglos - dem Liga-Dino hilft nur noch ein Fußball-Wunder auf dem erhofften Weg zum Klassenerhalt.

Hoffmann sucht nach dem abrupten Ende für Bruchhagen nun nach "geeigneten Kandidaten für die Komplettierung des Vorstandes" neben Wettstein.

Dabei will Hoffmann sich Zeit lassen, wie er bei einer Pressekonferenz betonte:

"Wir werden nicht den Fehler der letzten Jahre machen, sofort eine neue Lösung auf einer Position zu präsentieren."

Eile sei nicht geboten. "Es gibt keinen Grund für operative Hektik." Hoffmann betonte, dass Investor Klaus-Michael Kühne keinen Einfluss auf die Entscheidung, Bruchhagen zu entlassen, genommen habe.

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Heldt oder Schmadtke als Sportchef?

Als Bruchhagen Geschichte war, griff dann Wettstein durch - und warf Todt raus. "Wir wollen uns für die Zukunft neu aufstellen", sagte Wettstein, dem ohnehin ein schlechtes Verhältnis zu Bruchhagen und Todt nachgesagt wurde. Die aktuellen Aufgaben Todts inklusive aller Vertragsverhandlungen werden neu verteilt.

"Wir sind voll handlungsfähig", beteuerte Wettstein: "Wir laufen keine Gefahr, dass der HSV auseinanderfliegt." Für die Position des Sportchefs wurden zuletzt der zurzeit vereinslose Jörg Schmadtke und Hannovers Manager Horst Heldt gehandelt.

"Stand heute halte ich einen Trainerwechsel für nicht möglich"

Wettstein vermied es derweil auch, dem noch sieglosen Trainer Bernd Hollerbach eine Jobgarantie bis Saisonende auszusprechen. "Stand heute halte ich einen Trainerwechsel für nicht möglich", sagte er nur.

Hoffmann, in dessen Amtszeit als Vorstandsvorsitzender von 2003 bis 2011 die bisher letzten Auftritte des Klubs in der Champions League und in der Europa League fallen, hatte bereits bei seiner Wahl im Februar unter dem Beifall vieler Mitglieder erklärt: "Ein 'Weiter so' kann es nicht geben. Wir brauchen dringend eine Trendumkehr. Wir haben ein anderes Verständnis von Präsidiumsarbeit. Die Herzkammer des e.V. schlägt am Ende in der Fußball AG." Er könne "nicht durch Handauflegen dafür sorgen, auf Platz acht zu landen" und habe auch "keinen saudischen Scheich in der Tasche. Erfolg resultiert aus knallharter Arbeit."

Diese Arbeit will Hoffmann nun mit neuem Führungspersonal angehen.

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