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Bayer 04 Leverkusen siegt glücklich bei Union Berlin
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Publiziert 15/02/2020 um 17:28 GMT+1 Uhr
Bayer 04 Leverkusen gewinnt glücklich bei Union Berlin mit 3:2 (1:1). Christian Gentner brachte die Gastgeber früh in Führung (7.). Kai Havertz erzielte den Ausgleich (22.). Moussa Diaby brachte die Werkself auf die Siegerstraße (83.), doch Marius Bülter stellte mit einem Traumtor auf Remis (87.). Karim Bellarabi machte in der Nachspielzeit doch noch den Siegtreffer für Leverkusen (90.+4).
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So lief das Spiel:
Die Unioner erwischten den besseren Start und hatten nach drei Minuten direkt die erste Großchance. Nach einem starken Ballgewinn durch Marvin Friedrich steckte Robert Andrich für Sebastian Andersson durch, der aus halbrechter Position im Sechzehner knapp am langen Pfosten vorbeischoss. Nur vier Minuten später belohnten sich die Köpenicker für eine starke Anfangsphase. Nach einem Konter flankte Marius Bülter den Ball von links in den Rückraum und fand dort Christian Gentner. Aus vollem Lauf hämmerte der Routinier den Ball unter die Latte (7.).
In der Folge kam Leverkusen nicht wirklich in die Partie, sie hatten zwar mehr Ballbesitz, Strafraumszenen gab es weitestgehend nur für die Hausherren. Mit dem ersten Abschluss der Partie konnten die Gäste Rafal Gikiewicz dann jedoch überwinden. Nach einem langen Ball von Jonathan Tah verlängerte Lars Bender die Kugel am Sechzehner mit dem Kopf, sodass Kai Havertz durchstarten konnte und den Union-Keeper mit einem Lupfer überwand (22.).
Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt der Partie unverdient, die Unioner hatten sich jenen Ausgleich aber selbst zuzuschreiben, da sie zum einen nicht effektiver vor dem gegnerischen Tor waren und zum anderen beim Gegentor naiv verteidigten. Die Machtverhältnisse sollten sich bis zur Pause jedoch nicht ändern, Leverkusen hatte weiterhin mehr Ballbesitz und Union die Strafraumszenen.
Nach einem langen Ball nutzte Andersson die Lücke zwischen Sven Bender und Edmond Tapsoba aus und kam an der Strafraumkante zum Abschluss. Der Schuss des Schweden kam aber zu zentral und Lukás Hrádecky konnte parieren (30.). Kurz vor der Pause hatte Andersson erneut die Führung auf dem Fuß. Wieder ein starker Gegenstoß der Unioner, diesmal über die rechte Seite: Bülter flankte den Ball in die Mitte zu Andersson, dessen Schuss ging aber deutlich am Tor vorbei (44.).
Der zweite Durchgang startete mit einem regelrechten Paukenschlag und der Chance auf die erneute Führung für die Unioner. Nach einem starken Doppelpass mit Andersson steckte Andrich den Ball für Yunus Malli durch, der allein vor Hrádecky auftauchte. Wendell zog jedoch einen starken Sprint an und blockte den Schussversuch des Neuzugangs (46.).
In der Folge zog sich das Spiel regelrecht in die Länge, ohne irgendwelche nennenswerten Chancen, hinzukamen noch diverse Unterbrechungen durch die Pyro-Show der Gästefans. Alles in allem war das Spiel in dieser Phase sehr zerfahren. Es zeigte sich aber das gleiche Bild wie im ersten Durchgang: Leverkusen hatte mehr Ballbesitz und Union die Chancen.
Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende konnte Bülter erneut von der linken Seite flanken und fand, über Umwege, Andrich freistehend am langen Pfosten, dessen Schuss flog links am Pfosten vorbei (74.).
In der Schlussphase erarbeitete sich Leverkusen die erste richtige Chance im zweiten Durchgang und genau wie in der ersten Halbzeit sollte diese in einem Tor münden. Kevin Volland spielte einen starken Chip-Pass hinter die Abwehrreihe, wo der eingewechselte Moussa Diaby frei vor Gikiewicz die Nerven behielt und den Angriff vollendete (83.).
Union reagierte prompt und glich nur vier Minuten später aus. Der ebenfalls eingewechselte Marcus Ingvartsen behauptete gegen Tah den Ball und schickte Bülter über links auf die Reise. Der Angreifer legte sich den Ball im Strafraum auf den rechten Fuß und schlenzte die Kugel wunderschön ins lange Eck (87.).
