Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen: FC Schalke 04 schlittert weiter in die Krise

Der FC Schalke 04 hat auch am 16. Bundesliga-Spieltag keine Punkte geholt. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco verlor gegen Bayer 04 Leverkusen mit 1:2 (1:2). Die Tore für die Gäste erzielten Aleksandar Dragovic (26.) und Lucas Alario (35.). Den Anschlusstreffer für Schalke machte Haji Wright kurz vor dem Pausenpfiff. Damit bleibt Tedescos Team bei mickrigen 15 Punkten.

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So lief das Spiel:

So stimmungsvoll startete wohl selten ein Bundesligaspiel. Vor Anpfiff verabschiedeten die Schalker Fans mit einer beeindruckenden Choreo den Kohleabbau, der so tief mit dem Klub verbunden ist.
Auf dem Spielfeld war dann wesentlich weniger los. Beide Mannschaften versuchten in erster Linie, eigene Fehler zu vermeiden, um ja nicht in Rückstand zu geraten. So entstand ein Ballgeschiebe ohne wirkliche Offensivaktion bis zur 25. Minute.
Dann gab Bayer ein Lehrbeispiel in Sachen Effektivität zum Besten. Leon Bailey zirkelte den Ball an den Pfosten, und Aleksandar Dragovic staubte zum 0:1 ab (26.). Der Treffer wurde erst nach Rückmeldung aus Köln gegeben, da der Video-Assistent richtig sag, dass der Österreicher nicht wie zuerst angezeigt im Abseits stand.
Mit einer starken Einzelaktion von Lucas Alario legte Leverkusen nach. Der Argentinier drehte sich an der Strafraumkante blitzschnell und schickte die Kugel dann mit links flach auf das Tor. Ralf Fährmann sah bei dem Treffer allerdings gar nicht gut aus (35.).
Die eigentlich geduldigen Schalker Fans bereiteten sich bereits vor, ihre Elf mit einem Pfeifkonzert in die Pause zu verabschieden, ehe der 20-Jährige Haji Wright eine Ecke mit dem Fuß zum 1:2-Anschlusstreffer ins Netz verlängerte und so für Milde auf den Rängen sorgte.
Nach dem Seitenwechsel wurden die fußballerischen Momente nicht besser – stattdessen steigerte sich praktisch minütlich die Härte in der Partie. Schalke versuchte sich über Leidenschaft ins Spiel zu kämpfen, doch bis auf eine Konterchance, die der eingewechselte Yevhen Konoplyanka kläglich liegen ließ (77.), erspielten sich die Hausherren keine großen Gelegenheiten mehr.
So reichte Leverkusen letztlich eine durchschnittliche Leistung, um die drei Punkte zu entführen. Für Schalke dürfte es um Weihnachten herum nun speziell für Trainer Domenico Tedesco noch ungemütlicher werden.

Die Stimmen:

Domenico Tedesco (Trainer Schalke 04): "Leverkusen macht mit drei Chancen zwei Tore. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel dann kontrolliert. Das Ergebnis ist nicht okay, aber wir müssen es akzeptieren. Wir wissen um die Situation, die ist nicht erst seit gestern oder heute so."
Bastian Oczipka (FC Schalke 04): "Die Fans sind natürlich unzufrieden, da müssen wir jetzt durch. Wir haben uns natürlich viel vorgenommen. Die beiden Gegentore fallen dann aus dem Nichts. Das passt zu unserer Situation. Die Verunsicherung ist da. Die Zuschauer wurden unruhig. Im Endeffekt haben wir uns die Riesenchancen nicht erspielen können."
Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Die ersten 20 Minuten hatten Freundschaftsspielcharakter. Da war wenig Bewegung, auch von meiner Mannschaft. Das 1:0 hat befreiend gewirkt. Nach dem 2:0 haben wir das Spiel gut kontrolliert. Ärgerlich, dass Schalke kurz vor der Halbzeit den Anschlusstreffer macht. Dadurch wurde es schwer."
Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen): "Das war sicherlich nicht das beste Spiel, aber wir haben heute richtig körperlich dagegen gehalten. Deshalb bin ich auch stolz auf die Mannschaft. Wir wollen natürlich jetzt gegen Hertha gewinnen. Dann hätten wir zwar immer noch zu wenige Punkte, aber es wäre okay."
Julian Baumgartlinger (Bayer Leverkusen): "Das war nicht schön, doch nur so geht es. In unserer Situation geht es nicht um einen Schönheitspreis, sondern um Punkte. Wenn Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammen passen, dann muss man immer so auftreten. Wir waren heute sehr bei uns, das hat funktioniert und so müssen wir weitermachen."

Tweet zum Spiel:

Kurz vor Weihnachten präsentierten sich die Schalker Fans noch einmal in Ausnahmeform. Trotz der schlechten Hinrunde sorgten die Anhänger für eine beeindruckende Atmosphäre und eine große Unterstützung ihres Teams – zumindest über weite Strecken der Begegnung.

Das fiel auf: Härte statt Fußball

Beide Mannschaften waren vor Saisonbeginn als Kandidaten für die Champions League gehandelt. Dass sowohl Schalke als auch Leverkusen jedoch nicht ganz zu Unrecht in den unteren Tabellenregionen herumdümpeln, war im direkten Aufeinandertreffen zu sehen. Fußballerisch blieb vieles Mangelware. Stattdessen traten beide Teams ganz schön um sich, sodass Schiedsrichter Deniz Aytekin acht Gelbe Karten verteilen musste.

Die Statistik: 1/6

Nach fünf Niederlagen gegen alle anderen deutschen Europapokalteilnehmer in dieser Hinrunde gab es für Bayer Leverkusen im sechsten Versuch endlich einen Sieg.
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