Stürmische Borussia Mönchengladbach überrennt harmlosen VfB Stuttgart

Borussia Mönchengladbach hat am 14. Bundesliga-Spieltag den VfB Stuttgart mit einem klaren 3:0 (0:0) bezwungen und bleibt damit erster Verfolger des Spitzenreiters Borussia Dortmund. Der Rückstand beträgt sieben Punkte. Die Treffer erzielten Raffael (69.), Florian Neuhaus (77.) und Benjamin Pavard (Eigentor, 84.). Beim VfB sah der eingewechselte Erik Thommy Gelb-Rot (83.).

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

So lief das Spiel:

Die Gladbacher war im ersten Abschnitt spielbestimmend. Sie hatten 73 Prozent Ballbesitz, konnten diesen aber zu selten in nennenswerte Offensivszenen ummünzen. Gefährlich wurde es für den VfB meist lediglich nach ruhenden Bällen beziehungsweise hoch hereingegebenen Hazard-Ecken. So auch in der 27. Minute: Thorgan Hazard schlug einen Eckstoß hoch nach innen, wo Michael Lang den Ball aufs Tor lenkte. Alassane Pléa drückte ihn aus kurzer Distanz über die Linie, befand sich jedoch hauchdünn im Abseits. Der Treffer zählte nicht. Der Ball wäre höchstwahrscheinlich auch ohne Pléas Berührung im Kasten gelandet.
Drei Minuten später bediente Anastasios Donis seinen Offensivpartner Mario Gómez per Steckpass. Der ehemalige Bayernkicker lief auf Yann Sommer zu, scheiterte in der rechten Sechzehnerhälfte mit seinem Flachschuss aber am stark parierenden Keeper. Die Stuttgarter standen vor dem Seitenwechsel insgesamt betrachtet defensiv relativ stabil und fokussierten sich auf Konter.
Zwar waren die Borussen nach der Pause zunächst weiterhin das aktivere Team, nach etwa zehn Minuten kippte dies jedoch. Die Schwaben investierten nun etwas mehr, Torchancen waren auf beiden Seiten aber lange Zeit Mangelware. In der 61. Minute hatte "Fohlen"-Coach Dieter Hecking ein goldenes Händchen und wechselte mit Florian Neuhaus und Raffael die spielentscheidenden Protagonisten ein.
In der 69. Minute lief Hazard mit hohem Tempo den linken Flügel entlang und bediente Neuhaus, der nach innen flankte. Raffael stieg zwischen Emiliano Insúa sowie Marc-Oliver Kempf empor und köpfte zum 1:0 ein.
Lediglich acht Minuten später bediente Nico Elvedi Ibrahima Traoré rechts im Strafraum. Dieser beförderte den Ball an den langen Pfosten, wo Hazard auf Neuhaus querlegte. Der ehemalige 1860-Akteur ließ Erik Thommy aussteigen und schob flach zum 2:0 ins rechte Eck.
Der zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselte Thommy musste in 83. Minute aufgrund eines taktischen Foulspiels an Hazard mit Gelb-Rot vom Platz. Eine Minute später rappelte es zum dritten Mal: Raffael bediente Lars Stindl hoch in der linken Sechzehnerhälfte. Der Kapitän beförderte den Ball per Direktabnahme scharf in den Fünfer, wo Benjamin Pavard ihn unglücklich zum 3:0-Endstand ins eigene Tor lenkte.
Gladbach feierte den siebten Sieg im siebten Heimspiel und verteidigte den zweiten Platz. Stuttgart findet sich auf dem Relegationsplatz wieder. Bei den Schwaben deuten sich zudem Personalsorgen an: Sowohl Dennis Aogo, Andreas Beck als auch Pavard mussten gegen die Borussia verletzungsbedingt runter. Pavard zog sich einen Muskelfaserris zu, womit das Fußball-Jahr für ihn beendet sein dürfte. Zudem zieht die Gelb-Rote Karte für Thommy eine Sperre nach sich.

Die Stimmen:

Lars Stindl (Kapitän Borussia Mönchengladbach): "Respekt an die ganze Mannschaft. Aus diesem Spiel können wir sehr viel ziehen. Die zweite Hälfte war sehr reif von uns. Da waren wir sehr geduldig und haben mit Vertrauen gespielt. Ich muss unserer Mannschaft wirklich einen riesen, riesen Respekt zollen. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr frei, geduldig, ruhig und klar gespielt und mit Vertrauen in das, was wir tun. Wir haben viel Qualität und bringen sie auch auf den Platz."
Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Der Respekt ist wieder da vor dem BORUSSIA-PARK. Das haben wir uns erarbeitet und wollen es nicht aus der Hand geben. In der ersten Halbzeit hatten wir nicht ganz so den Zug zum Tor, in der zweiten Halbzeit haben sich dann Lücken ergeben. Unsere Ersatzspieler sind eine Qualität, die wir in der letzten Saison so nicht hatten."
Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart): "Grundsätzlich haben wir gut verteidigt, aber dann waren wir nicht nah genug am Mann dran. Gladbach hat die Qualität und nutzt das aus."
Markus Weinzierl (Trainer VfB Stuttgart): "Heute ist sehr viel zusammengekommen. Wir haben über 70 Minuten sehr ordentlich verteidigt und hatten durch Mario Gomez eine große Möglichkeit. So viele Chancen kriegst du gegen solch einen Gegner nicht, da musst du effektiv sein. Nach den zwei verletzungsbedingten Wechseln in der ersten Halbzeit hatten wir am Ende wenig dagegenzusetzen. In der Schlussphase lief dann alles gegen uns."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Aogos Gelbe Karte

Der 31-jährige gebürtige Karlsruher lief in der 26. Minute leicht humpelnd in Richtung Seitenlinie, wo er sich einen Meter davor auf den Boden setzte, wodurch seine anstehende Auswechslung verzögert wurde. Schiedsrichter Deniz Aytekin bestrafte ihn für dieses unsportliche Verhalten mit Gelb.

Die Statistik: 100

Es war ein Jubiläumsduell. Beide Vereine standen sich wettbewerbsübergreifend zum insgesamt 100. Mal in einem Pflichtspiel gegenüber. Die Bilanz: Stuttgart setzte sich 39 Mal durch, Gladbach 33 Mal. 28 Mal gab es keinen Sieger.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung