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FC Bayern München | So läuft's bei Alphonso Davies
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Publiziert 28/02/2019 um 11:26 GMT+1 Uhr
Alphonso Davies ist seit Beginn des Jahres 2019 für den FC Bayern München spielberechtigt. Sowohl Trainer Niko Kovac als auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic halten große Stücke auf den hochtalentierten Außenspieler. Der Kanadier kommt allerdings noch selten zum Zug, musste nun sogar in der Regionalliga aushelfen. Warum ist das so? Zeit für eine Bestandsaufnahme.
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Was haben Mario Götze, Sebastian Rudy und Jan Schlaudraff gemeinsam?
Ja, sie alle waren oder sind deutsche Nationalspieler. Und sie trugen die Nummer 19 beim FC Bayern - und scheiterten mehr oder weniger kläglich. Keinem wurde das Trikot zum Steigbügel für eine außergewöhnlich große Karriere beim deutschen Rekordmeister.
Mittlerweile ziert die 19 den Rücken von Bayern-Neuzugang Alphonso Davies. Der Kanadier will sie vom Fluch befreien und für Furore sorgen. Noch allerdings ist Davies nicht recht aus dem Startblock gekommen.
Erst 18 Minuten spielte er in der Bundesliga - drei Kurzeinsätze. Dabei hat der 18-Jährige durchaus hohe Ziele für seine erste halbe Debüt-Saison in Deutschland. "Ich will in der Rückrunde noch einige Spiele machen", sagt er. Und weiter:
Davies sammelt Spielpraxis in der Regionalliga
Bis es dazu kommt, könnte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Am Tag nachdem Bundesliga-Sieg gegen Hertha, regenerierte ein Großteil der Profi-Mannschaft. Davies nicht. Er musste vor den Augen von Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Co-Trainer Peter Hermann in der Regionalliga ran. Mit der Zweitvertretung des Rekordmeisters siegte er 3:0 gegen Ingolstadt II, steuerte einen Assist bei.
Der erste bayrische Davies-Auftritt über 90 Minuten fand also nicht vor 75.000 sondern vor 689 Zuschauern statt. Ein Schritt zurück, damit es bald nach vorne geht.
"Die Idee dahinter war, Alphonso ein Spiel über 90 Minuten zu geben, das war schon länger mal angedacht", erklärte Trainer Holger Seitz, der damit eben auch andeutet, dass dies im Team von Niko Kovac in naher Zukunft nicht möglich wäre.
Kovac hat Geduld mit Davies
"Phonzie ist ein sehr talentierter junger Spieler", sagt der Cheftrainer und erklärt, warum seine Neuverpflichtung noch nicht im Dunstkreis der ersten Elf auftaucht: "Hier muss man sich zunächst ein bisschen integrieren, das klappt sehr gut. Fußballerisch wird er sich auch noch weiterentwickeln."
Zehn Millionen Euro zahlte der Rekordmeister für den kanadischen Nationalspieler. Dieser Betrag ist Hypothek und Zukunftsinvestition zu gleich.
Davies ist sich dessen bewusst, ackert vier bis fünf Mal die Woche im Deutschunterricht. Auch auf dem Trainingsplatz ist sein Eifer unverkennbar. "Der Fußball hier ist sehr schnell. Ich muss daran arbeiten, Bälle schnell zu verarbeiten. Die erste Ballberührung ist sehr wichtig, das habe ich schon im Training gemerkt", sagt er und gibt zu:
Davies erfuhr vom Bayern-Angebot aus den Medien
Kovac ist klar, was ein Umzug um die halbe Welt samt Anstellung bei einem der größten Fußballklubs der Welt für einen gerade Volljährigen bedeuten.
Deshalb mahnt der Trainer zur Geduld: "Wir müssen dem Jungen Zeit geben, können nicht erwarten, dass er hier sofort Bäume ausreißt. Ich bin mit seiner Entwicklung zufrieden und er wird hoffentlich, wenn seine Ergebnisse stimmen sollten, immer mehr Einsatzzeiten bekommen."
Davies jedenfalls ist bereit, seit er vor gut einem halben Jahr aus den Medien vom ersten Angebot des FC Bayern erfuhr. Kurz danach sei sein Instagram-Account "explodiert", erinnert er sich. Erst danach habe ihm sein Trainer vom Bayern-Interesse erzählt.
"Ich bin hier um zu spielen, zu performen", sagt er nun. "Wann immer der Trainer mir die Chance gibt, gebe ich alles. Ganz egal, wie kurz meine Einsatzzeit ist."
Was er vorhat, ist schnell erzählt: Davies will spielen wie Lionel Messi:
Der Plan klingt einleuchtend. Kommt er zur Umsetzung, besteht die berechtigte Hoffnung, nicht zur nächsten gescheiterten Nummer 19 zu werden.
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