Pleite gegen den FC Augsburg: Hannover 96 zurück im Keller der Bundesliga

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Hannover 96 ist nach seinem kurzen Aufwärtstrend wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Die Niedersachsen verloren ihr Heimspiel gegen den FC Augsburg nach einer schwachen Vorstellung mit 1:2 (0:1) und rutschten in die Abstiegszone ab. Khedira (8.) und ein umstrittener Elfer von Finnbogason (63.) sorgten für die Niederlage. Der Anschlusstreffer durch Ilhas Bebou (72.) kam zu spät.

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Fotocredit: Eurosport

So lief das Spiel:

Die Augsburger begannen aktiver und kamen bereits in der Anfangsphase gefährlich zum Abschluss. Nachdem Marco Richter und wenige Sekunden später Ja-Cheol Koo in der sechsten Minute scheiterten, dauerte es nicht lange, bis Rani Khedira seine Mannschaft verdient in Führung schoss: Philipp Max beförderte einen Eckstoß von links hoch nach innen, wo Waldemar Anton am langen Pfosten mit seinem Klärungsversuch scheiterte. Khedira nutzte aus, dass Hannovers Kapitän es nicht schaffte, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, indem er aus kurzer Distanz rechts oben zum 1:0 einnetzte (8.).
96 fand in den entscheidenden Zonen zunächst kaum ein Durchkommen, strahlte mit zunehmender Dauer aber mehr Torgefahr aus. Beide Mannschaften erarbeiteten sich im ersten Abschnitt sieben Torschüsse, die Hausherren setzten aber lediglich einen davon aufs Ziel (Ihlas Bebou, 20.). Die bayerischen Schwaben verfügten über eine höhere Abschlussqualität, die zusammen mit individuellen Fehlern auf niedersächsischer Seite maßgeblich für die Pausenführung verantwortlich war.
Gleiches Bild zu Beginn des zweiten Durchgangs: Die Niedersachsen hatten vor allem aufgrund fehlender Kreativität weiterhin große Schwierigkeiten, sich im vorderen Drittel durchzusetzen. Nach etwas mehr als einer gespielten Stunde stellte der FCA auf 2:0 und investierte anschließend nicht mehr allzu viel. In der 61. Minute traf Daniel Baier mit seinem Schuss aus etwa eineinhalb Meter Entfernung Genki Haraguchi im Strafraum am Arm, der relativ weit ausgestreckt war. Augsburgs Kapitän beschwerte sich lautstark, der Unparteiische ließ aber zunächst weiterlaufen. Dr. Robert Kampka hatte dann aber Kontakt mit dem Video-Assistenten und sah sich die Szene selbst am Bildschirm an. Nach kurzer Zeit entschied er auf Handelfmeter: Alfreð Finnbogason trat zum Strafstoß an, schickte Michael Esser auf die falsche Seite und schoss rechts halbhoch zum 2:0 ein (63.).
Hannover verkürzte in der 72. Minuten auf 1:2 und drückte danach auf den Ausgleich. Martin Hinteregger köpfte den Ball nach einer Flanke von Muslija direkt zu Bebou, der ihn mit der Brust abtropfen ließ und aus zentraler Position, etwa 19 Meter vor dem Kasten, zum 1:2 ins rechte Eck schoss.
Die Gäste wackelten in der Schlussphase. In der 84. Minute gab Haraguchi den Ball von rechts hoch in den Strafraum, wo der eingewechselte Hendrik Weydant per Kopf aufs rechte untere Eck wuchtete. Andreas Luthe tauchte blitzschnell nach unten und parierte mit einer Hand. Augsburg rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.

