Werder Bremen - VfB Stuttgart | VfB stoppt Talfahrt mit Remis bei Werder

Der VfB Stuttgart hat sich am 23. Spieltag der Bundesliga beim SV Werder Bremen ein 1:1 (1:1) erkämpft und damit nach fünf Auswärtspleiten in Folge mal wieder auswärts gepunktet. Steven Zuber (2.) brachte die Gäste früh in Führung, Davy Klaassen (45.) glich für den Europacup-Aspiranten aus. Werder konnte nur eins der letzten fünf Spiele gewinnen (vier Remis), der VfB ist seit acht Spielen sieglos.

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So lief das Spiel:

Die Schwaben legten furios los und gingen nach etwas mehr als einer Minute in Führung. Maximilian Eggestein verpasste es, bei einem langen Schlag von Andreas Beck einzurücken, sodass Mario Gómez auf Steven Zuber verlängerte. Dieser entwischte Theodor Gebre Selassie, hatte nur noch Jiří Pavlenka vor sich und schob nach exakt 61 Sekunden flach am Keeper vorbei zum 1:0 ins rechte Eck (2.).
Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt wirkte aufgrund des frühen Rückstandes zunächst verunsichert und benötigte einige Zeit, ehe sie erstmals nennenswert in der Offensive auftauchte - Milot Rashica schoss in der 15. Minute nach tollem Solo aus etwa 14 Metern knapp vorbei.
Anschließend erhöhten die Werderaner die Anzahl ihrer Ballaktionen mit zunehmender Dauer immer weiter, schafften es gegen zweikampfstarke und stabil stehende Stuttgarter, die auf Konter lauerten, aber nur selten, in den entscheidenden Bereichen Lücken zu finden.
Kurz vor der Halbzeitpause vergab Gómez die Riesenmöglichkeit auf das 2:0 (44.), wenig später netzte Davy Klaassen per Sonntagsschuss zum 1:1-Halbzeitstand ein: Rashica bediente Max Kruse, der aus halblinker Position nach innen auf Klaassen passte. Dieser legte sich den Ball klasse mithilfe einer Drehung zurecht und zimmerte aus der zweiten Reihe ins linke obere Eck (45.).
Werder dominierte die zweite Halbzeit und erarbeitete sich ein dickes Chancenplus (9:1 Torschüsse nach dem Seitenwechsel). Allerdings schafften es die Hanseaten lediglich zwei ihrer neun Abschlüsse auf das Ziel zu befördern.
VfB-Coach Markus Weinzierl variierte seine Formation bei gegnerischem Ballbesitz zwischen einer Vierer- und einer Fünfer-Abwehrreihe. Bei beiden Ausprägungen wurde sich auf das Verdichten vor der defensiven Gefahrenzone fokussiert.
Die Schwaben kamen im zweiten Durchgang lediglich einmal zum Abzug, schossen dabei aber am Ziel vorbei. Das Ergebnis ist vor allem aufgrund der tollen Stuttgarter Defensivarbeit durchaus leistungsgerecht.

Die Stimmen:

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Vom Ergebnis her war es zu wenig, um oben dranzubleiben. Es war nicht unsere beste Leistung, aber ich kann meiner Mannschaft auch keinen riesigen Vorwurf machen. Wir wollten Emotionen schüren, aber Stuttgart hat uns nichts angeboten. Es war kein Spiel, das viele Tempooptionen geboten hat. Es ist sehr ärgerlich, weil wir gewinnen wollten."
Markus Weinzierl (Trainer VfB Stuttgart): "Das Selbstvertrauen nehmen wir mit, weil wir gegen eine gute Bremer Mannschaft dagegengehalten haben. Wir sind gut reingekommen, waren früh in Führung und hatten zwei hundertprozentige Chancen durch Mario Gomez, da müssen wir das 2:0 machen. Das 1:1 kurz vor dem Halbzeitpfiff war ein Nackenschlag. Es ist nicht leicht, die Bremer zu verteidigen. Das haben wir gemacht, mit dem Punkt können wir leben."
Max Kruse (SV Werder Bremen): "Stuttgart hat sich hinten reingestellt und der Schiedsrichter hat auch nicht gerade für uns gepfiffen. Nach zehn Minuten kann es 0:2 stehen, nur Pavlas (Keeper Jiri Pavlenka, Anm. d. Red.) hält uns da im Spiel. Da waren wir nicht wach - das darf uns nicht passieren. Danach stellt sich der VfB hinten rein und wir haben keine Lösungen gefunden."
Mario Gómez (VfB Stuttgart): "Wenn ich eine meiner Chancen mache, steht es 2:0. Das tut mir leid für die Mannschaft. Insgesamt war es ein Schritt nach vorne. Der Punkt tut uns gut."
Sebastian Langkamp (SV Werder Bremen): "Anspruch und Wirklichkeit klaffen aktuell etwas auseinander. Wir haben uns die Ziele hochgesteckt, da ist ein 1:1 zuhause gegen den Sechzehnten zu wenig."
Maximilian Eggestein (SV Werder Bremen): "Das frühe Gegentor darf so nicht fallen. Danach wussten wir, dass es schwer wird. Wir hatten ein paar gute Chancen, die wir dann nicht nutzen konnten. Das 1:1 ist natürlich zu wenig für uns."

Der Tweet zum Spiel:

Stand dieser Statistik: Halbzeitpause. Und dabei hatten die Bremer vor dem Seitenwechsel beeindruckende 76 Prozent Ballbesitz.

Das fiel auf: Nächster Meilenstein für Claudio Pizarro

Am vergangenen Wochenende entführte Werder Bremen dank eines späten Pizarro-Tores (90.+6) gegen Hertha einen Punkt aus dem Berliner Olympiastadion. Dieser Treffer zum 1:1-Endstand machte den Peruaner mit 40 Jahren und 136 Tagen zum ältesten Bundesliga-Torschützen. Sechs Tage später wechselte ihn sein Trainer Florian Kohfeldt für den 21 Jahre jüngeren Josh Sargent gegen Stuttgart ein, wodurch er in die Top 20 der Akteure mit den meisten Bundesliga-Partien einzog. Pizarro spielte im deutschen Fußball-Oberhaus ebenso wie Lothar Matthäus sowie Harald "Toni" Schumacher 464 Mal.

Die Statistik: 6

Der VfB Stuttgart traf so schnell wie seit sechs Jahren nicht mehr. Am 16. Spieltag der Saison 2012/13 knipsten die Schwaben gegen den FC Schalke 04 ebenfalls bereits in der zweiten Minute. Außerdem war es in der aktuellen Spielzeit ihr erster Treffer in der Anfangsviertelstunde.
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