Bundesliga | FC Schalke 04 schlägt Borussia Mönchengladbach zum Rückrundenauftakt

Borussia Mönchengladbach hat die Rückkehr an die Tabellenspitze für zumindest eine Nacht verpasst und mit Schalke 04 im Rennen um die Champions-League-Plätze einen weiteren Konkurrenten im Nacken. Der Tabellenzweite unterlag zum Rückrundenauftakt bei den Königsblauen 0:2 (0:0), der Vorsprung auf die Gelsenkirchener - die nach Punkten mit dem FC Bayern gleichzogen - schrumpfte auf zwei Punkte.

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So lief das Spiel:

Es dauerte nicht lange, bis die Partie an Fahrt aufnahm. Zunächst prüfte Alassane Pléa mit einem Schlenzer aus 18 Metern Nübel-Vertreter Markus Schubert (5. Minute), ehe auf der Gegenseite Neuzugang Gregoritsch nach Vorarbeit von Benito Raman mit einer Direktabnahme aus kurzer Distanz Yann Sommer prüfte. Gladbachs Schlussmann blieb in diesem Duell allerdings der Sieger, genauso wie beim Nachschuss durch Suat Serdar (6.).
Beide Mannschaften suchten ihr Heil in der Offensive, hunderprozentige Torchancen sprangen allerdings selten dabei heraus. Ein Schuss von Alessandro Schöpf nach Balleroberung von Schalke 04 geriet zu zentral, Sommer hatte bei der Abwehraktion wenig Mühe (16.).
Doch die Hausherren blieben am Drücker, Gladbach verlegte sich mit zunehmender Spieldauer aufs Kontern. So bot sich nach einer knappen halben Stunde Raman die große Möglichkeit zur Führung: Nach feinem Zuspiel von Gregoritsch war der Belgier alleine unterwegs in Richtung Tor, konnte den Ball aber nicht an Sommer vorbei auf den Kasten bringen (28.).
Bei den Gästen dauerte es nach gutem Beginn lange, bis sie mal wieder gefährlich vor das Schalker Tor kamen. Bei einer Ecke war es dann aber doch so weit. Jonas Hofmann fand mit seinem Standard von der linken Seite den Kopf von Marcus Thuram, dessen Kopfball von Gregoritsch auf der Torlinie gerade noch gerettet wurde – Schubert war bereits geschlagen (37.).
In der letzten regulären Spielminute setzte Pléa dann noch einmal Patrick Herrmann in Szene, der aus elf Metern im Fallen an Schubert scheiterte (45.), ehe auf der anderen Seite Gregoritschs Kopfball nur knapp am rechten Pfosten vorbeiflog (45.+2).
Im zweiten Durchgang erwischten die Hausherren einen Auftakt nach Maß. Bei einem Angriff über die linke Seite konzentrierten sich gleich vier Gladbacher Spieler auf Gregoritsch, der den im Zentrum durchstartenden Serdar mustergültig bediente. Ohne angegriffen zu werden zog Serdar aus 17 Metern zentraler Position flach ab und traf an Sommer vorbei ins rechte untere Eck zur 1:0-Führung für S04.
Gladbach schien durch den Gegentreffer beeindruckt, die Mannschaft von Marco Rose kam selbst kaum zu Angriffen. Stattdessen mussten die Gäste nur wenig später das zweite Gegentor hinnehmen. Bei einem blitzschnellen Konter der Hausherren bediente Serdar auf der linken Seite Raman, der wiederum uneigennützig weiterleitete zu Gregoritsch. Der Österreicher traf aus 13 Metern halbrechter Position ins lange Eck und freute sich so über eine Vorlage und einen eigenen Treffer im ersten Einsatz für die Königsblauen (58.).
Marco Rose reagierte und brachte Florian Neuhaus für Patrick Herrmann (59.) und tatsächlich wurde seine Mannschaft nun aktiver. Nach einem Freistoß von der rechten Seite kam Matthias Ginter zu einem gefährlichen Kopfball, allerdings stand der Nationalspieler dabei im Abseits (68.). Wenig später versuchte es Thuram aus der Distanz, Schubert musste sich strecken, um den Schuss zu entschärfen (71.). Anschließend gelang den Gästen offensiv allerdings nicht mehr viel, Schalke konnte die 2:0-Führung relativ problemlos verteidigen.
So blieb es schlussendlich beim verdienten 2:0-Erfolg für Schalke 04, das sich über einen gelungenen Rückrundenstart freuen darf.

