Borussia Mönchengladbach: Trennung von Dieter Hecking erst der Anfang

Max Eberl hat entschieden: Dieter Hecking muss als Trainer bei Borussia Mönchengladbach aufhören. Eine Entscheidung "strategischer Natur", die der Sportdirektor "für die Zukunft des Vereins gefällt" habe. Dieter Hecking soll aber erst der Anfang eines großen Umbruchs im Lager der "Fohlen" sein. Auch der Kader und das "Drumherum" stehen auf dem Prüfstand. So baut Eberl seine Borussia jetzt um.

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"Es gibt ein paar Dinge, die wir in diesem Klub neu strukturieren müssen." Max Eberl sprach Klartext auf der Pressekonferenz, bei der die Trennung von Trainer Dieter Hecking im Mittelpunkt stand.
Man sei "gedanklich dabei", den Verein für die Zukunft zu rüsten. Hecking müsse aus strategischen Gründen gehen. Seine Enttäuschung über den Rausschmiss wollte der 54-Jährige nicht verbergen. Dennoch sei es "mehr als nur das gute Recht" eines Vereins, "eine neue Strategie oder Ausrichtung" zu wählen.

Schwierige Situation gut gemanagt

Auch Eberl machte keinen Hehl daraus, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen ist. "Dieter ist ein großartiger Mensch, aber ich habe Entscheidungen zu treffen. Manchmal gibt es ein Gefühl, wo man sagt, man möchte etwas anderes machen", erklärte sich Eberl.
Ein Vorhaben, das ihm gelungen ist - und dafür gebührt dem 45-Jährigen Respekt. Im Gegensatz zu seinem Ex-Verein, dem FC Bayern München, der im Sommer in der Posse um den damaligen Eintracht-Trainer Niko Kovac kein besonders gutes Bild abgab, managte Eberl die Geschichte souverän. Auch wenn es schmerzte, informierte er Hecking frühzeitig und persönlich.

Kommt Marco Rose von RB Salzburg?

Wer für Hecking ab Sommer übernehmen soll, steht noch nicht fest. Es kristallisiert sich aber mehr und mehr heraus, dass RB Salzburgs Marco Rose vor einem Engagement bei den "Fohlen" steht. "Bild" und "kicker" berichten, dass beide Parteien sich über einen Wechsel grundsätzlich einig sind.
Zu den Berichten passt auch Eberls Aussage auf der Pressekonferenz:
Es gebe "weitreichende Gespräche", nur eben noch "nichts zu verkünden".
Die Verpflichtung des 42-Jährigen wäre ein echter Coup. Neben Gladbach war auch die TSG 1899 Hoffenheim am gebürtigen Leipziger interessiert. Auch der VfL Wolfsburg und Schalke 04 machten sich zuletzt Hoffnungen, Rose zu holen.

Weitere Veränderungen geplant

Zusätzlich zur Position des Cheftrainers betreffe die Neuausrichtung des Bundesligisten auch "den Kader" und "das eine oder andere drum herum", verkündete Eberl. Es riecht also nach Umbruch auf allen Ebenen - und der macht aus mehreren Gründen Sinn.
Da wäre zum einen die aktuelle sportliche Talfahrt. Noch am 17. Spieltag reisten die "Fohlen" als Tabellenzweiter zum Ligagipfel zum Spitzenreiter Dortmund, Es folgten sieben Spiele, von denen man nur eines gewinnen konnten. Eberl betonte, dass die Aktualität nichts mit seiner Entscheidung gegen Hecking zu tun habe, förderlich ist eine solche Phase für einen Trainer aber nie. Die jüngste Ergebniskrise und vor allem das Auswärtsspiel am vergangenen Spieltag bei Fortuna Düsseldorf (1:3) lassen erahnen, dass der derzeitige Kader seinen Zenit bereits überschritten hat.
"Die Mannschaft spielt über ihrem Limit, auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht gut waren", bestätigte Hecking diesen Eindruck. Man wolle sich deshalb "neu aufstellen für die Zukunft", fügte Eberl hinzu.
Die Säulen der vergangenen Jahre wie Raffael (34), Christoph Kramer (28) oder Oscar Wendt (33) sind in die Jahre gekommen, haben an Tempo und Durchschlagskraft verloren. Mit Matthias Ginter (25), Florian Neuhaus (22), Routinier Lars Stindl (30) und Stürmerstar Alassane Pléa (26) stehen Teile der Achse der Zukunft bereits.
Es ist anzunehmen, dass im Sommer weitere junge, aufstrebende Spieler folgen. Unter anderem gibt es Gerüchte um Dodi Lukebakio (Fortuna Düsseldorf), Luca Waldschmidt (SC Freiburg) und Ihlas Bebou (Hannover 96).

Thorgan Hazard vor dem Abschied

Doch auch bei den Abgängen dürfte sich im Sommer etwas tun. Wie viele die Gladbacher verkraften müssen, hängt in erster Linie vom Abschneiden in der laufenden Saison ab. Es wäre daher hilfreich, die internationalen Ränge zu erreichen. Unter anderem stehen Patrick Herrmann (Interesse von Schalke), Matthias Ginter (Interesse vom FC Liverpool) und Thorgan Hazard auf den Zetteln größerer Vereine.
Europa League oder Champions League hin oder her - Thorgan Hazard werden die "Fohlen" wohl nicht halten können. Seit Wochen wabern Gerüchte um einen Wechsel des Belgiers zu Ligakonkurrenz Borussia Dortmund durch die Gazetten. Der BVB sucht einen Nachfolger für den zum FC Chelsea abgewanderten Christian Pulisic. Es wäre ein Transfer, der ordentlich Geld in die Gladbacher Kasse spülen würde. Von bis zu 42 Millionen Euro Ablöse ist die Rede.
Finanzielle Mittel, die Neuland für einen Klub wie Borussia Mönchengladbach darstellen würden und die Macher dazu verleiten könnte, den ganz großen Neustart zu wagen.
So pathetisch es sich auch anhört: Hecking war nur der Anfang.
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