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Arminia Bielefeld kassiert im Abstiegskampf späte Niederlage beim VfL Bochum
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Publiziert 06/05/2022 um 20:01 GMT+2 Uhr
Der VfL Bochum hat die akut abstiegsbedrohte Arminia aus Bielefeld am 33. Bundesliga-Spieltag zuhause mit 2:1 (1:1) geschlagen. Sebastian Polter brachte die Gastgeber nach 21 Minuten in Führung, Joakim Nilsson gelang noch in der ersten Halbzeit (35.) der Ausgleich. Kurz vor Schluss kamen die Gastgeber durch ein Eigentor von George Bello (89.) zum Heimsieg.
VfL Bochum - Arminia Bielefeld
Fotocredit: Imago
Eine Woche nach dem Last-Minute-Ausgleich im Abstiegskrimi gegen die Hertha muss die Arminia eine bittere Pleite beim VfL Bochum hinnehmen. Bielefeld verliert damit die Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt und ist nun noch mehr auf Schützenhilfe angewiesen als noch vor dieser Partie.
Von Beginn an war Bochum die spielbestimmende Mannschaft und kam bereits früh in der Partie zu großen Chancen, die die Hausherren allerdings nicht nutzten. Nach zwei Minuten scheiterte Sebastian Polter mit dem Kopf an Stefan Ortega und nur eine Minute später köpfte Gerrit Holtmann aus kürzester Distanz freistehend weit über den Kasten der Arminia. Die Bochumer ließen auch in der Folge nicht nach und scheiterten immer wieder an sich selbst oder an Ortega. Nach starker Vorarbeit von Takuma Asano beförderte Milos Pantovic den Ball ans rechte Lattenkreuz und nur zwei Minuten später scheiterte er am starken Schlussmann der Arminen (13. und 15.).
Bielefeld war in dieser Phase viel zu passiv und harmlos und wurde von den Bochumern bestraft. Nach fantastischer Vorarbeit von Holtmann und Cristian Gamboa köpfte Polter am zweiten Pfosten eiskalt ein und ließ Ortega in diesem Fall keine Chance (21.).
Auf der anderen Seite war die Arminia aus dem Spiel heraus viel zu harmlos. Oftmals spielten sie gute Umschaltsituationen nicht sauber genug aus oder kamen lediglich aus der Distanz zum Abschluss, womit sie Manuel Riemann nicht wirklich vor Probleme stellen konnten. Aus dem Nichts fiel dann noch vor der Pause der Ausgleich für die Gäste. Der Last-Minute-Held der Vorwoche, Joakim Nilsson köpfte erneut ein (35.).
Der zweite Durchgang war im Vergleich zum ersten von beiden Mannschaften deutlich schwächer, es dauerte lange bis zur ersten Großchance. Auch in Halbzeit zwei lagen die Spielanteile deutlich bei den Bochumern, die auch immer wieder kleinere Möglichkeiten hatten, es aber lange Zeit nicht gut ausspielten.
Von den Gästen kam quasi nichts mehr, lediglich ein Abschluss aus der Distanz vom eingewechselten Burak Ince, der knapp übers Tor ging, war dann einfach zu wenig (82.). Für ihre Untätigkeit wurden die Bielefelder dann sogar noch bestraft, als die Hausherren kurz vor Schluss zuschlugen. Der eingewechselte Danny Blum bediente mit einer starken Flanke den ebenfalls eingewechselten Simon Zoller. Der Österreicher scheiterte zwar aus kürzester Distanz an Ortega, vom Schlussmann prallte der Ball aber gegen den zurückeilenden George Bello, der die Kugel ins eigene Tor bugsierte (89.).
Für Bielefeld könnte dies eine extrem bittere Niederlage sein, wobei selbst ein Punkt für die Arminia wahrscheinlich zu wenig gewesen wäre. Am letzten Spieltag geht es zu Hause gegen Leipzig, das noch alles im Kampf um die Champions League geben muss. Bochum hingegen kann eine fantastische Comeback-Saison in der Bundesliga feiern, wo man stand jetzt auf 42 Punkte kommt und rein rechnerisch sogar noch Chancen auf Platz neun und damit die obere Tabellenhälfte hat.
Die Stimmen:
Thomas Reis (Trainer VfL Bochum): "Wir haben von Anfang an viel Druck gemacht. Im zweiten Durchgang herrschte etwas Chancen-Armut, aber auch wenn du so spät noch den Siegtreffer machst - das passt einfach zu unserer ganzen Saison. Bielefeld hat alles investiert, der späte Treffer war ein richtiger Nackenschlag für sie. Es war das letzte Heimspiel, das Stadion platzt aus allen Nähten - sensationell. Wir sind heute alle stolz. Das war einfach eine geile Saison."
Marco Kostmann (Trainer Arminia Bielefeld): "Die Jungs und die Fans sind genau so enttäuscht wie ich. Wir sind abhängig davon, dass der FC Bayern sein Spiel gewinnt. Es war ein sehr zerfahrener Beginn von uns, das hat die Physis und Psyche von uns beeinträchtigt. Mit dem Tor wurde es kurz besser. Aber auch im zweiten Durchgang haben wir zu oft den Ball verloren. Wir haben keine Ruhe ins Spiel bekommen. Nach vorne hatten wir keine richtige Durchschlagskraft und keine richtige Torchance. Dann spielst du eben nicht so mutig. Wir hatten einige Einzelaktionen, die führen aber nur selten zum Erfolg."
Manuel Prietl (Arminia Bielefeld): "Momentan bin ich ein bisschen sprachlos. Es ist einfach bitter. Da ist nur pure Enttäuschung und Leere. Jetzt müssen wir auf die anderen hoffen. Das ist der letzte Strohhalm. Man muss im Leben immer bis zum Schluss durchhalten, wir müssen noch mal alle Kräfte mobilisieren.”
Patrick Wimmer (Arminia Bielefeld): "Wir haben es nicht in der eigenen Hand, aber Stuttgart muss gegen Bayern ran, wir geben die Hoffnung nicht auf. Die Hoffnung stirbt zuletzt. [...] Wir hoffen, dass die Bayern uns ein bisschen Schützenhilfe geben. Wenn wir nächste Woche noch die Chance haben, ist noch alles möglich. Es war heute wieder eine kämpferisch solide Leistung. Uns fehlt aber die Effizienz. Darum stehen wir wieder ohne Punkte da."
Der Tweet zum Spiel
Das fiel auf: Zu harmlos für den Klassenerhalt?
Alles in allem lieferte die Arminia einen viel zu harmlosen Auftritt, um im Abstiegskampf Punkte zu sammeln. Gerade in der zweiten Halbzeit beim Stand von 1:1 ließen die Gäste den Willen vermissen, drei Punkte aus Bochum zu entführen. Im Abstiegskampf muss Bielefeld jetzt auf Schützenhilfe von Bayern und Köln hoffen, die beide noch gegen den VfB Stuttgart spielen. Auf der anderen Seite benötigt die Arminia am letzten Spieltag aber dringend einen Dreier gegen RB Leipzig, wobei es für die roten Bullen wahrscheinlich noch um die Qualifikation für die Champions League geht. Bielefeld kann sich, wenn alles perfekt läuft, lediglich noch auf den Relegationsplatz retten - der direkte Klassenerhalt wurde heute Abend verspielt.
Die Statistik: 28
Von den 42 Punkten holte der VfL den Großteil im eigenen Stadion. 28 Punkte vor heimischer Kulisse, Siege gegen Bayern und Dortmund und Platz zehn in der Heimtabelle sind eine starke Bilanz für einen Aufsteiger.
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Quelle: Perform
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