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Bundesliga | Wasserball in Nürnberg: Bayer Leverkusen verschenkt Sieg
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Publiziert 03/12/2018 um 20:20 GMT+1 Uhr
Am 47. Geburtstag von Trainer Heiko Herrlich hat Bayer Leverkusen seinen fünften Saisonsieg geradezu verschenkt. Die Werkself war bei Aufsteiger 1. FC Nürnberg in einem teils kuriosen "Wasserball"-Spiel lange klar überlegen, kam aber nach dem Ausgleich von Georg Margreitter (56.) nur zu einem 1:1 (1:0) im Dauerregen über Franken.
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Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Auf Grund strömenden Regens in Nürnberg war der Rasen im Max-Morlock-Stadion schwer zu bespielen. Beide Teams mussten sich in der Anfangsphase an die Bedingungen gewöhnen.
Und das gelang den Gästen besser: Sven Bender und Kevin Volland hatten nach zehn Minuten die Chancen zur Gästeführung, Bender traf die Latte, Volland das Außennetz. Insgesamt überzeugte die Werkself durch schnelles Flügelspiel, der FCN war zunächst auf die Defensive beschränkt.
Beim ersten starken Angriff der Gastgeber wurde es dann aber gleich gefährlich: Virgil Misidjan kam mit viel Tempo über rechts und flankte, in der Mitte nahm Yuya Kubo allerdings den Ball mit der Hand an und sah Gelb (21.). Doch bei seiner Flanke wurde Misidjan zuvor von Dominik Kohr an der Grenze zur Legalität attackiert. Hätte sich der Niederländer dort fallengelassen - die Gäste hätten sich über einen Elfmeter für Nürnberg nicht beklagen dürfen.
Und dann machte wie so oft der Favorit das Tor auf der anderen Seite: Nach schönem Doppelpass zwischen Sven Bender und Dominik Kohr musste Keeper Fabian Bredlow den Ball rausfausten. Megatalent Kai Havertz staubte sehenswert per Lupfer ab (30.), die Werkself ging nach deutlich mehr spielerischem Aufwand nicht unverdient in Führung.
Nur eine gute Chance in Hälfte eins reichte den Nürnbergern nicht zum Ausgleich, Bayer 04 nahm die knappe Führung mit in die Kabine.
Zum Wiederanpfiff wechselten beide Trainer: Heiko Herrlich brachte für den angeschlagenen Sven Bender den Brasilianer Wendell auf den Platz. Clubtrainer Michael Köllner schickte mit Patrick Erras für Ondrej Petrak einen offensiven Mann aufs Feld.
Und das sollte sich auszahlen: Nach 56 Minuten und einer Ecke von Sebastian Kerk verwandelte Georg Margreitter einem Abstauber aus rund 16 Metern zum 1:1-Ausgleich.
In der Folge war Leverkusen weiter engagierter, konnte aber nicht mehr die Durchschlagskraft der ersten Hälfte entwickeln. Der Club hielt tapfer dagegen und verteidigte leidenschaftlich. Beide Trainer schöpften ihr Wechselkontingent aus, doch das änderte nichts mehr am Resultat.
Durch den Punktgewinn klettert Nürnberg um ein Pünktchen auf Platz 15, Leverkusen verliert den Anschluss ans obere Drittel.
Die Stimmen zum Spiel:
Lars Bender (Bayern Leverkusen): "Es war ein sehr schwieriger Platz heute. Aber die Bedingungen waren ja für beide Teams gleich. Wir müssen unsere Chancen besser nutzen, auf die Bedingungen dürfen wir es nicht schieben. Nur ein Punkt ist uns zu wenig."
Rudi Völler (Geschäftsführer Sport Bayer 04 Leverkusen): "Ich hab es in der Halbzeit schon gesagt, obwohl wir 1:0 geführt haben, dass das mit Fußball wenig zu tun hat. Obwohl ich glaube, dass wir das mit den Möglichkeiten, die wir haben, in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht haben und auch verdient geführt haben. Aber schon da konnte man sehen, dass das mit Fußball nicht viel zu tun hat. Ich hätte es nicht mehr angepfiffen, ganz abgesehen von der letzten halben Stunde. Wir haben es in der ersten Halbzeit sehr sehr gut gemacht, da hätten wir auch höher führen können. In der zweiten Halbzeit war es dann leider kein Fußballspiel mehr.“
Hanno Behrens (1. FC Nürnberg): "Mit einem Punkt gegen eine Spitzenmannschaft sind wir zufrieden - besonders im Hinblick auf das Spiel gegen Bayern. Es ist auf jeden Fall besser als zu verlieren."
Kai Havertz (Bayer Leverkusen): "Beim Tor stehe ich günstig und spekuliere, das der Ball reingeht. Wir wollen es nicht auf den Platz schieben, aber ein Punkt hier ist zuwenig. Trotzdem muss man sagen: Das hatte mit Fußball nichts zu tun."
Michael Köllner (Trainer 1. FC Nürnberg): "Unsere Veränderungen sind in der zweiten Halbzeit aufgegangen. Wir haben ein beherztes Spiel abgeliefert. Bei diesen widrigen Bedingungen war es eine riesige Leistung meiner Mannschaft. Beide Teams sind ans Limit gegangen."
Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir wollten kein Risiko eingehen bei diesen Bedingungen. Es waren eigentlich irreguläre Verhältnisse. Trotzdem haben wir uns die eine oder andere Chance erspielt. Uns ist aber leider auf diesem Platz der spielerische Vorteil genommen worden."
Der Tweet zum Spiel:
Werkself-Coach Heiko Herrlich feierte am Montag seinen 47. Geburtstag, der Verein gratulierte.
Das fiel auf: Wasserschlacht
Bereits rund zwei Stunden vor Anpfiff hatte am Montag in Nürnberg sintflutartiger Regen eingesetzt: Wasserlachen und sogar eingeschränkte Sicht waren die Folge. Trotzdem pfiff Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus die Partie zunächst pünktlich an. Der Regen ließ nicht nach, der Platz verschlechterte zunächst aber nicht signifikant. Trotzdem schienen die Bedingungen sich stets am Rande zum Irregulären zu bewegen. "Die letzte halbe Stunde war dann eher irregulär", sagte Eurosport-Experte Matthias Sammer nach der Partie.
Die Statistik zum Spiel: Hinten pfui – vorne auch
Mit 30 Gegentoren ist der 1. FC Nürnberg schlechtestes Defensivteam der Liga. Dazu sind die Franken mit nur 14 eigenen Treffern vor Schlusslicht Düsseldorf (13) zweitschlechtestes Offensivteam.
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