So lief das Spiel:

Dieter Hecking musste verletzungsbedingt auf Raffael und Lars Stindl verzichten, konnte nach abgesessener Gelbsperre aber wieder auf Denis Zakaria zurückgreifen.
Die Anfangsphase gehörte aber den Gästen aus Nürnberg. Virgil Misidjan machte über die rechte Seite mächtig Druck und schlug Flanke um Flanke. Eine davon konnte Louis Beyer nicht vernünftig klären, so dass Lars Fuchs abschloss. Abgefälscht von Beyer prallte der Ball an die Latte, ehe Yann Sommer seine überragende Form beim Nachschuss gegen Adam Zrelak unter Beweis stellte (6.).
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Und Gladbach? Die Borussen wirkten etwas behäbig und phlegmatisch, ehe Zakaria aus der Distanz (20.) und per Kopf (40.) Chancen zur Führung ungenutzt ließen.
Die größte Möglichkeit vergab jedoch Thorgan Hazard, der einen von Ondrej Petrak an Florian Neuhaus verschuldeten Elfmeter in beinahe arroganter Art und Weise in Panenka-Manier deutlich über den Querbalken löffelte (45.+1), so dass es torlos in die Halbzeitpause ging.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Gladbacher Spiel zielstrebiger. Ibrahima Traoré entwischte auf der rechten Seite der Nürnberger Deckung. Den flachen Querpass verpasste zwar Zakaria knapp, doch Hazard lauerte am zweiten Pfosten und machte mit seinem Treffer den verschossenen Elfmeter direkt wieder gut (47.).
In der Folge wirkte es selten so, als ob Nürnberg trotz des knappen Spielstandes etwas Zählbares mitnehmen könnte.
Nach einem Eckball des Clubs setzte die Hecking-Elf schließlich zum entscheidenden Konter an, den Alassane Plea mit einem Rechtsschuss ins linke untere Eck mustergültig abschloss (86.) und dafür sorgte, dass Gladbach im achten Heimspiel der Saison den achten Sieg einfuhr.

Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach vs. 1. FC Nürnberg)

Fotocredit: Getty Images

Die Stimmen:

Georg Margreitter (1. FC Nürnberg): "Das bittere am heutigen Spiel ist, dass die drei größten Chancen für Gladbach nach unseren eigenen Standards gefallen sind. Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht. Wir müssen uns nun wieder aufbauen und dann gegen Freiburg möglichst gewinnen."
Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es war schwierig heute, da jeder den Sieg erwartet hat. Wir haben uns schwer getan, Nürnberg hat versucht mitzuspielen. Wir hatten natürlich die Chancen, vor allem auch den Elfmeter. Dann haben wir es verpasst, früher das 2:0 zu machen aber ich bin natürlich zufrieden. Das 400. Spiel bedeutet mir auch etwas. Wir spielen am Freitag bei der besten deutschen Mannschaft und wollen da zeigen, dass wir auch eine gute Mannschaft sind."

Thorgan Hazard macht das wichtige 1:0 für die Fohlen

Fotocredit: SID

Tweet zum Spiel:

Erstmals nach seiner schweren Gesichtsverletzung war Gladbachs Innenverteidiger Matthias Ginter wieder im Borussia-Park zugegen.

Das fiel auf: Gladbacher Überheblichkeit

Es hätte keine sinnbildlichere Szene gegeben, als den verschossenen Elfmeter von Thorgan Hazard, um den Auftritt der Gladbacher in den ersten 45 Minuten zusammen zu fassen. Hazard versuchte den Strafstoß in die Mitte des Tores zu streicheln, scheiterte bei dem Versuch aber kläglich. Die Gastgeber schienen mit den Gedanken bereits beim Top-Spiel in Dortmund am kommenden Wochenende zu sein. In vielen Zweikämpfen und Abschlüssen gingen die Borussen bestenfalls halbherzig zu Werke und mussten sich deshalb einige Pfiffe von den eigenen Fans zur Halbzeit gefallen lassen. Im zweiten Durchgang wurde das Phlegma dann abgelegt.

Die Statistik: 400

Dieter Hecking absolvierte sein 400. Bundesliga-Spiel als Trainer und fuhr dabei den 158. Sieg ein - kein aktueller Bundesliga-Coach hat mehr.
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