Plötzlich Bayern-Jäger - in Wolfsburg und Berlin genießt man das

Gänzlich unerwartet ist aus der Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC ein Duell der Bayern-Jäger geworden. Beide Mannschaften fühlen sich in dieser Rolle durchaus nicht unwohl. Zusammen vier Spiele, vier Siege, acht Tore - und plötzlich auf den Spuren von Tabellenführer Bayern München.

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Nach sehr schwierigen Zeiten beim VfL Wolfsburg und problematischen Phasen bei Hertha BSC nimmt man vor dem direkten Duell die ungewohnte Verfolgerrolle gerne an. VfL-Sportgeschäftsführer Jörg Schmadtke sagte dem SID:
Dass Wollen aber nicht gleichbedeutend mit Können sein muss, schickte der 54-Jährige aber postwendend hinterher: "Zunächst müssen wir uns deutlich stabilisieren. Nach zwei Spieltagen vom internationalen Wettbewerb zu sprechen, geht mir ein bisschen zu schnell."
Doch saisonübergreifend haben die Niedersachsen nun schon sechs Pflichtspiele in Serie gewonnen.
Für Trainer Bruno Labbadia ein guter Grund, optimistisch gestimmt einen weiteren Dreier anzustreben. "Wir können auf die ersten beiden Bundesligaspiele aufbauen. Deshalb möchte ich, dass wir mit Riesenfreude in die Partie gegen Hertha gehen", sagte Labbadia. Die Berliner würden es seiner Mannschaft schwer machen, "aber ich bin gespannt, wie wir mit dieser Aufgabe umgehen werden".
Der Coach setzt trotz leichter Blessuren auf seine angeschlagenen Stammkräfte Ignacio Camacho und Renato Steffen. Der Spanier hatte einen Schlag auf den hinteren Oberschenkel bekommen, Steffen laboriert an einem Bluterguss am Fuß. Labbadia:
Das Team seines Kollegen Pal Dardai hat nach 180 Bundesligaminuten als einzige Mannschaft noch kein Gegentor kassiert. Was aber nicht heißt, dass der Hauptstadtklub mit einer defensiven Grundeinstellung in die Begegnung gehen wird, im Gegenteil:

Labbadia während der Saisonvorbereitung die richtigen Resetknöpfe gedrückt.

Die erfolgreich absolvierte Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Holstein Kiel war die Initialzündung für den sportlichen Umschwung, der ohne großangelegten Personalaustausch gelang. Doch die auch in der abgelaufenen Spielzeit bereits exzellenten Einzelspieler bilden nun auch eine echte Mannschaft.
Am Teamspirit fehlte es bei den Gästen schon in der letzten Saison nicht, doch die Dardai-Truppe hatte mit der Doppelbelastung durch die Europa League so ihre Probleme. Jetzt ist die Hertha-Brust nach den beiden Auftaktsiegen breit. Stürmer Davie Selke sagte im "kicker-Interview":
Der U21-Europameister hinterließ nach einem im Juli erlittenen Pneumothorax zuletzt einen guten Eindruck. Ob er die Reise nach Wolfsburg antritt, entscheidet sich nach dem Abschlusstraining am Freitag. Fraglich ist auch der Einsatz von Abwehrspieler Jordan Torunarigha.
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