So lief das Spiel:

Der Fünfte zu Gast beim Sechsten, oder auch zu Gast bei Freunden: Dieter Hecking traf mit seinen Gladbachern auch auf die eigene Vergangenheit. Von 2012 bis 2016 trainierte der 54-Jährige die Niedersachsen – Gastgeschenke wollte er dennoch nicht verteilen.
Die Fohlenelf startete dementsprechend mit viel Schwung in die Partie, Neuzugang Michael Lang machte bei seinem Bundesligadebüt immer wieder Tempo über die rechte Seite, ähnlich wie Mitspieler Florian Neuhaus auf der linken.
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Ebenjener Neuhaus war dann auch am Führungstreffer der Gäste beteiligt. Nach einem gut herausgespielten Angriff über Thorgan Hazard und Denis Zakaria legte Neuhaus den Ball nach links raus, wo Alassane Pléa von Robin Knoche nicht gestört wurde und den Ball aus 16 Metern mit viel Gefühl ins lange Eck schlenzen konnte (7.).
Die Gäste-Führung hatte allerdings nicht lange Bestand. Nur fünf Minuten später traf Renato Steffen zum Ausgleich – und wieder war Pléa entscheidend beteiligt. Der Franzose spielte einen haarsträubenden Fehlpass vor dem Strafraum, Steffen bedankte sich und knallte die Kugel aus 20 Metern mit links flach ins rechte Eck (12.).
Anschließend entwickelte sich eine ansehnliche Partie, in der beide Mannschaften immer wieder spielerische Lösungen suchten. In der 20. Minute jubelten die Wolfsburger gar erneut – ein Treffer von Wout Weghorst wurde allerdings von Schiedsrichter Felix Zwayer zurückgenommen. Der Niederländer hatte bei der Freistoßflanke von Maximilian Arnold Nico Elvedi zu Fall gebracht.
Auf der anderen Seite versuchte es Hazard noch einmal aus der Distanz, setzte den Ball aber doch deutlich links am Tor vorbei (30.).
Der zweite Durchgang war dann quasi eine Kopie des ersten. Erneut konnte Borussia Mönchengladbach früh in Führung gehen. Nach einer Ecke für die Wolfsburger konterte das Hecking-Team mustergültig. Christoph Kramer öffnete das Spiel mit einem Pass auf Patrick Herrmann, der gleich drei Gegenspieler auf sich zog und dann Hazard mustergültig links im Strafraum bediente. Der Belgier schlenzte den Ball an Casteels vorbei ins rechte obere Eck (48.).
Das Hecking-Team hatte nun die Oberhand und durch Pléa beinahe noch einen drauf gesetzt. Der Franzose scheiterte nach feiner Vorarbeit von Herrmann allerdings kläglich (56.).
Stattdessen glichen die Gladbacher erneut aus. Eine Hereingabe von der rechten Seite von Yunus Malli wurde von Nico Elvedi noch leicht abgefälscht, in der Mitte ließ Wout Weghorst Matthias Ginter nicht gut aussehen und spitzelte den Ball ins kurze Eck (59.).
Ähnlich wie in der ersten Halbzeit ließ die Partie auch jetzt nach dem Ausgleich nach. Beide Mannschaften scheuten in letzter Konsequenz das Risiko. Die besseren Chancen hatten in der Schlussphase dann aber doch die Gastgeber. William (81.) vergab jedoch freistehend vor Yann Sommer, ebenso wie Jerome Roussillon, dessen Kopfball in der Nachspielzeit über dem Kasten landete (90.+4).

Die Stimmen zum Spiel:

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Zweimal zu führen ist im Fußball nicht viel. Wir haben leider durch zwei Fehlpässe den Gegner wieder eingeladen. Daher denke ich, dass das Unentschieden unterm Strich auch in Ordnung geht. Wolfsburg ist deutlich stabiler als letztes Jahr. Mein Gefühl war, dass wir sie bis zum 2:2 im Griff hatten. Mit dem Punkt kann ich aber gut leben, den nehmen wir mit."
Bruno Labbadia (Trainer VfL Wolfsburg): "Ich bin zufrieden mit der Art und Weise, wie wir uns präsentieren, wie wir Fußball spielen. Auch wie wir immer wieder zurückkommen, das muss man mal unabhängig vom Ergebnis sagen. Das ist klasse. Das war ein sehr intensives Spiel. Wir mussten die Gladbacher an ihren gefährlichen Kontern hindern, das ist uns zweimal nicht gelungen. Daran sieht man auch die Qualität der Gladbacher. Meine Mannschaft ist nach den zwei Nackenschlägen aber wieder zurückgekommen, am Ende waren wir dem 3:2 näher."
Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach): "Vom Gefühl her wäre mehr drin gewesen. Wir waren gut im Spiel, haben gleich mit 1:0 geführt. Das hätten wir ein bisschen länger halten können, ähnlich wie in der zweiten Halbzeit. Dann ist keiner mehr das letzte Risiko gegangen. Es gibt nicht die eine Erklärung dafür, warum es auswärts nicht läuft."
Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach): "Es ist immer schön für einen Offensivspieler, wenn man ein Tor macht oder vorbereitet. Heute ist es allerdings natürlich ärgerlich, wenn man zweimal führt und dann nicht gewinnt. Aber über das gesamte Spiel gesehen ist das Unentschieden sicherlich in Ordnung."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Die Gladbacher Auswärtsschwäche hält an

So richtig fiel ihnen nach dem Spiel keine Erklärung ein. Sowohl Patrick Herrmann, als auch Matthias Ginter wurden auf die seit Februar andauernde Gladbacher Auswärtsmisere angesprochen – seitdem haben die Fohlen in der Fremde nicht mehr gewinnen können. Allerdings fiel auch den beiden Routiniers keine Lösung ein. Tenor: "Wenn wir es wüssten, hätten wir das Problem schon längst behoben." An der Unterstützung der Fans kann es jedenfalls nicht liegen. Schließlich fanden 4000 Gladbach-Fans den Weg in die Volkswagen-Arena.

Die Statistik: 14

Die Serie hält. Zum 14. Mal in Folge bleibt der VfL Wolfsburg gegen Borussia Mönchengladbach zu Hause ungeschlagen. Seit 2003 gelang den Fohlen kein Sieg mehr bei den Niedersachsen.
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