Die Stimmen:

Andre Breitenreiter (Trainer Hannover 96): "Wir haben von Beginn an nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten. Wir waren über 65 Minuten immer der zweite Sieger. Wir waren ganz schlecht zu Beginn, haben direkt zwei Drucksituationen gegen uns, eine führte zum 1:0. Wir bekommen dann leider aus dem Nichts die Elfmetersituation und das 2:0. Natürlich eine Wahnsinns-Entscheidung, aber auch die mussten wir akzeptieren. Wir zeigen dann in den letzten 35 Minuten, wie wir spielen wollen und erspielen uns Chancen. Aber leider wollte der Ball dann nicht rein."
Manuel Baum (Trainer FC Augsburg): "Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen. Wir schießen das 1:0 und damit ist unser Offensivfaden dann etwas gerissen. Nach dem Tor war das gefühlt nur noch ein Abnutzungskampf, wo weder wir noch Hannover große Chancen hatten. Wir haben das Spiel nach Hause gekämpft. Defensiv bin ich wieder einmal zufrieden, so wie gegen Leipzig. Aber offensiv können wir mehr als das was wir gezeigt haben."
Horst Heldt (Manager Hannover 96): "Die Augsburger haben es sehr gut gemacht und der Schiedsrichter hatte heute genauso wie wir einen rabenschwarzen Tag. Ich verstehe es nicht und habe keinen Bock mehr, über so einen Mist zu reden. Wenn das eine glasklare Fehlentscheidung gewesen ist, wenn ein Spieler aus einem halben Meter Entfernung angeschossen wird. Wo soll er die Hände hintun? Soll er sie in der Kabine lassen? Das ist keine glasklare Fehlentscheidung und dann mischt er sich ein und sagt, dass es doch Handspiel war."
Schiedsrichter-Experte Markus Merk bei "Sky": "In den letzten Jahren wurde es nicht so entschieden. Aber, wenn man die Anweisungen der Schiedsrichterkommission sieht, dann wurde ganz klar kommuniziert, dass wenn ein Abwehrspieler so in die Schussbahn geht, ist auf Elfmeter zu entscheiden. Deshalb war es ein Strafstoß und es wurde richtig gehandelt. Inwieweit der Videoassistent eingreifen sollte, ist die nächste Frage."
Ihlas Bebou (Hannover 96): "Wir haben die erste Halbzeit ein bisschen verschlafen offen gesagt und wir mussten auch irgendwie ins Spiel reinfinden, wir waren nicht so griffig wie die Augsburger und in der zweiten Halbzeit haben wir den Elfmeter bekommen und ab da wurden wir erst so richtig wach - würde ich sagen."
Rani Khedira (Torschütze FC Augsburg): "Wir haben es in der Tat gestern so einstudiert. Ich bin natürlich überglücklich, dass mir der Ball vor die Füße fällt und ich ihn dann ganz locker ins Tor schieben darf."Andreas Luthe (Torhüter FC Augsburg): "Es war heute sicherlich nicht unser bestes Spiel. In der Saison gibt es immer so Schlüsselmomente, die zeigen, in welche Richtung es geht. Heute war so ein Schlüsselspiel und ich bin froh, dass wir den Sieg geholt haben und in der Tabelle wieder ein bisschen nach oben gekommen sind."

Der Tweet zum Spiel:

Der Augsburger Keeper war wieder einmal entscheidend am Erfolg beteiligt.

Das fiel auf: Déjà vu

Hannover gewann seit etwas mehr als einem Jahr nicht mehr auf fremden Rasen. Beim letzten Auswärtssieg (2:1 am 21.10.) im deutschen Fußball-Oberhaus hieß der Gegner im September ebenfalls FC Augsburg. Dass beide Vereine auch in dieser Spielzeit im selben Monat aufeinandertrafen, ist nicht die einzige Gemeinsamkeit: Die nächste Aufgabe der 96er ist die zweite DFB-Pokalrunde, in der sie auf den VfL Wolfsburg treffen - ebenso war es in der Saison 17/18, als die Breitenreiter-Elf mit 0:1 ausschied.

Die Statistik: 64

Der FC Augsburg kassierte neun seiner 14 Gegentore in dieser Saison in der letzten halben Stunde plus Nachspielzeit (64 Prozent). Kein Verein im deutschen Fußball-Oberhaus wurde in diesem Zeitraum so oft bezwungen.
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