Der Tweet zum Spiel:

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Gregoritsch (FC Schalke 04): "So erträumt man sich den Einstand. Dass es dann so funktioniert, ist natürlich top. Dass wir das Spiel gewonnen haben, ist etwas besonderes für mich. Wir haben gewusst, wir sind zu Hause und können mit dem zwölften Mann hinter uns einen Tick mehr Gas geben. Wir waren von Anfang an sehr griffig und können vielleicht in der ersten Halbzeit schon in Führung gehen. Wir haben uns alle gegenseitig aufgefangen und haben am Ende auch verdient gewonnen."
Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Wir waren heute zu wenig gut, um Schalke schwierige Aufgaben zu stellen. Wir waren nicht schnell genug, nicht sauber genug. Wir hatten im ganzen Spiel Mühe mit dem Anlaufen von Schalke, sie haben viel Druck gemacht. Im Großen und Ganzen sind wir heute einfach zu wenig gut gewesen. Jede Niederlage ist ärgerlich. Wir sind sehr enttäuscht heute, wir wollten nach einer guten Vorbereitung positiv starten, das ist uns nicht gelungen."
Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Wir hatten zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive. Wir haben viel zu wenig Torchancen kreiert, hätten häufiger zum Abschluss kommen müssen. Aber ich weiß um die Qualität unserer Mannschaft, ich weiß, dass wir nächstes Wochenende wieder ein anderes Gesicht zeigen werden und wieder gewinnen werden."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es ist ein verdienter Sieg für Schalke 04. Schalke ist mehr gelaufen, Schalke ist mehr gesprintet, Schalke hat bessere Zweikämpfe geführt. Ich habe das Gefühl, bei uns hat man sich mehr mit Problemen auseinandergesetzt."
David Wagner (Trainer Schalke 04): "Wenn man aus der Pause kommt, weiß man nie, wie es los geht, aber es ist gut losgegangen. Dass Gregoritsch heute direkt getroffen hat, einen besseren Einstand kann es für ihn nicht geben. Wir haben gerade gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen, meine Mannschaft hat ein super Spiel gemacht, da denke ich nicht darüber nach, wer die zukünftige Nummer eins im Tor ist."

Das fiel auf: Michael Gregoritsch eröffnet Schalke neue Möglichkeiten

Der Österreicher floh regelrecht vom FC Augsburg zu Schalke 04, er stieß erst in der Winterpause zum königsblauen Kader dazu. Zum Rückrundenauftakt stand Gregoritsch nun direkt in der Startelf von David Wagner – und er zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen sofort zurück. Mit einer Torvorlage und einem eigenen Treffer war Gregoritsch nicht nur der Spieler des Spiels, er sorgte auch dafür, dass seine Mitspieler mehr Freiheiten bekamen. So bietet die Doppelspitze mit Gregoritsch seinem Sturmpartner Benito Raman viel mehr Möglichkeiten, über die Außenbahnen seine extreme Sprintschnelligkeit einzusetzen. Noch in der Hinrunde war Raman im Sturm oftmals auf sich alleine gestellt, oder aber er hatte mit Guido Burgstaller einen deutlich weniger agilen Partner an seiner Seite. Dieses neue Duo konnte gegen Gladbach sogar den Ausfall von Spielmacher Amine Harit vergessen machen.

Die Statistik: 33

Schalke 04 hat bereits jetzt – zum Auftakt der Rückrunde – so viele Punkte gesammelt wie in der gesamten Vorsaison. So gut war Schalke zu diesem Zeitpunkt seit sechs Jahren nicht.
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