Schmähplakate überschatten Spiel: Kein Sieger zwischen Union und Wolfsburg

Union Berlin hat am 24. Bundesliga-Spieltag einen wichtigen Punktgewinn im Kampf um den Klassenerhalt gegen den VfL Wolfsburg gefeiert. Sebastian Andersson (41.) und Marvin Friedrich (56.) erzielten die Treffer für die Eisernen, Yannick Gerhardt (60.) und Wout Weghorst (81.) retteten den "Wölfen" einen Zähler. Übeschattet wurde die Partie von erneuten Schmähplakaten gegen Dietmar Hopp.

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So lief das Spiel:

Genauso trist wie der Köpenicker Nieselregen war der Unterhaltungswert der Partie – zumindest in der Anfangsphase: Beide Teams begannen taktisch so diszipliniert, dass sie verklemmt wirkten. Ballgeschiebe, Standardsituationen und Mittelfeldzweikämpfe dominierten die erste Viertelstunde.
Union Berlin folgte seinem charakteristischen Matchplan im eigenen Stadion: Tief stehen und blitzschnell umschalten. Der VfL war gewarnt – aber auch so aufs Vermeiden von Kontergegentoren bedacht, dass im eigenen Offensivspiel wenig kreativer Raum vorhanden war. Nach einer Ecke hatte Wout Weghorst per Kopf die Chance zur Führung (24.), scheiterte aber am starken Berliner Keeper Rafal Gikiewicz.
Auch nach einer halben Stunde war das Geschehen so gut wie ausschließlich auf den Raum zwischen den beiden Strafräumen beschränkt. Um die 33. Minute war im Fanblock der Berliner ein Plakat mit der Aufschrift "f*ck dich DFB" zu sehen, der Stadionsprecher schaltete sich ein – leider das Einzige, was es zu berichten gab.
Passend zum Spielverlauf verursachte dann auch ein Fehler das erste Tor. Nach einer Freistoßflanke faustete "Wölfe"-Keeper Koen Casteels am Ball vorbei, Sebastian Andersson köpfte zur Führung ein. Kurz vor der Pause tauchten im Berliner Block dann wieder Anti-Hopp-Plakate auf. Die Teams gingen in die Kabine. Das Theater der Ultras und kein Ende...
Das Spiel wurde wieder angepfiffen und die erste Hälfte mit sechzehnminütiger Nachspielzeit schließlich beendet.
Nach der Pause kamen beide Mannschaften unverändert aus der Kabine. Die bei Standards so gefährlichen Berliner erhielten kurz nach Wiederanpfiff die Gelegenheit zum 2:0 – und Marvin Friedrich nutzte sie (56.). Wieder Flanke, wieder ein Kopfball. Und der 13. Saisontreffer der Gastgeber nach Standardsituation.
Doch diesmal konnten die "Wölfe" nachlegen: In der 60. Minute traf Yannick Gerhardt nach einer Ecke per Kopf zum schnellen Anschluss. Jetzt war es endlich das Fußballspiel, das in Hälfte eins kaum stattgefunden hatte.
In der letzten halben Stunde ließ Union sich auffällig tief fallen und ließ Wolfsburg zu Chancen kommen. Die Gäste schöpften ihr Wechselkontingent voll aus, schafften es aber bis in die Schlussminuten nicht, sich entscheidend vors Berliner Tor zu kombinieren.
Doch der in Minute 78 eingewechselte Joao Victor setzte sich kurz vor Schluss entscheidend auf der rechten Seite durch und legte schön für Wout Weghorst auf, der mit dem 2:2 das vierte Kopfballtor der Partie erzielte (81.). Der verdiente Ausgleich für den VfL.

Die Stimmen zum Spiel:

Wout Weghorst (Stürmer VfL Wolfsburg): "Wir sind 2:0 im Rückstand. Da weiß man, dass es nicht einfach wird. Zweimal ein Standard, das ist zu schwach verteidigt. Aber wir sind stark zurückgekommen und waren die bessere Mannschaft. Es ist schade, einen älteren Herren so zu verunglimpfen."
Christopher Trimmel (Kapitän Union Berlin): "Wenn Personen beleidigt werden, hört es auf. Ich habe gesagt, dass das Plakat weg muss. Die Unterbrechungen sind natürlich schade - doch wir gehen diesen Weg gemeinsam. Es ist definitiv ein gewonnener Punkt."
Sebastian Andersson (Stürmer Union Berlin): "Wir sind 2:0 vorne, haben aber keine Spielkontrolle. Insofern sind wir zufrieden mit dem Punkt. Der Klassenerhalt ist noch nicht gesichert."

Der Tweet zum Spiel:

Bundesliga-Urgestein Christian Gentner absolvierte am Sonntag sein 400. Bundesligaspiel. Der FC Union gratulierte.

Das fiel auf: Die Ultra-Chaoten und kein Ende

Wieder Beleidigungen gegen Dietmar Hopp, wieder Schmähplakate, wieder "Fußballmafia"- und "Scheiß DFB"-Rufe. Wieder schafften es in Berlin am Sonntag einige wenige zu stören.

Die Statistik zum Spiel: 1

Jubilar Christian Gentner ist der einzige aktive zweifache Deutsche Meister, der weder für den BVB noch den FC Bayern gespielt hat.
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