Youngster der Woche: Jann Fiete Arp – Hamburgs Jahrtausendtalent mit Bodenhaftung
Eurosport bei GoogleHoffenheims Top-Talent Dennis Geiger steht im Fokus. Nach dem Wechsel von Sebastian Rudy zum FC Bayern München hat die TSG dem Youngster die wichtige Aufgabe im defensiven Mittelfeld zugesprochen. Damit setzt Hoffenheim auf ein Eigengewächs anstatt auf einen teuren Neueinkauf. Sein Bundesliga-Debüt feierte der mittlerweile 19-Jährige bereits im August. Wir stellen Euch den Kicker vor.
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Wenn jemand immer "die erste Geige spielen" muss, wird zumeist von einer Person gesprochen, die gerne im Mittelpunkt steht, in einer Gruppe schnell vereinnahmend agiert. Die eigentlich eher negativ konnotierte Redwendung stammt aus der Musik und verweist auf denjenigen in einem Orchester, der am ersten Notenpult den Stimmführer der Violinen gibt, als Konzertmeister tonangebend ist.
Eine Metapher, die gerne auch im Fußball ihre Verwendung findet, natürlich beim diesmaligen Youngster der Woche quasi auf der Hand liegt: Hoffenheims Top-Talent Dennis Geiger.
Lange hatte diese Rolle der nach München abgewanderte Sebastian Rudy bei den Kraichgauern inne. Mit Ruhe und Bedacht lenkte der umtriebige Nationalspieler die Geschicke im Mittelfeld, ohne dabei großartig für mediale Furore zu sorgen. Und doch stand der 27-Jährige sinnbildlich für den sportlichen Aufstieg unter Jung-Trainer Julian Nagelsmann, der gleichwohl überraschend, aber nicht sonderlich hochgestochen daherkam. Die Vereinsführung entschied sich im Sommer dazu, keinen externen Rudy-Erben einzustellen, sondern mit Geiger auf ein Eigengewächs zu setzen.
Im nur wenige Autominuten von Sinsheim entfernten Mosbach geboren, machte Geiger seine ersten fußballerischen Gehversuche beim SV Alamannia Sattelbach, ehe er im Alter von elf Jahren in die Talentschmiede des Bundesligisten wechselte, die selbst über Deutschlands Grenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießt. Bei der TSG durchlief der kleine, wendige Mittelfeldmann fortan alle Jugendmannschaften, nebenbei stand er im Aufgebot sämtlicher DFB-Nachwuchsteams.
Bundesliga-Debüt und Tor-Premiere
Sein Bundesliga-Debüt feierte der mittlerweile 19-Jährige im August gegen Werder Bremen. Frank Fröhling, der Geiger in der U15 trainierte, erklärt im Gespräch mit Bild: „Mittelfristig kann er auf jeden Fall in Rudys Rolle rein wachsen. Er war der spielintelligenteste Spieler, den ich je in der Jugend trainiert habe.“ Fröhling weiß: „Er kann ein Spiel lesen, dem Spiel Rhythmus geben. Er ist sehr ehrgeizig. Der scheißt sich nix.“
Wie wenig Geiger sich auf gut Deutsch „scheißt“, zeigte er am vergangenen Wochenende gegen Schalke 04, als er in der 13. Minute mit einem satten Flachschuss Ralf Fährmann überwand und seiner Truppe so den Weg zum 2:0-Erfolg über die „Königsblauen“ ebnete. Toreinstand, Sieg und mit nun 14 Zählern auf Rang zwei, für Hoffenheim läuft es – zumindest national – derzeit. Nagelsmann sagt über sein Juwel: „Er hat nie Angst, Fehler zu machen, möchte immer den Ball haben. Er ist in der aktuellen Situation ein sehr wichtiger Spieler. Und er wird wichtig bleiben.“ Teamkollege und Profitschläger aus Geigers Pässen, Mark Uth, lobt: „Wenn er so weitermacht, kann er in der Bundesliga ein sehr guter Sechser werden.“
Anfield Road statt Walldorf
Lobeshymnen von allen Seiten für Geiger, der mit 1,72 Meter und 65 Kilo eher schmächtig wirkt, dennoch über alle Eigenschaften eines modernen Taktgebers verfügt. Fünfmal kam der Shootingstar in sechs Liga-Spielen bislang zum Einsatz und überzeugte vor allem mit seinem guten Auge, herausragender Antizipation und Leidenschaft. Selbst in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Liverpool an der altehrwürdigen Anfield Road bekam er Spielminuten. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Kontrahenten noch vor einem Jahr FCA Walldorf oder Wormatia Worms hießen, mit denen sich Geiger damals noch in Diensten von Hoffenheim II messen musste.
Klar, dass sich die Presse derzeit um Geiger reißt, dem U19-Nationalspieler einige Aussagen zu seiner Entwicklung entlocken will. Daraus wird zunächst nichts, die TSG hat ihrem Juwel ein Interviewverbot auferlegt. Nichts unübliches, ist der Klub doch daran interessiert, dass Geiger sich in aller Ruhe entwickelt und sich aufs Fußballspielen konzentriert, weil am Sonntag schon der nächste Auftritt mit Hoffenheims Orchester ansteht, wenn es zum baden-württembergischen Derby mit dem SC Freiburg kommt. In Zukunft soll der Junge aus Mosbach also im Konzert der ganz Großen mitwirken, da dann sogar die erste Geige spielen und den ehemaligen Stimmführer Rudy gänzlich ersetzen. Die Voraussetzungen dafür sind definitiv gegeben.
Dennis Geiger im Steckbrief
Geburtsdatum: 10. Juni 1998
Geburtsort: Mosbach
Nationalität: Deutschland
Größe: 1,72
Fuß: rechts
Position: Defensives Mittelfeld
Derzeitiger Klub: TSG 1899 Hoffenheim
Rückennummer: 32
Bisherige Klubs: SV Alemannia Sattelbach
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