Bundesliga: VfB Stuttgart rettet spätes Remis gegen Union Berlin

Der 1. FC Union Berlin hat am 12. Spieltag der Bundesliga eine 2:0-Führung beim VfB Stuttgart verspielt. Nach Treffern von Marvin Friedrich (4.) und Taiwo Awoniyi (77.) sahen die Hauptstädter lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Doch der eingewechselte Sasa Kalajdzic glich in der Schlussphase noch mit einem Doppelpack aus (85./90.) und rettete dem Aufsteiger einen Punkt.

Der VfB Stuttgart und Union Berlin trennten sich Remis

Fotocredit: Getty Images

Der VfB Stuttgart musste bereits kurz vor dem Start einen verletzungsbedingten Wechsel vornehmen. Philipp Förster rutsche kurzfristig für Orel Mangala, der aufgrund muskulärer Probleme passen musste, in die Anfangself. Denkbar ungünstig ging es weiter aus Sicht des VfB, der am Wochenende in Dortmund noch Fußball-Deutschland mit frischem Offensivfußball begeisterte.
Konstantinos Mavropanos verursachte früh einen Freistoß im Halbfeld und sah zudem bereits nach drei Minuten Gelb. Doch es kam noch dicker. Cedric Teuchert brachte den fälligen Freistoß aus dem rechten Halbfeld auf den zweiten Pfosten, dort setzte sich Marvin Friedrich gegen Keita Endo durch und ließ Gregor Kobel bei seinem gut platzierten Kopfball in die lange Ecke keine Chance (4.).
Stuttgart leistete sich einige Fehler im Mittelfeld und zeigte ungewohnte technische Fehler. Dennoch kam der Aufsteiger fast zum schnellen Ausgleich. Mateo Klimowicz versuchte es aus 13 Metern halblinker Position, doch Andreas Luthe parierte (12.). Die nächsten beiden Gelegenheiten gehörten dann wieder den Eisernen: Sheraldo Becker scheiterte an Kobel (18.) und Teuchert zielte aus der Distanz nur knapp über den Querbalken (23.).
Im Anschluss bot sich bis zur Pause eine offene Partie ohne die ganz großen Gelegenheiten.
Zur Pause tauschte der VfB auf zwei Positionen und beinahe wäre der eingewechselte Daniel Didavi kurz danach direkt am potentiellen Tor des Monats beteiligt gewesen. Seinen gechippten Ball in den Sechzehner verwerte Nicolás González direkt per Fallrückzieher, doch das Leder traf nur den Querbalken (48.).
Nur wenig später köpfte González nach Flanke des ebenfalls zur Pause eingewechselten Tanguy Coulibaly knapp neben den Pfosten (52.).
Die nächste gute Gelegenheit vergab dann Kapitän Gonzalo Castro. Nach einem haarsträubenden Fehlpass von Luthe scheiterte Castro zunächst an Friedrich und im zweiten Versuch an Luthe sowie Robin Knoche, der den Ball noch kurz vor der Linie klärte (64.).
Doch es waren die Berliner, denen der zweite Treffer der Partie gelang. Taiwo Awoniyi konnte in der linken Strafraumhälfte beinahe unbedrängt in die lange Ecke zum 2:0 einköpfen (77).
Doch der VfB gab nicht auf und brachte mit Philipp Klement und Sasa Kalajdzic für die Schlussphase frische Kräfte für die Offensive. Und nur für Minuten nach den Wechseln zahlten sich diese aus. Klement mit der Ecke auf den Kopf von Kalajdzic - und der mit dem wuchtigen Kopfball zum Anschlusstreffer (85.).
Mit Ende der regulären traf Kalajdzic dann schon wieder. Nach einem langen Ball von Didavi nahm er den Ball perfekt an und schloss technisch anspruchsvoll aus voller Drehung zum 2:2 ab. Nach zweiminütiger Überprüfung des Video-Schiedsrichters wurde der Treffer zurecht anerkannt (90.+2). Doch es waren die Eisernen, denen fast der Schlusspunkt einer unterhaltsamen Partie gehörte. Doch Akaki Gogia scheiterte aus aussichtsreicher Position an Kobel (90.+3).

Die Stimmen:

Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart): "Zuerst hat er (Schiedsrichter Sascha Stegemann; Anm. d Red.) gesagt Handspiel, dann plötzlich sagte er, dass etwas anderes nicht gepasst hat. Das ständige Warten nervt. Am Ende bin ich froh, dass der Treffer gezählt hat."
Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Ich glaube wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu finden. Es war ein anderes Spiel als zuletzt. Der Gegner ist sehr giftig, immer am Mann. Wir hatten viele ungewöhnliche Fehlpässe in der ersten Hälfte. In der zweiten Halbzeit sah es dann besser aus und war dann ganz ordentlich."
Marvin Friedrich (Union Berlin): "Ich denke, wenn du bis zur 85. Minute 2:0 führst, willst du die drei Punkte mitnehmen. Am Ende verteidigen wir nicht gut und fahren jetzt mit einem Punkt nach Hause.“
Christopher Trimmel (Union Berlin): "Es ist schon ärgerlich. Es waren schöne Tore von Sasa. So ist Fußball. Den langen Ball vor dem 2:2 müssen wir besser verteidigen, aber er macht das gut. Es war gerecht, weil Stuttgart in der zweiten Halbzeit in der Offensive zugelegt hat.“

Der Tweet zum Spiel:

Der VfB bleibt vor Weihnachten ohne Heimsieg in der Bundesliga, kann aber dennoch ganz zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf sein.

Das fiel auf: Veränderte Stuttgarter nach Wiederbeginn

Im ersten Durchgang zeigte sich der VfB Stuttgart nach dem fulminanten 5:1 in Dortmund unerwartet passiv und lag nach dem ersten Durchgang gegen freche Berliner verdient mit 0:1 in Rückstand. Nach der Pause brachte Pellegrino Matarazzo mit Daniel Didavi und Tanguy Coulibaly frische Kräfte, die sofort ein belebendes Element darstellten. Doch spielentscheidend war letztendlich die Einwechslung von Sasa Kalajdzic, der beide Treffer des VfB erzielte. Matarazzo spach vor der Partie von einem Charaktertest. Nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang und einem Punktgewinn nach 0:2-Rückstand kann man diesen durchaus als bestanden ansehen.

Die Statistik: 1

Es war das erste Aufeinandertreffen beider Vereine im deutschen Oberhaus. Zuvor gab es zwei Duelle in der zweiten Liga und natürlich die beiden Duelle in der Relegation vor zwei Jahren. Obwohl die Eisernen damals aufsteigen konnten und den VfB in die zweite Liga schickten, konnte Union bislang noch kein direktes Duell mit den Schwaben gewinnen. Damals machten die Hauptstädter mit zwei Unentschieden den Aufstieg perfekt.
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"Große Hindernissse": Flick warnt vor nächsten Spielen

Quelle: Perform

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