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Hertha BSC fügt Eintracht Frankfurt zweite Niederlage in Folge zu

"Im richtigen Moment": Grujic köpft Hertha zum Sieg gegen Frankfurt

08/12/2018 um 20:55Aktualisiert 08/12/2018 um 21:06

Eintracht Frankfurt ist nach einem furiosen Saisonstart in der Bundesliga endgültig aus dem Tritt gekommen. Das Team von Trainer Adi Hütter kassierte durch das 0:1 (0:1) bei Hertha BSC die zweite Niederlage in Folge und verlor vorerst den Anschluss nach ganz oben. Mittelfeldspieler Marko Grujic erzielte mit seinem ersten Bundesliga-Treffer das 1:0-Siegtor (40.) für die Berliner.

So lief das Spiel:

Hertha BSC empfing Eintracht Frankfurt im heimischen Olympiastadion mit dem Ziel, mit den Hessen in der Tabelle nach Punkten gleichzuziehen. Die Frankfurter wollten nach der Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg zurück in die Erfolgsspur finden und sich in den internationalen Rängen festsetzen.

In der Hauptstadt entwickelte sich ein extrem kampfbetontes Spiel mit wenigen spielerischen Highlights. Beide Mannschaften suchten aktiv die Zweikämpfe - zumeist waren lange Bälle Mittel zum Zweck, spielerisch ansehnliche Aktionen Mangelware.

So fiel die Berliner Führung in der 40. Minute exemplarisch nach einem Standard. Marvin Plattenhardt brachte einen Eckball von der linken Seite in die Mitte, Rückkehrer Marko Grujic setzte sich problemlos durch und köpfte die Kugel wuchtig in die Maschen. Kevin Trapp streckte sich vergeblich.

Im zweiten Durchgang wurde das Spiel etwas ansehnlicher. Frankfurt musste kommen, Berlin hatte mehr Raum zum Umschalten. Davie Selke hatte gleich zweimal die Chance auf 2:0 zu stellen, einmal zählte das Tor aufgrund einer Abseitsposition nicht (50.), beim anderen Versuch klärte Trapp noch stark im letzten Augenblick (54.).

Während die Hausherren zu durchaus guten Abschlussmöglichkeiten kamen, fanden die Hessen nicht in ihre Spur. Das Spiel nach vorne war zu fehlerbehaftet, auch im Kombinationsspiel kamen die Frankfurter weiter nicht von der Stelle.

Erst rund 20 Minuten vor Ende der Partie aktivierten die Hessen ihre Kräfte, setzten die Berliner zunehmend unter Druck, erspielten sich jedoch keine hochkarätigen Tormöglichkeiten. Die Hausherren stellten sich defensiv kompakt, ließen nur wenig zu.

Letztlich blieb es beim knappen 1:0-Heimerfolg der Berliner, die einfach die effektivere und cleverere Mannschaft waren. Frankfurt kassierte die zweite Niederlage in Folge, Berlin schraubte das eigene Punktekonto auf 23 Zähler hoch.

Die Stimmen:

Pal Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Ich bin sehr zufrieden. In der ersten Halbzeit waren wir dominant, haben guten Fußball und gutes Positionsspiel gezeigt. In der zweiten Halbzeit müssen wir das zweite Tor machen - wir hatten genügend Konterchancen, aber der letzte Pass ist nicht angekommen. Das ist ärgerlich."

Marko Grujic (Hertha BSC) bei "Sky": "Das Tor war nicht leicht. Wir haben aber im richtigen Moment getroffen, kurz vor der Pause. Uns war klar, dass Frankfurt ein starker Gegner sein würde - aber wir haben uns gut vorbereitet. Das waren sehr wichtige drei Punkte für uns."

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Ich würde die Niederlage als unverdient einstufen, denn wir haben mehr für das Spiel getan. Wir haben Pech gehabt mit der Schiedsrichter-Entscheidung, es war am Ende ein klarer Elfmeter. Ich ärgere mich sehr über diese Niederlage."

Danny da Costa (Eintracht Frankfurt): "Wir haben im Spiel viel zu viele Fehler gemacht und dadurch nie wirklich diesen Zugriff zum Spiel gefunden, den wir eigentlich brauchen. Die Abstände haben nicht gestimmt, da müssen wir ansetzen."

Das fiel auf: Winterdepression

Im Spiel zwischen Berlin und Frankfurt verfiel die Bundesliga urplötzlich in tiefe Winterdepressionen. Die Eintracht, die in dieser Saison mit starkem Kombinationsfußball zu überzeugen weiß und die Berliner, die sich sehr gefällig im schnellen Umschaltspiel zeigen, waren nicht imstande, spielerische Akzente zu setzen.

Keine Kombinationen, kein Zug zum Tor - beide Teams erwischten einen sehr schwachen Tag. Vor allem die Frankfurter fanden nicht in eigene Strukturen, ließen sich von den Berlinern ins zweikampfbetonte Spiel drängen.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 29

Die Frankfurter sind und bleiben das Lieblingsteam der Berliner. In 60 Bundesliga-Duellen konnten sich die Hauptstädter insgesamt 29 Mal durchsetzen. Gegen keinen anderen Erstligisten feierte Hertha BSC so viele Erfolge wie gegen die Hessen.

Video - #TGIM StreamTeam: Die komplette Sendung mit Axel Kruse

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