BVB: Owomoyela und Dickel nach Rassismus-Aussagen sanktioniert

Der BVB hat Patrick Owomoyela und Norbert Dickel nach ihren geschmacklosen Aussagen gerügt und "ihr Fehlverhalten sanktioniert". Der Verein hatte dem Duo "unmissverständlich verdeutlicht, dass ihr Versuch witzig zu sein vollkommen schiefgelaufen ist". Auch Owomoyela meldete sich mittlerweile zu Wort und gab eine Entschuldigung sowie eine Erklärung ab.

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Norbert Dickel und Patrick Owomoyela gaben sich nach den peinlichen Vorkommnissen bei der Übertragung des Testspiels gegen Udinese Calcio am 27. Juli (4:1) im österreichischen Altach reumütig und entschuldigten sich für ihr Fehlverhalten.
Nach Informationen der "Ruhr Nachrichten" hat es bereits tags darauf im Trainingslager in Bad Ragaz eine Unterredung mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegeben.
Laut BVB seien sie "zutiefst enttäuscht von sich selbst" gewesen. "Beide haben ihr Fehlverhalten öffentlich eingestanden und versprochen, dass sich derlei nicht wiederholen wird", hieß es in der nach einem "WDR"-Bericht veröffentlichten Stellungnahme des BVB.

"Itaker" und "Lasagne": Owomeyala und Dickel vergreifen sich im Ton

Dickel bezeichnete die Spieler des Gegners bei der Übertragung auf dem vereinseigenen Kanal BVB.tv als "Itaker", Udine-Profi Kevin Lasagna hieß plötzlich "Kevin Lasagne". "Wir wollen natürlich niemanden verärgern, falls hier Fans von Udinese Calcio zuhören. Wir machen ja nur Spaß", sagte Owomoyela während der ersten Halbzeit.
Mit dem Spaß war es spätestens in der zweiten Hälfte vorbei, als sich das Duo weiter in Wort und Ton vergriff. Nach einem Unwetter wurde das Spiel in den zweiten 45 Minuten zu einer Wasserschlacht - daraufhin parodierte Owomoyela Hitler und erklärte, dass "große Schlachten geschlagen wurden."

Heftige Kritik vor allem von BVB-Fans

Owomoyela wurde vor der WM 2006 in Deutschland Opfer einer rassistischen Kampagne der fremdenfeindlichen NPD. Der ehemalige Nationalspieler wurde im DFB-Trikot abgebildet, dazu war zu lesen: "Weiß. Nicht nur eine Trikot-Farbe!"
Von einigen BVB-Fans wurden die Äußerungen des Kommentatoren-Duos heftig kritisiert. Dickel und Owomoyela betonten bei der nächsten Übertragung des Testspiels in St. Gallen (4:1), dass sie "neben der Spur waren." Sie versprachen, dass sich so eine Entgleisung nicht wiederholen werde. Das Video des Spiels gegen Udinese Calcio wurde von der BVB-Homepage gelöscht.
Präsident Reinhard Rauball hatte zuletzt Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen rassistischer Aussage kritisiert. Der Auftritt von Dickel und Owomoyela war ebenfalls daneben.

Owomoyela äußert sich in Entschuldigungs-Video

Owomoyela hat sich nach dem geschmacklosen Auftritt beim Testspiel von Vizemeister Borussia Dortmund gegen Udinese Calcio entschuldigt, Rassismus-Vorwürfe aber klar zurückgewiesen. "Was mir extrem wichtig ist: Ich habe mich mit keinem Wort fremdenfeindlich geäußert. Das wurde von diversen Medien so dargestellt und ist absolut falsch", sagte der 39-Jährige in einem Video, das er über die Sozialen Medien veröffentlichte.
"Es stimmt, dass es zu Aussagen gekommen ist, die nicht in Ordnung waren. Es ist auch korrekt, dass es gegen Ende des Spiels durch mich zu einer Stimmenimitation von Adolf Hitler gekommen ist. Das war ein dummer Versuch, witzig zu sein, und der war völlig unangebracht. Ich bin nicht frei von Fehlern, und das war so einer. Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen", sagte Owomoyela. Er sei "völlig über das Ziel hinausgeschossen".
Owomoyela stellt aber auch klar:
Die Berichterstattung kritisierte er teilweise als "Schlagzeilenjägerei".
(mit SID)
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