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Havertz muss weg aus Leverkusen - sofort

Havertz muss weg aus Leverkusen - sofort

17/05/2019 um 12:07Aktualisiert 17/05/2019 um 20:04

Kai Havertz von Bayer Leverkusen ist immer noch ein Teenager, aber in der Entwicklung so weit fortgeschritten, dass Bundestrainer Joachim Löw eine rare Eloge absendet. Längst bemühen sich Europas Topklubs um den Offensivspieler. Mit Leverkusen droht Havertz die Teilnahme an der Champions League zu verpassen, unabhängig davon muss er den nächsten Karriereschritt machen - sofort.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

Bedauerlicherweise ist Rudi Völler nicht auf Twitter, womit dem Netz prächtige Hashtags entgehen (#TiefererTiefpunkt #DreiWeizenbier #WashabenSiedennjetztmitdemRogerSchmidt). Anfang April aber schwirrte die weiße Eminenz von Bayer Leverkusen doch mal im Kurznachrichtendienst umher. "Kai wird bei uns bleiben. Unabhängig vom Ausgang der Saison", wurde Völler in einem Tweet des Klubs zitiert.

"Kai" heißt Havertz mit Nachnamen, und obwohl sich die Spanier, Italiener, Engländer mit der Aussprache abmühen werden, hat sich dieser Nachname bereits im Bewusstsein verankert. Weil Havertz gut ist. Richtig gut. Richtig, richtig gut.

Vor allem aber ist er: immer noch ein Milchgesicht, 19 Jahre jung.

"Kai Havertz hat das Potential, ein Weltstar zu werden"

Das ist manchmal schwer zu glauben und sowieso immer im Kontext zu halten. Am 11. Juni entwächst Havertz der Teenie-Zeit, bisher hat er an 87 Bundesligaspielen teilgenommen, 23 Tore erzielt und 19 Vorlagen gegeben. In dieser Saison gelangen ihm 16 Liga-Treffer, achtmal davon das 1:0, Rekord.

Es ist ein Genuss, dem 1,88-Meter-Schlaks bei der Ausübung seines Berufes zu beobachten: Wie er die Ruhe bewahrt und den Blick für die Gesamtkomposition; wie er sich aus kniffligen Situationen löst; wie er den Ball behandelt, als wäre er eine teure Vase - formschön wie zerbrechlich. Und wie er Tore schießt. Heutzutage wird ja viel verteidigt im Fußball, was ein Trend ist, dem sich Havertz nicht entziehen kann. Allerdings begreift er das Ganze nicht als bloßen Pragmatismus: Havertz spielt Fußball.

Video - Trotz Vertrag bis 2022 - Havertz: "Was nach der Saison ist, wird man sehen"

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"Kai", sagt sein Leverkusener Vereinskollege Julian Brandt, "hat das Potential, ein Weltstar zu werden". Für Joshua Kimmich aus München ist Havertz "ein Spieler, der sehr gut zu uns passen würde". Klarer noch: "Einer für Bayern!"

Sehr sicher ist er einer für die Champions League, je früher, desto besser, wobei Leverkusen mal wieder in Leverkusener Muster verfallen ist und die Pole Position im Rennen um Rang vier verschenkt hat. Am letzten Spieltag läuft Bayer reelle Gefahr, die Teilnahme wie im Vorjahr aufgrund der Tordifferenz zu verpassen, und dann würde Havertz wohl flügge.

Was Löw über Havertz sagt, spricht für sich

Wir können das Spektrum sogar weiter erstrecken: Havertz muss weg aus Leverkusen, sofort. Unabhängig von der Champions League. Und unabhängig von Tweets mit Rudi Völler.

Drei Länderspiele hat der offensive Mittelfeldmann absolviert, für die EM 2020 wird er höchstwahrscheinlich im Stamm eingeplant. Wer weiß, dass Bundestrainer Joachim Löw bei Talenten nicht zur ausladenden Eloge neigt, und wer denn sieht, was Löw über Havertz sagt, beantwortet viele Fragen selbst:

"Seine Entwicklung ist auffällig gut. Er wirkt sehr abgeklärt, hat eine gute Ballbehandlung, eine gute Übersicht und die Orientierung nach vorne. Ich kann mir gut vorstellen, dass er in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle spielen kann."

Kai Havertz ist gut. Richtig gut. Richtig, richtig gut.

Sorry, Bayer: Er ist zu gut Leverkusen.

Jetzt schon.

Video - Havertz' Mentoren: Auf diese Spieler hört der Bayer-Star

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