Mario Gomez zurück zum VfB: Was erhoffen sich Stuttgart und der VfL Wolfsburg

Was für ein Überraschungs-Coup: Der VfB Stuttgart verkündet kurz vor Weihnachten die Rückholaktion von Mario Gomez und beschenkt seine Fans. Aus Stuttgarter Sicht vermeintlich ein echter Kracher-Deal, doch warum lässt der VfL Wolfsburg seine Lebensversicherung der vergangenen Saison einfach ziehen? Eurosport beantwortet die wichtigsten Fragen zum Transfer-Hammer in der Bundesliga.

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"I'm Driving Home for Christmas". Auch die Bundesliga-Stars machen sich über die Weihnachtsfeiertage auf gen Heimat. Und einige bleiben gleich da.
Nach Sandro Wagner kehrt mit Mario Gomez bereits der zweite Nationalstürmer zu seinem Ex-Klub zurück. Allerdings unter unterschiedlichen Vorzeichen.
Während Wagner mit dem FC Bayern um den Titel kämpfen wird, beziehungsweise schon mal einen Platz in seiner nicht gerade prall gefüllten Vitrine freiräumen kann, wird es für Gomez darum gehen, mit dem VfB Stuttgart die Klasse zu halten.
Was bewegte die beteiligten Parteien zum Überraschungs-Deal? Eurosport beantwortet die wichtigsten Fragen zum Gomez-Wechsel.

Was beinhaltet der Deal?

Gomez wechselt mit sofortiger Wirkung zum VfB und wird am 03. Januar mit ins Trainingslager ins spanische La Manga reisen. Er hat einen Vertrag bis zum 30.06.2020 unterschrieben.
Der 32-Jährige kostet die Schwaben rund 3,5 Millionen Euro. Die bis zu drei Millionen Euro, die die Stuttgarter für den Verkauf von Simon Terodde an den 1. FC Köln kassiert haben, wurden umgehend reinvestiert.
Im Gegenzug wechselt der ursprünglich bis ausgeliehene Josip Brekalo vorzeitig zurück zum VfL Wolfsburg. Der Kroate, der in dieser Saison 14 Mal für Stuttgart auflief und dabei ein Tor erzielte, steht bis 2021 bei den Niedersachsen unter Vertrag.

Was erhofft sich Wolfsburg?

Der VfL verliert seinen Kapitän und eine der wenigen Identifikations-Figuren.
"Er war immer ein Vorbild gerade für die jüngeren Spieler und ein Musterprofi, mit dem mir persönlich die Zusammenarbeit großen Spaß gemacht hat", lobte Trainer Martin Schmidt.
Aber: Gomez knipst in dieser Saison bei weitem nicht so häufig wie in der vergangenen (16 Tore). Lediglich ein Treffer gelang ihm in der Vorrunde.
Offenbar setzt Schmidt auf Liverpool-Leihgabe Divock Origi (4 Saisontore), den man fest verpflichten möchhte, sowie Youngster Nany Landry Dimata. Ein klassischer Stürmer wie Gomez einer ist, passt nicht ideal in das von Schmidt favorisierte Umschaltspiel.
Zudem verlässt mit Gomez einer der Großverdiener den Klub, der aufgrund einer Ausstiegsklausel im Sommer ohnehin ablösefrei hätte gehen können, insofern die Wölfe sich nicht für Europa qualifizieren.
Dass in Brekalo ein vielversprechendes Talent, das beim VfB einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, den freien Kaderplatz sofort wieder füllt, komplettiert den auf den zweiten Blick nicht mehr allzu schlechten Deal für den VW-Klub.

Was erhofft sich Stuttgart?

Der VfB befindet sich als 14. Mit nur zwei Punkten Vorsprung vor auf Rang 16 im Abstiegskampf. Eine Situation, die Gomez bestens kennt.
In der vergangenen Spielzeit musste er mit dem VfL bis zum Schluss zittern, traf im Hinspiel der am Ende erfolgreichen Relegation gegen Braunschweig. Jetzt soll der 32 Jahre alte Gomez bei den Schwaben vorangehen - und die dürftige Torbilanz (nur Schlusslicht Köln traf seltener) aufpolieren.
"Das Wichtigste ist, dass wir mit Mario nicht nur einen Klassetyp und eine Identifikationsfigur verpflichten konnten, sondern dass wir einen Torjäger der Extraklasse bekommen", sagte Sportvorstand Michael Reschke.
Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde, der den Nachweis seiner Erstliga-Klasse in der Hinrunde schuldig blieb, wurde für drei Millionen Euro verkauft.
Für nahezu dieselbe Summe steht mit Gomez nun ein Nationalspieler im Kader, der auf dem Papier deutlich mehr Qualität mitbringt.
Seinen Stammplatz dürfte er sicher haben, es liegt an Gomez, die Vorschusslorbeeren zu bestätigen.

Was erhofft sich Gomez?

Wolfsburg und der VfB befinden sich derzeit in etwa auf Augenhöhe, sportlich macht Gomez also nicht wirklich einen Sprung. Zudem ist davon auszugehen, dass er bei seinem Heimat-Klub weniger Geld verdienen wird, als bei dem von VW unterstützten VfL.
An dieser Stelle treten die außersportlichen Gegebenheiten auf den Plan. Stuttgart ist Gomez' Heimat, seine Eltern wohnen im nur 40 Kilometer entfernten Unlingen. Dazu kommt die Nähe zu München, der Geburtsstadt seiner Frau Carina, die im Frühjahr das erste gemeinsame Kind erwartet. "Ich freue mich auf den Verein, die Stadt, auf die Menschen, auf das Umfeld, auf meine Familie", sagte Gomez nach seinem Wechsel.
Die Karriere langsam ausklingen zu lassen, ist dabei nicht der Anspruch. Trotz seines gehobenen Fußballeralters hat der Angreifer sportlich noch Ziele und Träume. "Es heißt ab jetzt, alles für den Klassenerhalt zu geben, eine gute Rückrunde zu spielen und zusätzlich für mich, mein Ziel die Weltmeisterschaft zu erreichen", so Gomez.
Da wird es nicht schaden, dass Bundestrainer Joachim Löw bekanntlich gerne im "Ländle" unterwegs ist.
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