Kurz vor der sieben minütigen Nachspielzeit kam Karim Bellarabi rechts im Strafraum zum Abschluss, doch Gikiewicz reagierte stark und parierte den Ball (89.).
In der Nachspielzeit merkte man, dass den Eisernen die Luft fehlte und es spielten nur noch die Gäste. Bellarabi spielte rechts im Strafraum einen starken Doppelpass mit dem ebenfalls eingewechselten Charles Aránguiz und zog aus spitzem Winkel ab. Gikiewicz verschätze sich und der Ball schlug im kurzen Eck ein (90.+4).
Die letzte Chance hatten dann noch mal die Köpenicker. Nach einer Ecke von Trimmel köpfte Gikiewicz den Ball aufs Tor, dessen Versuch wurde zunächst geblockt. Anschließend bekam der Pole den Ball erneut vor die Füße, doch sein Schuss ins linke Eck parierte Hrádecky (90.+7).
Die Stimmen zum Spiel:
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Wir sind toll ins Spiel gekommen, wir hatten Zugriff und haben Leverkusen immer wieder zu Fehlern gezwungen. Wenn man am Ende noch zum 2:2 rankommt, sollte man den Riegel davor schieben. Wir haben ein tolles Spiel gemacht, haben viele Dinge gut umgesetzt und waren gefährlich. Wir konnten zeigen, dass wir auch Fußball spielen können. Am Schluss stehst du aber ohne Punkte da und kannst nicht ganz zufrieden sein."
Marvin Friedrich (Union Berlin): “Ich fand, dass wir über 90 Minuten sehr gut standen und wenig zugelassen haben, das 1:1 erzielen sie aus dem Nichts, es war ein langer Ball. In der zweiten Halbzeit stellen wir uns einfach dumm an. Es steht 2:2 und dann müssen wir kompakter stehen, das haben wir nicht geschafft und dann machen sie das 3:2. Das tut natürlich weh.”
Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Ich glaube, dass Union Berlin heute mehr verdient hat. Es war genau wie erwartet, es gab viele lange Bälle, immer wieder Druck und Kampf um die zweiten Bälle. Wir haben uns in der Kabine gesagt: 'Das können die nicht 90 Minuten durchziehen.' Wir sind sehr froh, dass wir so ein Spiel noch drehen konnten."
Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen): “Wenn man am Schluss als Sieger vom Platz geht, ist alles in Ordnung. Hinten raus haben wir uns ein paar mehr Räume erspielt, letztlich mussten wir den Kampf annehmen und das haben wir auch getan. Gegen Union Berlin zu spielen ist sehr unangenehm.”
Lars Bender (Kapitän Bayer 04 Leverkusen): “Das war ein hart umkämpfter und schwieriger Sieg. Wir hatten den Glauben, das Ding noch gewinnen zu können. Union übt extremen Druck aus und arbeitet viel mit langen Bällen – darüber sind schon einige Mannschaften gestolpert."
Simon Rolfes (Sportdirektor Bayer 04 Leverkusen): “Sie haben sehr kompakt gespielt und den Ball oft in der Luft gehalten. Es ist immer ein unruhiges Spiel und wir haben es nicht geschafft, außer nachdem 2:2, wirklich Kontrolle ins Spiel und Druck reinzubekommen. Dann haben wir, ein bisschen glücklich, noch das 3:2 gemacht.”
Das fiel auf: Schwacher Auftritt wird am Ende belohnt
Über 80 Minuten wurde Leverkusen von den Eisernen vorgeführt und hatte, trotz über 60% Ballbesitz, quasi nie die Chance selber in Führung zu gehen. Mit den ersten beiden Gelegenheiten in den jeweiligen Durchgängen erzielte man dann das eigene Tor und brachte sich erneut ins Spiel. Am Ende zeigte man noch einmal Kampf und eine gewisse Qualität, auch weil die Hausherren sichtlich K.o. waren. Über nur einen Punkt hätte sich die Werkself mit diesem Auftritt über 80 Minuten nicht beschweren dürfen.
Der Tweet zum Spiel:
Die Statistik: 121,14 & 120,99 km
Dies sind die Laufleistungen von Union Berlin und Bayer 04 Leverkusen. An diesem Spieltag liefen, bis jetzt, nur die Wolfsburger mehr. Schon vor dem Spiel war die Werkself die Mannschaft, die am meisten läuft und auch Union rangierte auf einem starken Platz, dem Vierten.
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(SID)
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