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Gladbach verschenkt Sieg gegen Hoffenheim: Elfmeter verschossen, Tor zurück
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Publiziert 22/02/2020 um 15:08 GMT+1 Uhr
Borussia Mönchengladbach hat in der Nachspielzeit den Sieg gegen die TSG Hoffenheim verschenkt. Dabei hätten die Gladbacher zuvor drei Tore schießen können. Nach Treffer von Matthias Ginter (11.) hielt Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann einen Elfmeter von Alassane Pléa (75.). Ein weiterer Treffer von ihm wurde zurückgenommen (83.). Hoffenheim traf durch Lucas Ribeiro in der Nachspielzeit (90.+2).
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So lief das Spiel:
Die Partie kam sofort in Schwung. Vor allem die Gäste aus Hoffenheim begannen mit bemerkenswertem Offensivdrang und erspielten sich früh zwei vielversprechende Abschlussmöglichkeiten durch Christoph Baumgartner. In Führung ging allerdings Gladbach: Nach einer Ecke fiel Matthias Ginter der Ball vor die Füße, sein Schuss aus zwölf Metern ließ Oliver Baumann im Tor der TSG keine Chance (11.).
In der Folge übernahm Gladbach zunehmend die Spielkontrolle und bereitete Hoffenheim mit gutem Pressing sichtbare Probleme. Nennenswerte Torchancen blieben allerdings auf beiden Seiten lange Zeit aus – auch, da Gladbach mehrere vielversprechende Kontermöglichkeiten nicht gut ausspielte. Vor dem Seitenwechsel bekam Ginter erneut nach einer Ecke die Chance auf sein zweites Tor, dieses Mal parierte Baumann seinen Schuss (41). Kurz danach rettete der Schlussmann der TSG bei einem Abschluss von Marcus Thuram (45.). Insgesamt wirkten die Gastgeber deutlich aktiver und zielstrebiger, Hoffenheim büßte nach dem Gegentor viel seiner forschen Anfangsphase ein.
Die zweite Halbzeit gestaltete sich zu Beginn offener. Gladbach bekam durch Florian Neuhaus (54.) und Alassane Pléa (55.) zwei Riesenchancen, Robert Skov verbuchte für die TSG eine gute Möglichkeit per Freistoß (57.). Die Gäste agierten druckvoller im Spiel nach vorne. In der 73. Minute entschied Schiedsrichter Felix Brych nach Rücksprache mit dem Videoassistenten dann auf Elfmeter für Gladbach – vorausgegangen war ein Handspiel von Benjamin Hübner. Pléa verpasste jedoch die Entscheidung, Baumann fischte seinen Strafstoß aus dem linken Toreck.
Gladbach war nun aber wieder das deutlich gefährlichere Team, erst scheiterte Denis Zakaria mit einem Abschluss an Baumann (76.), in der 82. Minute erzielte Pléa nach Konter das vermeintliche 2:0 – das aufgrund eines vorherigen Handspiels nach Überprüfung durch den Videoassistenten nicht anerkannt wurde.
Der TSG fehlte es an offensiver Durchschlagskraft, die Partie lebte bis zum Schluss eher von der Spannung um den knappen Spielstand. Tatsächlich gelang Hoffenheim in der Nachspielzeit aber noch der Ausgleich: Nach einer Ecke von Sebastian Rudy köpfte der frisch eingewechselte Lucas Ribeiro zum 1:1 ins Netz. Für die Borussia am Ende zwei verlorene Punkte.
Stimmen:
Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach): "Wir mussten viel laufen, Hoffenheim hat es gut gemacht. Wir hatten aber auch unsere Chancen, haben das Spiel aber nicht entschieden."
Max Eberl (Sportdirektor Gladbach, zum Fan-Eklat): "Die Unterbrechung lässt uns sehr bestürzt zurück, weil das nicht das ist, wofür Borussia Mönchengladbach steht. Wir haben Werte, wir wollen eine klare Haltung haben. Wir haben vor dem Spiel ein klares Statement gesetzt mit einer Schweigeminute für ein dramatisches Ereignis, das in dieser Woche passiert ist. Wir sind gegen Rassismus und Ausgrenzung und dann müssen 50 Hornochsen so ein Plakat hochhalten, dafür schäme ich mich."
Alfred Schreuder (Trainer TSG 1899 Hoffenheim): "Wir haben gegen eine starke Mannschaft gut mitgespielt. Wir sind weiter in einer Entwicklungsphase und daher sehr stolz auf das Ergebnis."
Das fiel auf: Engpass in der TSG-Offensive
Bereits vor der Partie musste die TSG 1899 Hoffenheim mit dem Ausfall von Andrej Kramaric einen Dämpfer hinnehmen. Der Top-Torschütze (sieben Treffer) der Sinsheimer fiel kurzfristig mit Leistenproblemen aus. Für den Kroaten rückte Munas Dabbur in die Sturmspitze. Der Winter-Neuzugang wiederum knickte bei einer Ballaktion nach 23 Minuten unglücklich um und musste mit der Trage das Spielfeld verlassen. Trainer Alfred Schreuder offenbarte sich damit ein echter Engpass im Sturmzentrum, den mit Sargis Adamyan fehlt ihm augenblicklich auch die dritte Option mit Sprunggelenksproblemen. Ihlas Bebou kam letztendlich als Ersatz ins Spiel, eigentlich ein Mann für die Flügel. Für großes Aufsehen sorgte er nicht. Am Ende sorgte immerhin mit Lucas Ribeiro ein Innenverteidiger bei seinem Bundesliga-Debüt für den Punktgewinn.
Der Tweet zum Spiel:
Für kurze Aufregung sorgte ein Plakat mit Spruchbanner im Fanblock der Borussia. Eine völlig deplatzierte Aktion, auf die das Stadion mit einem Pfeifkonzert und Schiedsrichter Felix Brych richtigerweise mit einer kurzen Unterbrechung reagierte. Sportdirektor Max Eberl sah sich gezwungen, die Situation am Block zu beruhigen. Ein Nachspiel für die Borussia ist dennoch nicht ausgeschlossen.
Die Statistik: 4
Die TSG Hoffenheim kassierte gegen Gladbach den vierten Elfmeter in den vergangenen drei Spielen (zwei gegen Wolfsburg, einen gegen Freiburg). Anders als bei den drei vorherigen konnte Baumann dieses Mal den Strafstoß aber halten.
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