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Wie sich der HSV den Klassenerhalt verdient
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Publiziert 04/05/2018 um 00:20 GMT+2 Uhr
Der Hamburger SV wirkt im Saisonfinale der Bundesliga wie ein Schüler, der das ganze Jahr in der letzten Reihe fläzt und vor den Sommerferien durch ein freiwilliges Referat die Versetzung schafft. So oder so ähnlich könnte es tatsächlich zugehen, weil sich beim HSV unter Trainer Christian Titz ungefähr alles geändert hat: das Spiel, die Stimmung, der Punktestand. Nun ist die Relegation möglich.
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Doch, doch, der Hamburger SV kann am Wochenende absteigen. Das vergisst man ja leicht in diesen wundersam beschwingten Wochen, in denen sich der Bundesliga-"Dino" endlich mal standhaft gegen das Aussterben sträubt.
Gewinnt Hamburg am 33. Spieltag nicht bei Eintracht Frankfurt, führt der Fahrstuhl nach unten, wenn der VfL Wolfsburg gegen RB Leipzig siegt (oder zumindest einen Punkt holt, dann spräche das deutlich bessere Torverhältnis für die Niedersachsen).
HSV: Holtby spricht schon von "Tiki-Taka"
Wie gesagt, diese Theorien sollten der Vollständigkeit halber angeführt werden, um dem Eindruck vorzubeugen, dass der HSV noch auf den letzten Champions-League-Qualifikationsplatz springen könnte. Gefühlt ist das nämlich so. Der kecke Lewis Holtby hat nach dem 3:1 in Wolfsburg schon geklungen, als ob Hamburg das neue Barcelona wäre:
Nun ja: Sehen wir es ihm nach.
Die Einordnung von Erfolgen ist beim HSV - mangels Erfolgen - keine Maßnahme aus dem Alltagsgebrauch. Jetzt aber, im Finale dieser Saison, wirkt der Hamburger Sportverein wie ein Schüler, der das ganze Jahr in der letzten Reihe fläzt und vor den Sommerferien durch ein freiwilliges Referat die Versetzung schafft. Mit einer Vier minus.
Titz ist dabei, die Legende des HSV zu retten
Mainz und Freiburg haben 33 Zähler, Wolfsburg 30, Hamburg 28. Nachhilfelehrer für den Schüler war Christian Titz, seit 12. März als Chef beim HSV tätig. Unter dem ehemaligen Amateurcoach hat sich ungefähr alles verändert, das Spiel, die Stimmung, der Punktestand. Was im Übrigen einer Extra-Erwähnung wert ist: Ein gelernter Verwaltungsfachmann und staatlich geprüfter Betriebswirt aus Mannheim ist dabei, die Legende des HSV zu retten.
Zehn Punkte aus sechs Spielen, darunter drei Siege, das Hamburger Hoffnungspflänzchen wächst. Er habe das "nicht allein gemacht, der ganze Stab hat mich enorm gut unterstützt. Am Ende sind die Spieler entscheidend", sagt Titz zum "kicker".
Dabei ging sein Debüt in die Hose, Heimpleite gegen Hertha. Fünf Wochen später stand Holtby in Wolfsburg vorm Fanblock und rief: "Wir sind noch lange nicht tot!"
Was ist da passiert? Und vor allem: wie?
HSV-Team hat eine lange vermisste Kontur
Unter dem Ballbesitz-Verfechter Titz spielt Hamburg den besten Fußball aller Abstiegskandidaten. Der 47-Jährige zu seiner Devise:
Holtby ist ein Eckpfeiler dieser Gangart und als torgefährlicher Mittelfeldlenker (vier Treffer unter Titz) richtig wichtig. "Wir spielen zum ersten Mal seit vier Jahren wieder Fußball", tönte er mit Grüßen an Bernd Hollerbach, Markus Gisdol, Peter Knäbel, Bruno Labbadia, Joe Zinnbauer, Mirko Slomka, Bert van Marwijk - die HSV-Trainer in besagter Periode.
Titz fand Holtbys Einlassung "nicht angemessen", unstrittig ist, dass seine Rochaden fruchten, auch personell. Eigentlich etablierte Profis wie Walace, Mergim Mavraj, André Hahn oder Sven Schipplock sitzen draußen, Kyriakos Papadopoulos wurde verbannt und dann gestärkt. Zusammen mit Holtby, Keeper Julian Pollersbeck, Tatsuya Ito, Matti Steinmann und Aaron Hunt hat die Elf plötzlich lange vermisste Kontur.
HSV: Und ewig lockt die Relegation…
Das 3:2 über Schalke 04 war ein Wendepunkt. Es folgten ein 1:0 gegen Freiburg und der Big Point in Wolfsburg (zudem 1:1 vs. Stuttgart, 0:2 vs. Hoffenheim). "Ich glaube zu 100 Prozent an die Rettung", berichtet Holtby. "Wir haben eine Chance bekommen", sagt Titz:
Zumindest die Relegation liegt im Bereich des Reellen. Und damit kennt sich der HSV ja aus.
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