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Fortuna Düsseldorf beendet Negativserie mit Sieg gegen Hertha BSC

"Balsam für die Seele": Düsseldorf watscht lahme Hertha ab

10/11/2018 um 17:22Aktualisiert 10/11/2018 um 18:17

Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat seine Serie von sechs sieglosen Bundesligapartien in Folge beendet. Gegen Hertha BSC kam die Fortuna zu einem 4:1 (0:0)-Heimerfolg. Takashi Usami (50.), Rouwen Hennings (63.) und Benito Raman (84./90.+2) trafen gegen schwach auftretende Berliner, die trotz des Tores von Davie Selke (88.) nach fünf sieglosen Ligaspielen den Anschluss nach oben zu verlieren drohen.

So lief das Spiel:

In den ersten 45 Minuten präsentierten sich beide Teams extrem abwartend. Beim Versuch jeweils die andere Mannschaft in den Ballbesitz zu zwingen, um dann kontern zu können, bewies die Fortuna den längerem Atem, so dass es an der Hertha war, aus dem ungewollten Ballbesitz Produktives zu erzeugen.

Dieses gelang aber kaum. Einzig in der 16. Minute konnte sich die Elf von Pal Dardai durchspielen. Salomon Kalou lupfte den Ball auf Ondrej Duda, der nach einer gelungenen Ballmitnahme frei vor Michael Rensing auftauchte. Dieser zeigte aber seine Klasse, in dem er blitzschnell das linke Bein als Reflex ausfuhr und so das 0:1 verhinderte.

Und die Fortuna? Da war offensiv vollkommene Zurückhaltung angesagt. Allerdings ging die Mannschaft von Friedhelm Funkel dennoch als moralischer Sieger in die Halbzeitpause, da die Hertha nach zwei überflüssigen Aktionen von Maximilian Mittelstädt in Unterzahl geriet (41.).

Nach dem Seitenwechsel war die Fortuna nicht wiederzuerkennen. Mutig und offensiv nahm Düsseldorf das Herz in die Hand und nutzte die Überzahl nahezu in Perfektion aus.

Ein Sonntagsschuss am Samstagnachmittag von Takashi Usami vom linken Strafraumeck in den rechten Torwinkel brachte die Hausherren auf die Siegerstraße (50.).

In Unterzahl hatte Hertha keine Chance mehr, einen Weg zurück in das Spiel zu finden. So waren es Rouwen Hennings (63.) und Benito Raman (84.), die ohne größere Mühe das Spiel entschieden.

Die beiden Treffer von Davie Selke für die Hertha (88.) und Raman für die Fortuna (90.+2) hatten letztlich nur noch statistischen Wert an einem Tag, an dem die Fortuna einen wichtigen Schritt für den angepeilten Klassenerhalt machte, während die Hertha für die europäischen Träume einen herben Dämpfer zu verdauen hat.

Die Stimmen:

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Düsseldorf hat verdient gewonnen. Auch das Ergebnis von 4:1 stimmt am Schluss. Anfangs haben wir ein gutes Spiel gemacht und viel Kontrolle gehabt gegen einen gut organisierten Gegner. Der Platzverweis war unnötig, das war Naivität von Maxi. Es gab Spiele, bei denen es trotz Platzverweis geklappt hat, das war diesmal nicht der Fall. Wir müssen die Niederlage akzeptieren, aber sie tut weh. Wenn ich auf die letzten beiden Spiele gegen Leipzig und in Düsseldorf schaue, muss ich sagen, dass die Pause gut ist für uns."

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen, beide Teams haben sich neutralisiert. Wir haben vorsichtig gespielt, gegen Hertha kann man keinen Hauruckfußball spielen. Ich gebe unumwunden zu, dass uns der Platzverweis in die Karten gespielt hat. Aber die Art und Weise, wie die Mannschaft das umgesetzt hat, ist außergewöhnlich in der Situation, in der wir uns befunden haben. Wir haben weiterhin die Möglichkeit, uns zu verbessern. Es ist nicht alles Gold, was glänzt."

Davie Selke (Hertha BSC): "Ich denke, dass die Rote Karte etwas hart war, doch das ist keine Kritik am Schiedsrichter. Wir mussten dann aufmachen und Düsseldorf hat das gut ausgespielt."

Michael Rensing (Fortuna Düsseldorf): "Zu meiner Parade gibt es nicht viel zu sagen. Ich rede nicht gerne über mich. Dann haben wir heute endlich mal das nötige Glück gehabt. Wir haben hart gearbeitet und dann entsteht das fußballerische Element eben auch daraus. Heute wurden wir für die vergangenen Wochen belohnt. Wenn man auf die Tabelle schaut, war das Balsam für die Seele."

Vladimir Darida (Hertha BSC): "Die erste Halbzeit war ordentlich. Da hatten wir die Chance, das 1:0 zu machen. Dann kam die Rote Karte und wir waren nicht mehr so im Spiel, wie wir es uns vorgestellt haben."

Tweet zum Spiel:

Eine Szene – zwei Meinungen: Nach zwei harmlosen aber taktischen Fouls musste Maximilian Mittelstädt schon in der 41. Minute den Platz verlassen. Hart war die Entscheidung von Robert Hartmann in jedem Fall.

Das fiel auf: Von der Tribüne auf den Platz

Der Samstag von Derrick Luckassen hatte einige unerwartete Wendungen parat. Zunächst berücksichtige Pal Dardai den Niederländer nicht für den Kader in Düsseldorf, nominierte ihn aber nach dem grippalen Infekt von Marvin Plattenhardt nach. Als sich nach 25 Minuten Niklas Stark verletzte, zog der Berliner Trainer dann Luckassen sogar den anderen Innenverteidigern Fabian Lustenberger und Jordan Torunarigha vor und wechselte die Leihgabe ein.

Die Statistik: 1977

Im April 1977 gewann die Hertha zuletzt in Düsseldorf. An dieser schwarzen Serie hat sich auch nach diesem Spiel nichts geändert.

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