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Dieter Hecking sorgt für Aufregung bei Borussia Mönchengladbach
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Publiziert 08/04/2019 um 15:08 GMT+2 Uhr
Dieter Hecking verursacht mit seinem abgebrochenen Interview Aufregung bei Borussia Mönchengladbach. Obwohl der 54-Jährige am Saisonende aufhört ,wirkt er unerwartet dünnhäutig, aber auch leidenschaftlich. Nach dem 1:1 gegen den SV Werder Bremen geriet Hecking mit einem Sky-Reporter aneinander, erklärte die Szene später aber auf der Pressekonferenz.
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Dieter Hecking seufzte kurz, zog die Augenbrauen hoch und brach dann wortlos das Interview ab: Mit seinem Schmoll-Abgang sorgte Borussia Mönchengladbachs Noch-Trainer nach dem 1:1 gegen Werder Bremen für den Aufreger eines eigentlich schon abgehakten Spiels.
Hecking, der am Saisonende seinen Hut nehmen muss, wirkt auf seiner "Abschiedstournee" überraschend dünnhäutig - aber eben auch leidenschaftlich. Abgehakt hat der 54-Jährige seinen Job jedenfalls noch lange nicht.
Interview der Auslöser für die Aufregung
Auslöser der Aufregung war eine Frage von Sky-Reporter Marcus Lindemann zu Kapitän Lars Stindl, der überraschend nur auf der Bank gesessen hatte. "Wissen Sie, das ist genau der Journalismus, den ich nicht mag. Dass man jetzt versucht, wieder über Einzelne zu sprechen", sagte Hecking. Als Lindemann daraufhin seine Frage als "legitim" rechtfertigte, zog der Gladbach-Coach sichtlich erzürnt ab und verschwand im Spielertunnel. "So kann man ein Interview auch beenden", sagte Lindemann.
Hecking war aber schon vor dem Gespräch sauer - aber nicht auf Lindemann, sondern auf Ewald Lienen. Lienen habe im TV-Studio von einer "enttäuschenden Leistung" der Gladbacher Mannschaft gesprochen. "Das habe ich nicht verstanden und kann es auch bis heute nicht nachvollziehen", sagte Hecking am Montag bei Sky.
Lienen habe ihn am Montag zur Klärung angerufen, sagte Hecking weiter. "Ich habe gesagt: Ewald, du als Kollege, der in dieser Situation auch schon war, könntest das besser wissen. Ich glaube schon, dass die Mannschaft unter diesen Umständen ein richtig gutes Spiel gemacht hat. Ewald hat aus meiner Sicht falsch gelegen, aus seiner vielleicht nicht. Wir haben das im Telefonat geklärt und damit ist es auch gegessen", sagte Hecking. Der Gladbach-Coach und Lienen waren Anfang der 1980er Jahre Teamkollegen bei Borussia.
"Ich muss jetzt wirklich aufpassen, was ich sage. Das hat gar nichts mit Marcus Lindemann zu tun. Das hat was mit etwas anderem zu tun, weshalb ich stinksauer bin. Das gehört jetzt hier nicht her", sagte Hecking nur wenige Minuten nach dem Interview auf der Pressekonferenz.
Lindemann war dennoch völlig überrascht von der Situation. "Dieter Hecking will doch immer, dass man mit ihm über Fußball spricht. Da ist es doch völlig legitim, dass man ihn fragt, warum sein Kapitän nicht gespielt hat", sagte er der Bild.
Hecking erklärt Stindl-Entscheidung
Auch die Frage nach Stindl beantwortete Hecking in großer Runde wieder ruhig und gewohnt souverän. "Wir haben am Spieltag lange gesprochen. Das war eine meiner schwierigsten Entscheidungen für heute. Er ist mein Kapitän, er ist mein verlängerter Arm in der Mannschaft. Er hat aber in den letzten Wochen die Leistung nicht so abgerufen, wie ich mir das gewünscht hätte. Das weiß er auch selbst", sagte der Coach. Ob Stindl nun dauerhaft auf der Bank Platz nehmen muss, ließ er offen.
Abhängen dürfte das vor allem von den taktischen Überlegungen. Hecking hatte gegen Bremen auf ein 3-5-2 umgestellt und beim Gegner für "rauchende Köpfe" gesorgt, wie Werder-Coach Florian Kohfeldt bestätigte. Lohn waren eine starke Leistung und "leidenschaftliche" Zweikämpfe, wie Mittelfeldspieler Christoph Kramer sagte - aber eben nur ein Punkt. Zumindest die Champions-League-Plätze sind damit schon vier Zähler entfernt.
Ein wenig genervt war indes auch Max Eberl. Der Sportdirektor wurde im WDR gefragt, warum er den Hecking-Abschied am Dienstag verkündet hatte, nur einen Tag nach dem Gespräch mit dem Coach. "Ich find es schade, dass ich das gefragt werde. Denn wenn ich sieben Wochen darum einen Eiertanz mache, erzieht ihr mich zum Lügen. Wir erzählen die Wahrheit, sind transparent, sind offen. Auch wenn es schwer fällt in der jetzigen Situation", sagte Eberl. Das Interview führte er immerhin zu Ende.
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