Getty Images

"Brauchen auch mal ein bisschen Glück": Bayer nur remis gegen Werder

"Brauchen auch mal ein bisschen Glück": Bayer nur remis gegen Werder

26/10/2019 um 20:23Aktualisiert 26/10/2019 um 21:02

Bayer Leverkusen musste am 9. Bundesliga-Spieltag einen Rückschlag hinnehmen und kam zuhause gegen Werder Bremen nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Die Gastgeber gingen durch einen Eigentor von Ömer Toprak (4.) in Führung, ehe Bremen die Partie durch Treffer von Milot Rashica (40.) und Davy Klaassen (48.) drehte. Lucas Alario (58.) sicherte Bayer schließlich in der 58. Minute das Remis.

So lief das Spiel:

Zwischen dem Sprung ins obere Tabellendrittel und dem Abrutschen in den Tabellenkeller - so las sich die Situation von Werder Bremen vor dem Duell gegen Bayer Leverkusen. Die "Werkself" hingegen, die nach zwei sieglosen Spielen in Folge einen Dreier anvisierte, war bereits vor der Partie mitten drin in der Spitzengruppe.

Bayer-Trainer Peter Bosz überraschte mit einem 3-4-1-2-System, baute durch die Dreierkette Druck auf die Bremer auf. Werder wurde bereits früh im Aufbauspiel angelaufen, hatte so enorme Probleme. Leverkusen kam früh in Schlagdistanz, erzeugte Zug zum Tor.

Bereits in der 4. Minute gingen die Hausherren in Führung. Nach einer Ecke wurde der Ball am ersten Pfosten von Lucas Alario in die Mitte verlängert, Ex-Leverkusener Ömer Toprak bekam die Kugel unglücklich auf das Schienbein, traf aus kurzer Distanz zum Eigentor. Die verdiente frühe Führung für Bayer Leverkusen.

Mit zunehmender Spieldauer fand Werder besser in die Partie, suchte immer wieder Milot Rashica, der viel wirbelte und die Leverkusener immer wieder vor Probleme stellte. So entwickelte sich in der 40. Minute auch der Ausgleich für Werder. Rashica eroberte den Ball im Zentrum, ging auf das Tor zu und suchte aus 24 Metern den Abschluss. Der eingewechselte Aleksandar Dragovic fälschte ab und so flog der Ball unhaltbar über Lukas Hrádecky hinweg in den Kasten.

Werder nahm den Schwung, den der Ausgleichstreffer entfachte, mit in die zweite Halbzeit und übernahm die Initiative. In der 48. Minute waren die Gäste zur Stelle, drehten das Spiel. Josh Sargent setzte sich stark im Strafraum durch, bediente Davy Klaassen an der Strafraumgrenze. Der Mittelfeldmann zog ab, Lars Bender fälschte leicht ab und so konnte Hrádecky den Ball im rechten Eck nicht abwehren.

Bayer Leverkusen brachte ein paar Minuten, kam zehn Minuten später schließlich zum 2:2-Ausgleich. Karim Bellarabi setzte sich auf der rechten Seite gegen den überforderten Marco Friedl durch, Alario war am ersten Pfosten zur Stelle und schoss den Ball in die Maschen. Es war der Startschuss für eine ganz wilde Phase, in der beide Mannschaften voll auf Offensive setzten.

Die beste Chance in dieser Zeit spielten sich die Hausherren heraus. Nach einer Flanke von Nadiem Amiri kam Alario aus elf Metern zum Kopfball und setzte den Ball an die Latte (67.). Den Nachschuss aus kurzer Distanz schoss Dragovic überhastet über den Kasten. In der 71. Minute folgte die vermeintliche Bayer-Führung. Volland legte den Ball in der linken Strafraumhälfte quer, Alario schob ein. Doch der Treffer zählte nachträglich nicht. Der VAR überprüfte die Szene und sah ein Handspiel von Amiri bei der Entstehung - eine sehr harte Entscheidung.

In der Schlussphase war es ein Spiel auf ein Tor. Bayer Leverkusen machte viel Dampf, erspielte sich gute Möglichkeiten, doch schaffte es nicht, den verdienten Siegtreffer zu erzielen. Bremen quälte sich über die Zeit und hatte in der Nachspielzeit ganz viel Pech. Der eingewechselte Benjamin Goller brachte den Ball aus der linken Strafraumhälfte in die Mitte. Amiri grätschte dazwischen, hielt die Kugel mit der Hand klar auf. Doch weder Schiedsrichter, noch VAR griffen ein. So blieb es beim leistungsgerechten 2:2-Unentschieden.

Die Stimmen:

Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Da waren viele Sachen, die nicht richtig waren, wir können es viel besser und haben auch schon besser gespielt. Ich glaube, dass wir es in der zweiten Halbzeit besser gemacht haben. In dieser Phase brauchen wir auch mal ein bisschen Glück."

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir müssen konsequenter sein, die Jungs werden sich darüber am meisten ärgern. Wir dürfen auch nicht durchdrehen. Ein 2:2 ist ein gutes Ergebnis für uns heute."

Ömer Toprak (SV Werder Bremen): "Ich war lange verletzt, das hat mir wirklich weh getan, weil ich dieser Mannschaft helfen möchte. Jetzt war ich wirklich froh, dass die Wade gehalten hat und ich mitspielen konnte. Wir haben uns hereingekämpft und sind froh, dass wir einen Punkt mitgenommen haben."

Das fiel auf: Anfälligkeit nach ruhendem Ball

Werder Bremen zeigt sich in dieser Saison extrem anfällig bei ruhenden Bällen. Gegen Leverkusen brannte es nach Standards mehrfach lichterloh in der Werder-Abwehr - es fehlt die richtige Zuordnung und Zweikampfstärke in den Luftduellen. Das 1:0 von Bayer war bereits das sechste Gegentor in dieser Spielzeit, das sich die Bremer nach einem ruhenden Ball fingen. Das ist ein Defizit, dass Florian Kohfeldt und seine Mannen dringend aufarbeiten müssen.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 3

Toprak freut sich auf seine Rückkehr in die BayArena gegen seinen Ex-Klub Leverkusen. Doch bereits in der 4. Minute trübte er seine Freude selbst, nachdem er die Hausherren mit einem Eigentor in Führung brachte. Es war bereits das dritte Eigentor, das dem Innenverteidiger in seiner Karriere unterlief. Seine ersten beiden machte er im Bayer-Dress.

0
0