So lief das Spiel:

Borussia Mönchengladbach war von Beginn an spielbestimmend und erarbeitete sich tolle Chancen. Vor allem Florian Neuhaus hatte den Führungstreffer auf dem Fuß. In der 22. Minute wuchtete er aus der zweiten Reihe knapp über den Kasten, vier Minuten später traf er mit seinem Schuss innerhalb des Sechzehners den Querbalken.
Seine beste Möglichkeit hatte der ehemalige Münchner "Löwe" in der 27. Minute, als er aus toller mittiger Position halbhoch aufs Tor schoss, Robin Knoche sich in die Flugbahn des Balles warf und diesen in höchster Not per Kopf am Gehäuse vorbeilenkte.
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Die "Wölfe" machten es besser: In der 38. Minute schossen sie erstmals aufs Tor - und gingen prompt in Führung. Jérôme Roussillon passte von der linken Außenbahn in die Box, wo Yannick Gerhardt aus etwa zwölf Metern flach zum 1:0 ins rechte Eck einnetzte.
Der Gästetreffer zeichnete sich keineswegs ab. Die "Fohlen" wirkten nach diesem etwas verunsichert und leisteten sich bis zum Halbzeitpfiff einige leichtfertige Ballverluste.
Gleiches Bild im zweiten Abschnitt: Tonangebende Gladbacher, passive Wolfsburger. Die Borussia hatte nach dem Seitenwechsel knapp 70 Prozent Ballbesitz, münzte jenen auch in gute Torchancen um, vergab diese jedoch reihenweise. Wolfsburg stand relativ tief und fokussierte sich auf die Defensivarbeit. VfL-Trainer Bruno Labbadia hatte ein goldenes Händchen: Mit Admir Mehmedi wechselte er den späteren Doppelpacker ein.
In der 68. Minute stach der Joker erstmals: Koen Casteels schlug weit nach vorne, sodass Wout Weghorst per Kopf auf Mehmedi verlängerte. Dieser setzte sich gegen Nico Elvedi durch und schob an Yann Sommer vorbei zum 2:0 ins linke untere Eck (68.).
Eine Viertelstunde später beförderte Maximilian Arnold einen Freistoß aus halbrechter Position in die linke Strafraumhälfte, wo John Anthony Brooks per Kopf querlegte. Oscar Wendt agierte sehr zögerlich, sodass Mehmedi aus sechs Metern zum 3:0-Endstand einnickte.
Effektiver hätte es für die Gäste nicht laufen können: All ihr Schüsse aufs Tor landeten im Kasten.

Die Stimmen:

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wenn der Gegner 3:0 gewinnt, hat er Vieles richtig gemacht. Wir haben nicht so viel richtig gemacht heute. Wir hatten einen hohen Spielanteil. Phasenweise haben wir viel Druck auf den Gegner ausgeübt. Zudem haben wir klare Torchancen rausgespielt, aber das Tor nicht gemacht. Hinten muss man dann so konsequent verteidigen, dass die Null steht - das haben wir nicht hinbekommen."
Bruno Labbadia (Trainer VfL Wolfsburg): "Einen Auswärtssieg bei einer Spitzenmannschaft zu holen, ist natürlich sehr schön. Wir sind extrem happy über das Resultat. Die Mannschaft hat das hervorragend gemacht. Wir wussten im Vorfeld, dass wir heute Fehler akzeptieren müssen. Gladbach hat guten Fußball gezeigt, wir haben viele Fehler gemacht, die uns wehgetan haben. Wir mussten einige brenzlige Situationen überstehen und haben dann im richtigen Moment das Tor gemacht."
Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach): "Die Mannschaft hat viel versucht und sehr gut gespielt. Wir haben uns große Torchancen herausgespielt- und der Gegner macht aus drei Torschüssen drei Tore. Die Niederlage tut weh, wir hatten uns was ganz anderes vorgestellt. Trotzdem ist das 0:3 erklärbar, weil wir einfach unsere Chancen nicht genutzt haben. Bisher haben wir eine herausragende Saison gespielt. Die aktuelle Phase müssen wir annehmen, wir müssen Kleinigkeiten verändern."
Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Es ist Wahnsinn, dass wir wie schon gegen Berlin wieder mit leeren Händen dastehen und nach solch einem Spielverlauf 0:3 verlieren. Aber Fußball ist und bleibt ein Ergebnissport."
Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach): "Es ist bitter, dass wir das Spiel verloren haben. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und hatten genug Gelegenheiten, in Führung zu gehen. Es ist ärgerlich, dass ich der Mannschaft bei meinen Chancen nicht mit einem Tor helfen konnte."
Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): "In der Hinrunde hatten wir mal eine Phase, in der wir gefühlt aus dem Nichts Tore gemacht haben, in der wir immer in Führung gegangen sind, auch wenn das Spiel mal nicht so gut lief. Momentan haben wir aber eine Phase, in der wir uns viele Chancen erspielen, aber keine Tore machen. Leider ist das manchmal im Fußball einfach so."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Besuch des Nationaltrainers

Gregg Berhalter spielte von 2003 bis 2006 für Energie Cottbus und wechselte anschließend zum TSV 1860 München, wo er bis 2009 unter Vertrag stand. Seit 2011 arbeitet er als Trainer, im Dezember 2018 übernahm er das Amt des Nationalcoaches der USA.
Momentan ist Berhalter auf Deutschland-Tour: Am 23. Spieltag sah er im Borussia-Park zunächst seine Nationalspieler Brooks und Fabian Johnson, am Sonntag besucht er das Spiel zwischen Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen, wo er möglicherweise US-Amerikaner Christian Pulisic unter die Lupe nehmen kann.

Die Statistik: 100 und 21

Der VfL Wolfsburg feierte den 100. Auswärtssieg seiner Bundesliga-Historie. Der Begriff "Lieblingsgegner" trifft es ganz gut: Die "Wölfe" bezwangen im deutschen Fußball-Oberhaus keinen Verein öfter als Mönchengladbach (21).
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